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Impfstoff-Verteilkampf in der Coronakrise
Aus Tagesschau vom 05.08.2020.
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Möglicher Vertrag mit Moderna Impfdeals mit Nebenwirkungen

Die Schweiz will bei der Firma Moderna einen möglichen Corona-Impfstoff für die Schweizer Bevölkerung reservieren. Doch solche bilateralen Deals gefährden die Pläne für die internationale Verteilung eines Impfstoffs.

Pascal Strupler, Direktor des Bundesamts für Gesundheit (BAG), verkündete am Dienstagabend in der SRF-Sendung «Club», die Schweiz stehe kurz vor Vertragsabschluss mit der Firma Moderna. Deren Impfstoff, der im Moment die letzte Testphase vor der Zulassung durchläuft, gilt als einer der aussichtsreichsten Kandidaten gegen SARS-CoV-2. Ein Vertrag mit Moderna könnte es der Schweiz ermöglichen, die Impfung vor anderen Ländern einzusetzen.

Das Schweizer Vorgehen in der Impfstoffbeschaffung folgt einem internationalen Trend: Die USA haben sich in verschiedenen bilateralen Verträgen mit Pharmafirmen mehrere hundert Millionen Dosen an möglichen Impfstoffen gesichert. Auch Grossbritannien, Deutschland, Frankreich oder Italien haben mit grossen Pharmafirmen Verträge für Vorkaufsrechte abgeschlossen.

Impfnationalismus statt Kooperation

Noch vor wenigen Monaten gelobten viele reiche Länder, darunter die Schweiz, sich an der sogenannten Covax-Initiative zu beteiligen, die eine faire Verteilung eines Impfstoffs vorsieht. Die Devise der Initiative: wenn alle zusammenspannen, können sowohl reiche Länder wie Entwicklungsländer schnell mit einem zugelassenen Impfstoff versorgt werden und ihre besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen rasch versorgen.

Es ist ein Nullsummenspiel. Je mehr Länder Vorzugsverträge abschliessen, desto weniger Impfstoff ist für den Rest der Welt vorhanden.
Autor: Suerie MoonLeiterin des Global Health Center in Genf

Die nun immer zahlreicher werdenden exklusiven Verträge zwischen einzelnen Ländern und Pharmafirmen gefährden diese Pläne, so Suerie Moon, Leiterin des Global Health Center in Genf. «Es ist ein Nullsummenspiel. Je mehr Länder mit Firmen Vorzugsverträge abschliessen, desto weniger Impfstoff ist für den Rest der Welt vorhanden», gibt sie zu bedenken. Bisher hat die Schweiz die internationalen Bemühungen zur Zusammenarbeit bei der Impfstoffverteilung stark unterstützt. Ihr Verhalten hat deshalb durchaus auch Vorbildcharakter.

«Entmutigendes Signal»

Wie die Schweiz kämen auch andere Länder unter Druck, sich nicht mehr auf die internationale Kooperation zu verlassen und stattdessen direkt mit Pharmafirmen zu verhandeln, glaubt Moon. «Das ist ein entmutigendes Signal», sagt sie.

Nicht viel optimistischer klingt es bei Patrick Mathys, Leiter Krisenbewältigung und internationale Zusammenarbeit beim BAG. Die Schweiz könne sich aufgrund ihrer Möglichkeiten im Rennen um einen Impfstoff gut positionieren, sagte er heute. «Dass die Impfstoffverteilung am Schluss nicht vollständig gerecht ist, davon müssen wir leider ausgehen», fügte er an.

Tagesschau, 5.8.2020, 19.30 Uhr

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62 Kommentare

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  • Kommentar von Beat Frischknecht  (Linus)
    Ich bin bereits geimpft.denn die BAG statistiken zeigen dass die saisongrippe sogar gefährlicher ist als die 35 jährige coronagruppe.keine panik wer die grippe 2017 überstanden hat muss sich nicht impfen.siehe statistik BAG.admin.ch
  • Kommentar von Eva Werle  (Wishbone Ash)
    Hervorragender Beitrag zum Thema:
    https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast4684.html
  • Kommentar von Eva Werle  (Wishbone Ash)
    Ich bin sehr dafür dass alle Menschen den Schutz bekommen, den sie brauchen:
    Wer also Angst vor Impffolgen hat, sollte keinem Impfzwang ausgesetzt werden, solange diejenigen auch bereit sind, ihre Mitmenschen, die Angst vor Covid19 haben, vor Infektion zu schützen und Maske tragen.
    Wer also seine Mitmenschen durch das Tragen einer Maske vor einer schweren Erkrankung schützt, der sollte auch vor Impffolgen geschützt werden und keiner Impfpflicht unterliegen.
    1. Antwort von Eva Werle  (Wishbone Ash)
      Dieser Kommentar richtet sich natürlich an die Menschen, die wollen, dass ihre Angst vorm Impfen respektiert wird, aber die Angst ihrer Mitmenschen vor Covid19 nicht respektieren wollen.