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Neuregistrierungen in der EU Auf der Überholspur: Dreimal mehr Elektroautos frisch zugelassen

  • Bei den Neuzulassungen hat sich der Anteil an reinen Elektroautos in der EU innerhalb eines Jahres verdoppelt.
  • Gleichzeitig ist der Marktanteil bei Benzinern und Dieselfahrzeugen gesunken – zusammen kamen diese Antriebsformen im zweiten Quartal noch auf etwa 62 Prozent, teilt der europäische Automobilherstellerverband ACEA mit.
  • Zunehmend gefragt sind Hybridautos, die den grössten Teil alternativ betriebener Antriebe in der EU ausmachen – ihr Anteil unter den Neuzulassungen beträgt mittlerweile knapp 20 Prozent.
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Aus dem Archiv: Rekordverkäufe von Elektroautos in der Schweiz
Aus Tagesschau vom 03.07.2021.
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Der europäische Automarkt erholt sich weiter von der Coronakrise. Unabhängig von der Antriebsform sind zwischen April und Ende Juni dieses Jahres die Neuzulassungen gestiegen – im Vergleich zum pandemiebedingt schwachen Vorjahresquartal.

Batterieantrieb wird immer beliebter

Was auffällt: Die Zahl der alternativen Antriebe zieht unter den Neuzulassungen deutlich schneller an. Fuhren im zweiten Quartal 2020 europaweit noch 3.5 Prozent der neu zugelassenen Autos mit Strom, sind es heuer bereits 7.5 Prozent.

Gesucht: Batteriefabriken für Elektroautos

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Legende: Die Batteriefabrik von Northvolt im schwedischen Skelleftea. Reuters

Der schwedische Batteriehersteller Northvolt erwartet durch den Boom bei E-Autos einen immens wachsenden Bedarf an Batteriezellen. «Ich denke, bis 2030 werden wir möglicherweise eine Gesamtkapazität von 3000 Gigawattstunden weltweit benötigen. Allein in Europa könnten dann mehr als 800, vielleicht 1000 Gigawattstunden notwendig sein», sagte Firmenchef Peter Carlsson der Branchenzeitung «Automobilwoche». «Das heisst, wir brauchen 15, vielleicht 20 wirklich grosse Fabriken in Europa.»
Der Aufbau einer Produktion für Autobatterien mit einer elektrischen Gesamtenergie von einer Gigawattstunde koste heute rund 100 Millionen US-Dollar. Carlsson: «Wenn man das auf 1000 Gigawattstunden hochrechnet, sind das richtig grosse Investitionen.»


Batteriefabrik sichert sich 2.75 Milliarden US-Dollar


In der jüngsten Finanzierungsrunde hat sich Northvolt laut Firmenchef 2.75 Milliarden US-Dollar beschafft. Ende Jahr will das Unternehmen die Produktion der ersten acht Gigawattstunden in Betrieb nehmen, 2022 sollen dann weitere acht Gigawattstunden folgen. Bis Anfang 2025 soll die Produktion auf 60 Gigawattstunden erhöht werden, genug für 800'000 bis eine Million Fahrzeuge.


Die Neuregistrierungen von rein batteriebetriebenen Autos in der EU hat sich laut ACEA im zweiten Quartal verdreifacht – auf mehr als 210'000 Fahrzeuge.

Ähnlich stark waren Plug-in-Hybride gefragt. Diese Fahrzeuge können ebenfalls an der Steckdose aufgeladen werden – auf längeren Strecken übernimmt aber ein herkömmlicher Verbrennungsmotor die Arbeit. Von diesen Teilzeitstromern wurden im Zeitraum April bis Juni rund 236'000 Fahrzeuge verkauft – ebenfalls eine Verdreifachung zum Vorjahreszeitraum. Ihr Anteil an den Neuzulassungen beträgt 8.4 Prozent.

Benziner und Dieselfahrzeuge haben weiterhin die Nase vorn

Den grössten Anteil hatten weiterhin herkömmliche Verbrenner, deren Verkäufe nach dem Willen der EU-Kommission zur Mitte des nächsten Jahrzehnts auslaufen sollen. Gut zwei Fünftel der Neuzulassungen machen Benzinautos aus, Fahrzeuge mit Dieselantrieb rund einen Fünftel.

Der Absatz von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren stieg nach dem coronabedingt schwachen Vorjahr zwar ebenfalls. Der Marktanteil von Autos mit Benzin- und Dieselmotoren befindet sich wegen der gestiegenen Nachfrage nach Elektroautos aber auf dem Rückzug.

Auch in der Schweiz machen Autos mit Benzinantrieb den grössten Anteil der Neuzulassungen aus. Eine interessante Entwicklung zeigt sich bei den Hybridfahrzeugen: In absoluten Zahlen wurden im zweiten Quartal gut 14'000 Hybridautos neu registriert – hingegen nur 10'000 Dieselautos.

Im gleichen Zeitraum im Vorjahr war der Anteil der Fahrzeuge mit Dieselantrieb noch wesentlich höher.

Rendez-vous, 23.07.2021, 12:31 Uhr;

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15 Kommentare

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  • Kommentar von Andreas Wiedler  (infonews)
    Die gewaltige Anzahl an Neuwagen und somit der Raub an Ressourcen, die unser Planet die nächsten Jahre erdulden muss, wird ihm gewaltig schaden. Das Alibi der "Sauberkeit" wird sich als Trugschluss erweisen. Auf diesem Weg werden wir so viel mehr Energie verbraten, als wir jemals einsparen könnten.
  • Kommentar von Philipp M. Rittermann  (airmaster1)
    elektroautos sind nicht nachhaltig, zu teuer und werden bez. stromkonsum dafür sorgen, dass wir künftig wieder neue kkw's benötigen werden.
    1. Antwort von harald keller  (pragmatiker)
      wenn wir gleichzeitig die fossilen Brennstoffe reduzieren, ziehe ich KKW's alleweil vor. Aber es gibt auch noch Solar- und Windenergie, Wasserkraft, etc. (mein e-Auto ist viel nachhaltiger als jedes Benzinauto - x-fach bewiesen - aber man kann natürlich immer noch das Gegenteil behaupten (wie zum Klimawandel).
  • Kommentar von Beat Reuteler  (br)
    Was ein bisschen erschreckend ist: 92% der verkauften Fahrzeuge sind immer noch in irgend einer Form und zu einem unterschiedlichen Teil von fossilen Treibstoffen abhängig. Bei einer mittleren Gebrauchsdauer von 10 Jahren würde es bedeuten, das wir bis 2030 nur unwesentlich mehr als 10% der fossilen Treibstoffe loswerden können. Was diese Befürchtung vielleicht korrigiert: In den kommenden Jahren könnte sich dieser Trend noch gewaltig verstärken.
    1. Antwort von Albert Planta  (Plal)
      Um den E-Autos zum Durchbruch zu verhelfen müsste das Problem mit der Aufladung gelöst werden. Es müssten z. B. Zigtausend Einstellhallen mit Ladeanschlüssen versehen werden, was teuer zu stehen kommt.