Zum Inhalt springen

Header

Navigation

Legende: Video Merkel: «Der Glaube an ein stabilen internationalen Finanzsektor hat sehr gelitten» abspielen. Laufzeit 00:38 Minuten.
Aus News-Clip vom 23.01.2019.
Inhalt

Merkel-Rede am WEF Für Zusammenarbeit, gegen Abschottung

Die deutsche Bundeskanzlerin stand am WEF für ein geeintes Europa ein. Einzelgänge seien nicht zielführend.

Durch die Abwesenheit von Donald Trump, Emmanuel Macron und Theresa May sind am WEF besonders viele Augen auf Angela Merkel gerichtet. In ihrer Rede vor dem Plenum betonte die deutsche Bundeskanzlerin die Wichtigkeit «multilateraler Systeme».

Viele der heutigen Institutionen stammten aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Das liege nun 74 Jahre zurück – «fast ein ganzes Menschenleben», rechnete die Kanzlerin. Sie sei von den damaligen Schlussfolgerungen aber noch immer überzeugt. «Wir müssen aufpassen, dass die Errungenschaften von damals heute nicht einfach weggewischt werden.»

Wir sollten nationale Interessen jeweils so verstehen, dass wir die Interessen der anderen mitdenken.
Autor: Angela MerkelBundeskanzlerin Deutschland

Es gebe Stimmen, die meinten, wenn jeder auf sich schaue, gehe es allen gut. Diesen Schluss bezweifle sie. «Wir sollten nationale Interessen jeweils so verstehen, dass wir die Interessen der anderen mitdenken», sagte Merkel.

Handlungsbedarf sieht etwa im digitalen Bereich. Es gebe nach wie vor viele offene Fragen, etwa im Umgang mit Daten und dem Eigentum daran. Hier gelte es, einen Weg zwischen den beiden Polen USA und China zu finden, wo Unternehmen private Daten kaum herausrücken bzw. Datenschutz gar keinen Stellenwert habe.

Nach ihrer Rede vor dem Plenum tauscht sich Merkel mit Wirtschaftsvertretern zum Thema Künstliche Intelligenz aus. Am Abend steht zudem eine Veranstaltung zum Thema Europa auf ihrem Programm.

Merkel für weitere Freihandelsabkommen

Die Bühne des WEF gebe Merkel Gelegenheit, ihre Vorstellung eines geeinten Europas vor der Weltpresse zu betonen, sagte SRF-Deutschland-Korrespondentin Bettina Ramseier bereits vor Merkels Rede. Nach ihrer Rücktrittsankündigung könne die Kanzlerin kämpferisch auftreten – ohne Rücksicht auf eine anstehende Wiederwahl. Merkel stehe mehr denn je für Zusammenhalt statt Nationalismus und demokratische Grundwerte statt Populismus, sagt Ramseier.

Das machte die Kanzlerin auch in ihrer Rede klar. «Wir haben populistische Herausforderungen und nationalistische Kräfte. Dagegen müssen wir antreten.» Sie habe sich immer für Freihandel stark gemacht und setze sich für weitere Abkommen ein.

Afrika auf der Agenda

Auch am Donnerstag hat die deutsche Bundeskanzlerin in Davos mehrere Termine. So wird sie sich mit weiblichen Führungskräften internationaler Unternehmen austauschen und danach Gespräche mit hochrangigen Vertretern aus Politik, Wirtschaft und internationalen Organisationen zum Thema Afrika führen.

Legende: Video Merkel: «Nur ein Teil der Bevölkerung ist Meinungsmacher» abspielen. Laufzeit 00:46 Minuten.
Aus News-Clip vom 23.01.2019.

Afrika hat die Kanzlerin auch in ihrer Rede vor dem Plenum angesprochen. Die Länder des grossen Kontinents arbeiteten gut zusammen, die Beziehungen würden laufend gestärkt.

Das Thema Afrika stehe im Zusammenhang mit Merkels Europapolitik, sagt Korrespondentin Ramseier. «Die Flüchtlingsfrage ist nicht ohne Afrika zu klären. Und ebendiese Frage ist es, die Europa am meisten spaltet.». Merkel schlägt am WEF also den Bogen zwischen Digitalisierung, Migration und den daraus folgenden Konsequenzen für Europa. Den Bogen zwischen Ursache und Wirkung. «Ein Allheilmittel allerdings kann auch eine Angela Merkel nicht präsentieren», sagt die SRF-Korrespondentin.

Schliessen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

37 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von A. Keller  (eyko)
    Wer gibt den Ton in der EU an - Deutschland und Frankreich. Alles muss nach deren Vorstellungen ablaufen. Sie wollen alle beherrschen. Die EU trifft viele Entscheidungen zu Gunsten Deutschlands. Die anderen Mitgliedstaaten nicken immer brav ab. Wo bleibt ihre Meinung. Zu sehr abhängig, durch den EU-Geldtopf. Blauäuig! Es gibt immer mehr unzufriedene Mitglieder in diesem Verein.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von A. Keller  (eyko)
    Der Aachener Vertrag zielt im Kern auf eine Intensivierung der deutsch-französischen Militärkooperation bis hin zu gemeinsamen Interventionen. Die von der BR mit auf den Weg gebrachte Vereinbarung ist ein Hauptgewinn für die deutsche Waffenindustrie: Mit dem Vertrag sollen über neue binationale Rüstungsprojekte die ohnehin schwammigen deutschen Rüstungsexportrichtlinien endgültig ausgehebelt werden. Exporte gerade an autokratische Regime wie Saudi-Arabien zu schaffen versucht.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Jürg Häusermann  (Ebenda)
    Frau Merkel hat immens von den Hartz IV -Reformen ihres Vorgängers, Schröder, profitiert. Mit dem damit einhergehendem, wirtschaftlichen Aufschwung sind viele Kritiker kleinlaut geworden. Und Merkel hat sich zunehmend in die Mitte oder sogar nach Links bewegt und damit die SPD/Opposition lahmgelegt. Herausragende Leistungen sind mir keine bekannt. Vielmehr trägt sie grosse Verantwortung an der Spaltung in der EU.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen