Matthias Müller übernimmt das VW-Steuer

Der Aufsichtsrat des VW-Konzerns hat den bisherigen Porsche-Chef Matthias Müller zum Nachfolger von Martin Winterkorn berufen. Am 9. November soll eine ausserordentliche VW-Hauptversammlung abgehalten werden.

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Neuer VW-Chef

0:34 min, aus Tagesschau vom 25.9.2015

Der bisherige Porsche-Chef Matthias Müller wird neuer Vorstandschef von Volkswagen. Der Aufsichtsrat des Konzerns bestellte den 62-jährigen Manager zum Nachfolger von Martin Winterkorn, der am Mittwoch wegen des Skandals um manipulierte Diesel-Abgaswerte zurückgetreten war.

Porträt von Matthias Müller. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Der 62-jährige Porsche-Chef Matthias Müller kennt den Konzern bereits gut. Reuters

Der Aufsichtsrat danke Müller, dass er diese Aufgabe in schwierigen Zeiten für das Unternehmen übernehme, erklärte VW-Aufsichtsratschef Berthold Huber.

Am 9. November werde eine ausserordentliche Hauptversammlung abgehalten, auf der sich der designierte neue Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch zur Wahl stelle. Bis dahin bleibt Pötsch Finanzchef des Konzerns.

«Die richtigen Lehren ziehen»

Der gelernte Werkzeugmacher und studierte Informatiker Müller ist seit fast vier Jahrzehnten im VW-Konzern. Er war schon während der Führungskrise im Frühjahr als Kandidat für die Winterkorn-Nachfolge gehandelt worden.

«Meine vordringlichste Aufgabe wird es sein, Vertrauen für den Volkswagen-Konzern zurückzugewinnen – durch schonungslose Aufklärung und maximale Transparenz», sagte er laut Mitteilung nach einer Sitzung des VW-Aufsichtsrats in Wolfsburg. Dazu gehöre es auch, «die richtigen Lehren aus der aktuellen Situation» zu ziehen.

Er werde im Konzern «noch strengere Regeln einführen». So ein Skandal dürfe sich nie wiederholen. Auch zeigte er sich zuversichtlich, dass er die aktuelle Krise bewältigen und VW noch stärker machen werde.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • VWs Imageschaden – auch einer für Wolfsburg

    Aus Tagesschau vom 25.9.2015

    Die Stadt Wolfsburg gehört zu den jüngsten Städten der Bundesrepublik und wurde eigentlich nur gebaut, um dem VW-Konzern und dessen Angestellten ein Zuhause zu geben. Entsprechend hart trifft die VW-Krise die Wolfsburger selber.

  • Zweifelhafte Zukunft der Dieselmotoren

    Aus Tagesschau vom 24.9.2015

    Nach dem Abgas-Skandal ist der Image-Schaden nicht nur für die Marke Volkswagen, sondern auch für die Diesel-Technologie gross. Allerdings zweifeln Experten weniger an der Technologie an sich, sondern vielmehr an der Bereitschaft der Autohersteller, diese auch richtig einzusetzen.

  • Abgas-Affäre kostet VW-Chef doch den Kopf

    Aus Tagesschau vom 23.9.2015

    Martin Winterkorn tritt als Konzernchef von Volkswagen zurück. Nach wie vor schweigt sich VW über die vom Abgas-Skandal betroffenen Modelle aus. Und unklar bleibt auch, ob Autos in der Schweiz betroffen sind.