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UPC dreht den Spiess um und will nun Sunrise übernehmen
Aus HeuteMorgen vom 12.08.2020.
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Milliardendeal UPC-Besitzerin Liberty Global will Sunrise kaufen

  • Die UPC-Besitzerin Liberty Global will Sunrise kaufen.
  • Der Deal hat einen Wert von 6,8 Milliarden Franken, wie Sunrise am Mittwoch in einem Communiqué bekannt gab.

Liberty Global biete 110 Franken pro Sunrise-Aktie. Das sind 32 Prozent mehr als im Durchschnitt der letzten 60 Tage. Sunrise-Grossaktionärin Freenet habe sich verpflichtet, ihre gesamte Beteiligung an Sunrise von gut 24 Prozent anzudienen. Sunrise soll nach der Übernahme von der Schweizer Börse SIX dekotiert werden.

Neuer Anlauf

Damit ist ein Stolperstein ausgeräumt: Freenet hatte im vergangenen Jahr die geplante Übernahme von UPC durch Sunrise platzen lassen. Nun findet die Hochzeit doch statt, einfach umgekehrt.

Milliardendeal verleiht Aktien Aufschwung

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Mit einem Aufschlag von 5.8 Prozent liegen die Aktien des deutschen Telekommunikationsunternehmens Freenet im vorbörslichen Handel an der Spitze des deutschen Aktienindexes MDax. Der Mobilfunkanbieter hat dank neuer Kunden den Umsatz in der ersten Jahreshälfte gesteigert.

Zudem verleit der Milliardendeal zwischen Liberty und Sunrise dem Telekommunikationsunternehmen Freenet Aufschwung. Der US-Kabelnetzbetreiber Liberty bietet 6.3 Milliarden Euro für die Nummer zwei auf dem Schweizer Telekom-Markt, Sunrise, an dem Freenet als Grossaktionär beteiligt ist.

Je Aktie entspricht die Offerte einem Aufschlag von 32 Prozent gegenüber dem Durchschnittskurs der vergangenen 60 Börsentage. Freenet hat bereits zugesagt, sein Sunrise-Paket von etwa 24 Prozent zu verkaufen.

Mit dem Zusammenschluss entstehe ein grösserer Konkurrent für Branchenprimus Swisscom, heisst es. Das kombinierte Unternehmen werde gut positioniert sein, um den Ausbau der Netzinfrastruktur der nächsten Generation, einschliesslich 5G und zukünftiger Technologien, fortzusetzen. Bis im nächsten Jahr sollen 90 Prozent der Schweizer Haushalte mit Internet von bis zu 1 Gigabit pro Sekunde (Gbit/s) versorgt werden. Es sei das Ziel, die Geschwindigkeit im Laufe der Zeit bis zu 10 Gbit/s zu erhöhen.

Einschätzung von Wirtschaftsredaktor Philip Meyer

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Die Fusion von Sunrise und UPC Schweiz ist sinnvoll. Das wäre sie schon in der ersten Runde gewesen. Nun hat Grossaktionär Freenet den Weg frei gemacht, weil für die deutsche Firma der Preis nun offenbar stimmte.

Die UPC Schweiz wäre allein kaum mehr richtig auf die Füsse gekommen und einen anderen Käufer hätte Liberty Global vermutlich nicht gefunden. Denn die UPC Schweiz war mit all ihren Problemen keine attraktive Braut. Diese Flucht nach vorne ist zwar teuer für den britisch-amerikanischen Telekom-Konzern, kann sich aber langfristig lohnen, wenn man sich als starke Nummer 2 gegenüber der Swisscom positionieren kann.

Hilfreich ist dabei sicher auch das kürzlich von Sunrise geschlossene Joint-Venture mit der kleineren Salt zum Ausbau des Glasfasernetzes. Wenn die Wettbewerbskommission dem Zusammenschluss nicht im Weg steht, könnte dem Fast-Monopolisten Swisscom zum ersten Mal seit dessen Teil-Privatisierung sowohl im Festnetz als auch im Mobilfunk eine starke Konkurrenz erwachsen.

SRF 4 News, 12.08.2020 / 07:30 Uhr;

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17 Kommentare

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  • Kommentar von Michael Heldner  (Nephellim)
    Ich bin mehr als Skeptisch, klingt als profitiert hier freenet. Der Endverbraucher wird in die Röhre schauen und vermutlich sogar Bestandsrabatte verlieren. Ein Beispiel, wer es geschickt anstellt, hat bisher ulimitiert mobil EU und 1GBit zu hause bei Sunrise für 90CHF (lebenslang 50% rabatt) bekommen, die gleiche Leistung gibt's bei Swisscom für preiswerte 385CHF/mon und bei UPC für 178CHF angeboten (Rabatte welche nur 12-24 Monate gelten wurden aussenvor gelassen)
  • Kommentar von Robert Frei  (RFrei)
    Freenet kassiert und haut ab ohne etwas geleistet zu haben, und wir die Kunden müssen die Rechnung bezahlen. Komme mir richtig dumm vor, wenn ich fürs Geld arbeiten muss.
  • Kommentar von Hermann Zumstein  (Mänu49)
    Vom vehassten Staatsmonopol zum privaten Abzockmonopol und vielleicht dann zurück.
    1. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Hermann Zumstein: Wen meinen Sie damit? Cablecom war nie staatlich.