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Credit Suisse verdoppelt Rückstellungen
Aus Tagesschau vom 23.04.2020.
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Milliarden für Unternehmen Mehrere hundert Firmen beantragen grosse Notkredite

Nicht nur kleine Firmen leiden. Auch grössere sehen sich mit Liquiditätsengpässen konfrontiert und beantragen Nothilfe.

Die Nachfrage nach Covid-Notkrediten über 500'000 Franken steigt. Das bestätigen die beiden Grossbanken UBS und Credit Suisse, bei denen praktisch sämtliche solche Gesuche gestellt werden. Für diese grossen Kredite kommen nur Firmen infrage, die letztes Jahr über 5 Millionen Franken Umsatz gemacht haben.

Gesuche aus unterschiedlichsten Branchen

Seit der Notverordnung des Bundesrats vor gut einem Monat hat allein die UBS 250 Anträge für grössere Covid-Kredite erhalten. 33 von ihnen habe sie bisher bewilligt. Das Kreditvolumen belaufe sich dabei auf über 100 Millionen Franken, heisst es auf Anfrage.

Deutlich mehr aufs Gaspedal drückt die Credit Suisse. Sie hat laut eigenen Angaben bereits 90 grosse Covid-Kredite im Gesamtumfang von 300 Millionen Franken vergeben. Beide Banken sagen, dass Firmen aus unterschiedlichsten Branchen um Kredit ersucht hätten.

Banken kennen die Not-Kreditnehmer gut

Typischerweise hatten die Banken bereits vor der Krise eine Kredit-Beziehung mit diesen Firmen. Trotzdem bedarf es bei solch grossen Krediten einer sorgfältigen Prüfung.

Anders als bei den kleineren Covid-Krediten bis maximal 500'000 Franken tragen die Banken hier einen Teil des Ausfallrisikos. Der Bund bürgt «nur» für 85 Prozent, die kreditvergebende Bank für die restlichen 15 Prozent des Betrages.

Sorgfältige Prüfung unerlässlich

Die Credit Suisse positioniert sich als unkomplizierte Partnerin ihrer Firmenkunden. Man wolle schnell helfen, sagt ein Mediensprecher. Dennoch würden Kredite nicht leichtsinnig vergeben. Die Gesuchsteller müssten detailliert Auskunft über ihr Geschäftsmodell und ihr Management geben. Und sie müssten in verschiedenen Szenarien aufzeigen, wie es künftig mit ihnen weitergeht. Diese Prüfung nehme im Schnitt eine Woche in Anspruch.

Die UBS, die bei der Kreditvergabe etwas langsamer unterwegs ist, betont die Wichtigkeit einer sorgfältigen Prüfung: «Im Sinne der Eidgenossenschaft ist es wichtig, jeden Fall einzeln anzuschauen, was etwas Zeit braucht», sagt eine UBS-Sprecherin. Ausserdem hätten die Firmen, die einen grossen Kredit beantragen, bereits den kleinen Kredit von maximal 500'000 Franken erhalten. Es laufe niemand Gefahr, zu spät Hilfe zu bekommen.

Übrige Banken vergeben kaum grosse Kredite

Neben der UBS und der CS sind die Finanzhäuser eher selten mit grossen Kredit-Gesuchen konfrontiert. Die Zürcher Kantonalbank etwa hat bisher gerade mal einen einzigen solchen Kredit mit einer Teilbürgschaft des Bundes vergeben. Dazu kämen zwei mit Kantonsgarantie, heisst es bei der ZKB. Ähnlich sieht es bei den übrigen Kantonal- und Regionalbanken aus.

Rendez-vous vom 23.4.2020, 12.30 Uhr

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20 Kommentare

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  • Kommentar von Stefan Gisler  (Stefan Gisler)
    Ich bin dann mal gespannt...
    Ob diese Firmen für das 2020 wieder grosse Boni an die Manager bezahlen....Vermutung ja und dann unverschämt.
    2. Ob man diese finanziellen Hilfen in den nächsten Jahren 1:1 zurück bezahlt, dann wenn die Gewinne wieder steigen.
    3. Ob Aktionäre auch mal in solchen Zeiten für die Unternehmungen einstehen und die Dividenden im Unternehmen bleiben und investiert weden...
    Vermutlich 3 x NEIN, die Zeit wird es zeigen...
  • Kommentar von Alex Kramer  (Kaspar)
    jetzt wird erst mal kassiert, dann saniert, dann die Rechnung frisiert, die Boni ausgeschüttet und wenn es ab einem Jahr an die Verzinsung geht, werden Bereiche oder gleich ganz zugemacht. Da dies eine "flache Kurve" erzeugt, wird sich der Bürge(r) des unbedingten Glaubens ein weiteres Mal übertölpen lassen, angesichts der versammelten Kompetenz in Sachen Krisenvorsorge, -bewältigung unter der Anleitung einer sich ständig widersprechenden und korrigierenden "Wissen"schaft.
    Wir haben fertig.
    1. Antwort von Urs Fries  (Stickel)
      Dumm, polemisch und der Situation völlig unangemessen. Fertig.
  • Kommentar von Benedikt Jorns  (Benedikt Jorns)
    Entscheidend wird sein, wie stark unsere Unternehmen nach der Corona-Krise in den Startlöchern sind. Ist der landesweite Beschäftigungsgrad noch genügend hoch? Sind die Verschuldungen nicht allzu schlimm? Sind die wirtschaftlichen Beziehungen intakt? Ist der Wechselkurs zum Euro für den Export tragbar? Wir wissen es zurzeit noch nicht!
    1. Antwort von Benedikt Jorns  (Benedikt Jorns)
      Die Regierungen können zwar finanzielle Hilfe versprechen, doch nur die Notenbanken sind imstande, das erforderliche Geld hinzublättern. Dabei ist für die stark vom Ausland abhängige Schweiz der sich ergebende Wechselkurs zum Euro von grosser Bedeutung. Unsere Nationalbank muss soviel Geld "drucken", dass der Eurokurs nicht wie bisher weiterhin sinkt. Schon heute liegt dieser bei 1,05 Fr. so tief wie noch nie und er hat ganz deutlich erkennbar und leider auch nicht überraschend sinkende Tendenz.