Zum Inhalt springen

Header

Navigation

Legende: Video «Es wird zu stark auf die Lohnbremse getreten» abspielen. Laufzeit 01:06 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 18.12.2018.
Inhalt

Mit Lohnerhöhung unzufrieden Travail Suisse sieht den Teuerungsausgleich in Gefahr

  • Der Gewerkschafts-Dachverband Travail Suisse hatte 2 Prozent mehr Lohn gefordert.
  • Die Arbeitgeber hatten aber je nach Branche nur zwischen 0.5 und 1.5 Prozent zugesichert.
  • Das sei zu wenig, findet Travail Suisse. Die Teuerung würde diese Erhöhung gleich wieder zunichte machen.

Travail Suisse weist darauf hin, dass die Wirtschaft in der Schweiz in den letzten drei Jahren um 6 Prozent gewachsen sei. Die Arbeitnehmer hätten von dieser Entwicklung aber kaum profitiert. So würden Lohnerhöhungen immer häufiger nur individuell gewährt. Dass die Teuerung automatisch ausgeglichen werde, sei nicht mehr üblich.

Was ist der Verband Travail Suisse?

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

In Travail Suisse sind zehn Verbände zusammengeschlossen, z. B. die Gewerkschaft Syna, die Hotel & Gastro Union und Transfair (Personalverband für die Branchen ÖV, öffentliche Verwaltung, Communication und Post/Logistik). Travail Suisse vertritt rund 150'000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Der Dachverband ging 2003 aus dem Zusammenschluss des Christlichnationalen Gewerkschaftsbundes und der Vereinigung schweizerischer Angestelltenverbände hervor. Präsident ist der Berner SP-Politiker Adrian Wüthrich.

Auch die steigenden Kosten für die Prämien der Krankenkasse würden den Reallohn reduzieren, schreibt Travail Suisse in einer Mitteilung. Der Verband wünscht sich eine Rückkehr zum Lohngefüge, wie es noch vor 10 Jahren existiert hatte. Damals wurden Lohnerhöhungen zu zwei Dritteln generell gewährt. Und nur ein Drittel wurde für individuelle Lohnerhöhungen ausgeschüttet. Der Dachverband sieht aber auch Positives: Es sei gelungen, in der Putzbranche und bei den Coiffeusen die Mindestlöhne zu erhöhen.

Rückgang oder Boom?

Für das Jahr 2019 rechnen Experten mit einer wirtschaftlichen Trübung. So geht das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) davon aus, dass die Wirtschaft in der Schweiz um 1.5 Prozent wachsen wird. Ursprünglich hatte das Seco mit 2 Prozent gerechnet. Und die Konjunkturforschungsstelle der ETH korrigierte ihre Wachstums-Prognose von 1.7 auf 1.6 Prozent. Travail Suisse hingegen spricht davon, die Wirtschaft stehe «mitten in einer Boomphase». Für das laufende Jahr rechnet der Verband mit einem Wachstum von 2.9 Prozent.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

3 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Der Markt regelt alles -das war doch der Schlachtruf der Neoliberalen, nun schon seit mehreren Jahrzehnten - das Ergebnis ist bekannt, die Reichen werden reicher , der normale Büezer zum Sklaven bis 50 degradiert - dann mutiert er zum Ausgesteuerten und Sozialhilfe - Bezüger - Frankreich zeigt deutlich, dass diese Politik in den Chaos und in Unruhen führt. Will man das bei unseren Unternehmern auch ? Die politische Stabilität wird in jedem Staat nur durch faire Löhne erhalten .
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Jürg Häusermann (Ebenda)
    Wirtschaftswachstum ist insgesamt, nicht pro Kopf. Wenn für dieses Wachstum mehr Leute eingesetzt werden müssen, reicht es nicht für eine gleiche Erhöhung. Hauptproblem für weitergehende Erhöhungen ist die seit vielen Jahren praktisch nichg mehr wachsende Produktivität, in allen westlichen Ländern.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Charles Dupond (Egalite)
    Schon vor der Keulung der altfeudalen PFZ 1918 sanken die Realloehne wegen der Verweigerung des Teuerungsausgleichs gar bis auf die Haelfte. Mit der neofeudalen EU-PFZ sinken wegen dem Angebotsueberhang die Realloehne zwangsleufig wieder. Die GAV-Mindestloehne sind zu Maximalloehnen fuer Spitzenkraefte mutiert. "Normale" Arbeiter finden etweder gar keine Stelle mehr, oder nur noch eine legal, scheinlegal oder illegal unter den Mindestlohn getrickste....
    Ablehnen den Kommentar ablehnen