Zum Inhalt springen

Header

Audio
Verdoppelung der Impfproduktion: «Das ist möglich», sagt Standortleiter Renzo Cicillini
Aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 29.04.2021.
abspielen. Laufzeit 04:32 Minuten.
Inhalt

Mehr Impfstoffe aus Visp Lonza sorgt im Wallis für Wirtschaftsboom

Unternehmen im Wallis suchen hunderte Fachkräfte. Was gut für die Wirtschaft ist, birgt Probleme bei der Integration.

Die Lonza baut ihre Produktion für den Covid-19-Impfstoff weiter aus. In ihrer Fabrikanlage in Visp will sie drei zusätzliche Produktionslinien einrichten und damit ab nächstem Jahr 600 Millionen Dosen Impfstoff herstellen – doppelt so viel wie heute. Dazu braucht die Lonza noch mehr Mitarbeitende: «Wir suchen in diesem Jahr 1500 bis 1600 neue Leute, dafür bauen wir 1200 neue Stellen auf», sagt Standortleiter Renzo Cicillini gegenüber Radio SRF.

Video
Aus dem Archiv: Exklusiver Rundgang durch die Lonza
Aus Rundschau vom 31.03.2021.
abspielen

Wirtschaft boomt

Die Wirtschaft im Wallis wächst damit noch stärker als bisher. «Das ist eine weitere wunderbare Neuigkeit, die uns motiviert, weiterzumachen», sagt Marc Franzen dazu. Er leitet beim Regional- und Wirtschaftszentrum Oberwallis RWO ein Projekt, das dieses Wirtschaftswachstum begleitet.

Fachkräfte sollen integriert werden, aber auch Touristen anziehen

Box aufklappenBox zuklappen

Das Oberwallis steht vor einem grossen Aufschwung. Die RWO hat deshalb zusammen mit den betroffenen Unternehmen und Gemeinden das Programm Wirtschaftswachstum Wallis WIWA lanciert, um die Zuwanderung der auswärtigen Fachkräfte zu begleiten und gute Rahmenbedingungen für ein Leben im Oberwallis zu schaffen.

Gemeinsam wollen sie genügend Wohnraum, Betreuungs-, Ausbildungs- und Mobilitätsangebote schaffen. Die Fachkräfte sollen ins Vereinsleben integriert werden und die Industrie soll auch mit dem Tourismus verbunden werden. Das Ziel ist, die auswärtigen Fachkräfte auch für das Standortmarketing zu nutzen.

Die Lonza ist nicht die einzige Firma, die ins Oberwallis investiert. Die Werkzeugherstellerin Bosch/Scintilla baut ihr Werk in St. Niklaus aus, die Matterhorn Gotthard Bahn realisiert millionenschwere Infrastrukturprojekte, in Brig entsteht ein neues Spitalzentrum. Marc Franzen rechnet, dass deswegen zusätzliche 4000 Fachkräfte benötigt werden. Diese bringen auch ihre Familien mit, weshalb bis zu 10'000 Personen zusätzlich in die Region kommen könnten, so die Schätzung.

Bereits jetzt gibt es im Wallis nur wenige Arbeitslose. Die Quote lag letzten Monat bei rekordtiefen 1 Prozent – die nationale Quote liegt bei 3.4 Prozent. Daran dürfte sich kaum etwas ändern: Die Prognose zeigt, dass das Bruttoinlandprodukt in diesem Jahr um 3.7 Prozent wachsen wird: «Das ist eindrücklich. Ein solches Wachstum im Jahr der Pandemie ist nicht selbstverständlich», sagt Franzen.

Herausforderungen für Gemeinden

Wenn die Wirtschaft so stark wächst, müssen auch die Gemeinden mitwachsen. Sie sind gefordert, genügend Wohnraum und Kinderbetreuungs-Angebote bereitzustellen. Auch das Gesundheitswesen und die Mobilitätsangebote muss man ausbauen. «Die Herausforderungen sind enorm. Es gibt sehr viel Druck auf das System», gibt Franzen zu.

Video
Aus dem Archiv: Visper Erfolgsstory – Lonza stellt Stadt auf Kopf
Aus Tagesschau vom 27.01.2021.
abspielen

In den letzten drei Jahren sei aber schon viel gegangen. 10'000 Leute aus der restlichen Schweiz und aus dem Ausland seien bereits ins Oberwallis gekommen. Diese Menschen fühlten sich wohl, meint Franzen: «Bei einer Umfrage sagten drei von vier, sie könnten sich vorstellen, hier sesshaft zu werden.»

Das konservative Wallis

Tausende neue Leute zu integrieren, ist aber auch eine Herausforderung für die Einheimischen – gilt das Wallis doch als eher konservativ. Bisher habe es gut funktioniert, sagt Franzen: «Das Wallis als Tourismusregion ist sich diese Vielfalt gewohnt und begrüsst immer wieder Leute aus der ganzen Welt.» Klar könne es schwierige Momente geben, aber: «Das ist eine grossartige Chance, die müssen wir mit allen Konsequenzen nutzen.»

Dieser Wandel war nötig für die Region.
Autor: Marc FranzenLeiter Regionalentwicklungsprojekt WIWA

Das Regionalentwicklungsprojekt von Marc Franzen arbeite auch daran, diesen «Willkommensmoment» zu zelebrieren und die Auswärtigen schnell in Vereine zu integrieren. Corona habe dies derzeit ausgebremst.

Im Wallis hört man tatsächlich kaum kritische Stimmen, obwohl diese normalerweise laut sind, wenn es so rasant vorwärts geht. Die Walliserinnen und Walliser wüssten, dass ein solcher Boom nicht selbstverständlich ist, sagt Franzen. «Dieser Wandel war nötig für die Region und die Leute sind motiviert zu sehen, was noch passiert.»

SRF Nachrichten, 29.04.2021, 09.00 Uhr + Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 17:30 Uhr;

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

7 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Manuela Fitzi  (Mano)
    Wann lesen wir endlich, endlich das Profil dieser gesuchten "Fachleute" auf SRF online? Ich kenne Laboranten nämlich, die ausbildungstechnisch nix mit dem Metier zu tun haben, ehem. Kindergärtnerinnen, Büroangestellte - alle vom Ausland rekrutiert, schon vor ca. 10J, da die Stellenbesetzung damals schon kritisch war. Hat denn die Schweiz nix dazu gelernt? Existieren immer noch nicht entsprechende Lehrgänge/Unifakultäten? Was müssen denn diese "Auserwählten, Heissbegehrten" können?
  • Kommentar von Samuel Müller  (Samuel Müller)
    Diese „Fachleute“ dagen uns ja eine düstere Zukunft voraus!
  • Kommentar von Gandolf Rappe  (Lokker)
    Als neuer Mitarbeiter bei Lonza muss ich kritisieren wie überaus verantwortungslos dieses Unternehmen agiert.
    Es werden Leute in Massen aus ganz Europa eingestellt ohne vorher für den benötigten Wohnraum zu sorgen.

    Was hat sich Lonza nur dabei gedacht? Das gute Gehalt hilft einem auch nicht weiter wenn man kein Dach über dem Kopf hat.
    1. Antwort von Erich Singer  (Mairegen)
      Normalerweise ist immer noch der "neue Mitarbeiter" zuständig für die Wohnungssuche. So selbständig sollte man schon sein. Etwas seltsam das sie über die Verantwortungslosigkeit ihrer neuen Firma jetzt schon ausrufen. Kommt vielleicht nicht so gut heraus.......