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Onlinehandel boomt Schweizer geben Milliarden im Onlinehandel aus

  • Für insgesamt 10.3 Milliarden Franken kauften die Schweizer 2019 im Internet ein. Das teilt der Verband des Schweizerischen Versandhandels (VSV) mit.
  • Im Vergleich zu 2018 sei dies eine Zunahme von 8.4 Prozent. Umsatzstärkste Sortimente sind laut VSV Heimelektronik-Produkte und Modeartikel.
  • Wenig gekauft würden im Internet hingegen nach wie vor Lebensmittel. Wegen der Coronavirus-Krise ändere sich dies gerade.
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Aus dem Archiv: Immer häufiger werden Spielwaren online bestellt
Aus Tagesschau vom 16.12.2019.
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Der Schweizer Onlinehandel floriert, allerdings nicht im Lebensmittelbereich. Nur 2.8 Prozent des Gesamtvolumens seien im Netz eingekaufte Lebensmittel gewesen – allerdings waren es vor fünf Jahren erst 1.8 Prozent. Die Zunahme über Zeit sei somit deutlich, sagte Patrick Kessler vom VSV an einer Medienkonferenz in Zürich. Und 2020 dürfte sich der Lebensmittelbereich erneut klar positiv entwickeln.

Denn aufgrund der Coronakrise würden viele Leute ihre Nahrungsmittel im Internet bestellen. Oftmals seien bei den grossen Anbietern derzeit kaum noch Lieferfenster verfügbar. Doch seien diesem Wachstum auch gewisse Grenzen gesetzt.

«Mit einer Verdopplung oder Verdreifachung der Umsätze rechne ich nicht», sagte Kessler. Ausserdem sei die derzeitige Unsicherheit wegen des Coronavirus' für den Detailhandel als Ganzes schlecht. Viele Konsumenten beschränkten ihre Einkäufe in einer Krise nämlich auf das Notwendigste.

Die Hoffnung sei daher, dass es nach Ende der Coronakrise zu einem «Rebound-Effekt» komme. Es gebe dann wahrscheinlich eine «Phase der Freude», in der die Leute mehr konsumierten.

Schweizer Shops profitieren stärker

Nach Regionen betrachtet sind die Schweizer Onlineshops stärker gewachsen als die ausländischen Internetshops. Die Menge der Kleinwarensendungen aus Asien sei gar erstmals seit vielen Jahren gesunken. Die Leute hätten gemerkt, dass die Qualität der direkt in China bestellten Produkte oft mangelhaft sei.

Insgesamt kauften Schweizer 2019 für 8.3 Milliarden in lokalen Onlineshops ein und für rund 2 Milliarden in ausländischen, wie Luca Giuriato, Forscher beim Institut GfK, ausführte.

Besonders erfolgreich sei hierzulande die Migros-Tochter Digitec Galaxus gewesen, ergänzte Kessler. Diese hatte beim Umsatz im vergangenen Jahr erstmals die Grenze von einer Milliarde Schweizer Franken geknackt.

Retouren primär bei Mode

Immer wieder ein Thema im Versandhandel seien die Retouren, ergänzte Kessler. Allerdings sei dies nur ein Problem bei der Mode. Dort kämen 40 bis 45 Prozent der Waren zurück. «Das gehört im Fashion-Bereich zum Geschäftsmodell und lässt sich kaum ändern».

Der gesamte Detailhandel in der Schweiz – inklusive des stationären Handels – setzte gemäss den Forschern der GfK 91.6 Milliarden Franken um. 9.1 Prozent dieser Ausgaben hätten die Schweizer im Internet getätigt, sagte Giruiato.

SRF 4 News, 12:00 Uhr, 11.03.2020; awp/sda/roso

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Toni Koller  (Tonik)
    Schweizer geben Milliarden im Online-Handel aus - derweil in Dörfern und Städten reihenweise Läden schliessen und die Zentren veröden. Das Online-Shopping-Volk will das offenbar so.
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    1. Antwort von Andy Gasser  (agasser)
      Ja da spielt der Markt und es gibt kein Grund wieso es nicht so sein soll. Stationärer Detailhandel ist weniger Nachgefragt und somit sinkt das Angebot. Alles in bester Ordnung.
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    2. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Toni Koller: Als die heutigen Grossverteiler (Migros und Coop) ab den 50er Jahren immer populärer wurden, führte das zum Aus fast aller kleinen Dorflädeli und bewirkte eine Riesendebatte. Die Kunden wollten aber in den modernen und günstigen Selbstbedienungsläden von Migros und Coop einkaufen und liessen die Tante-Emma-Läden, die jeden Kunden beim Namen kannten, im Stich. Das Dorfbild veränderte sich. Solche Prozesse nennt man Strukturwandel.
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    3. Antwort von Toni Koller  (Tonik)
      Tja meine lieben Gasser & Leu: Das weiss ich auch, dass hier „der Markt spielt“ und „Strukturwandel“ geschieht (und zwar schon längst, nämlich seit dem Aufkommen von Shopping Centers in der Peripherie). Das Resultat bleibt so oder so sehr unerfreulich für alle, die sich lebendige Ortszentren wünschen. Offensichtlich hat „der Markt“ auch gewichtige Nachteile für das gesellschaftliche Zusammensein.
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