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KOF-Studie: Ausländer werden am Arbeitsmarkt diskriminiert
Aus Tagesschau vom 20.01.2021.
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Neue ETH-Studie Herkunft und Geschlecht: Wie an Stellenbörsen diskriminiert wird

Die Herkunft und das Geschlecht beeinflussen die Chance auf eine Anstellung. Das beweisen Forschende der ETH Zürich.

Auch wenn die Jobsuchenden identische Merkmale aufweisen: Schweizerinnen und Schweizer sind im Auswahlprozess für Bewerbungsgespräche im klaren Vorteil gegenüber Ausländerinnen und Ausländern. Das beweist eine neue Studie der Konjunkturforschungsstelle (KOF) der ETH Zürich, Link öffnet in einem neuen Fenster. Es gibt jedoch grosse Unterschiede in Bezug auf die Herkunftsregion. So sind Leute mit einer Nationalität aus Nordeuropa zum Beispiel in einem deutlich geringeren Nachteil als Leute aus Asien, Afrika oder dem Balkan.

Spannend dabei ist, dass Diskriminierung besonders am Mittag oder kurz vor Feierabend stärker ausgeprägt ist, da Rekrutierende dann besonders schnell über die Stellenprofile schauen.

Daniel Kopp, Co-Autor der Studie, sieht dafür folgenden Erklärungsansatz: «Rekrutierende sind zu diesen Zeiten gestresster, haben vielleicht Hunger. In solchen Momenten greifen sie eher auf das Bauchgefühl zurück und sind damit anfälliger für Diskriminierung.»

Vor dem Mittag und am Abend greifen Rekrutierende eher auf das Bauchgefühl zurück und sind damit anfälliger für Diskriminierung.
Autor: Daniel KoppCo-Autor der Studie

Geschlecht beeinflusst die Chance auf eine Anstellung

Auch geschlechterspezifische Stereotypen spielen eine starke Rolle beim Anstellungsprozess. Frauen haben demnach in typischen Männerberufen wie Handwerks- oder Bauberufen eine um sieben Prozent geringere Wahrscheinlichkeit in die engere Auswahl zu gelangen als gleichqualifizierte Männer.

Umgekehrt präsentiert sich ein ähnliches Bild. Männer haben es sogar noch etwas schwerer in einem typischen Frauenberuf angestellt zu werden. Sie werden zu 13 Prozent weniger für Stellen, etwa im Gesundheits- oder Sozialwesen, in Betracht gezogen.

Sensibilisierung von Führungspersonen

Nicole Stucki ist Präsidentin des Verbandes HR Swiss und sieht die wichtigste Massnahme gegen die Arbeitsmarktdiskriminierung in der Sensibilisierung und Schulung von Führungspersonen: «Bewährt haben sich auch Coaching-Tandems, wo der Austausch zwischen diversen Personen gefördert wird. So sollen die Leute Freude an dieser Diversität gewinnen.»

Vollständig anonymisierte Bewerbungen könnten diese Hürden beseitigen. Doch für die Rekrutierungsexpertin ist es fraglich, ob diese Fuss fassen werden: «Obwohl die Forschung gute Resultate dazu präsentiert, ist die Art der anonymisierten Bewerbungen in der Schweiz unüblich und daher sicher kurzfristig nicht umsetzbar.»

Eckdaten zur Studie

Die Onlineplattform Job-Room wird vom Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) betrieben und enthält rund 150'000 Profile von Stellensuchenden. Zur Berechnung der Arbeitsmarktdiskriminierung haben die Forschenden zwischen März und Dezember 2017 drei Millionen Klicks von Rekrutierenden auf die Bewerbungen analysiert. Die grosse Fülle an Daten erlaubte es, daraus die Präferenzen in Bezug auf die Merkmale abzulesen.

SRF 4 News, 20.10.2020, 17 Uhr

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22 Kommentare

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  • Kommentar von Ivano Boesch  (iboesch)
    Ich finde es nachdenklich und primitiv, dass in der heutigen Zeit vieles so pauschal auf Diskriminierung abgewälzt wird. Wenn wir ehrlich sind ist es doch nachvollziebar dass bei gleicher Qualifikation der oder die SchweizerIn bevorzugt wird. Das ist in allen anderen Ländern auf dieser Welt auch so...
  • Kommentar von Richard Meier  (meierschweiz)
    Ich wundere mich, womit man sich inzwischen an der ETH (= Eidgenössische Technische Hochschule) befasst. Wo ist hier der Bezug zur Technik?
  • Kommentar von Damian Derungs  (Domino)
    Und wieder wird der persönliche eindruck vernachlässigt. Vlt sollte man sich mal fragen, warum dies so ist. Diskriminierung schreien ist einfach. Man darf nicht nur die qualifikationen berücksichtigen. Gehaltswünsche, sympathie und oersönlicher eindruck sind mindestens so entscheidend. Was bringt ein top qualifizierter mitarbeiter, der unfreundlich ist, weder ins team passt noch in einem arbeiten kann? Nur probleme