Zum Inhalt springen

Header

Video
Bundesrat will Postfinance ganz privatisieren
Aus 10 vor 10 vom 20.01.2021.
abspielen
Inhalt

Privatisierung Berggebiete fürchten um ihre Poststellen

Vertreter der Berggebiete und der Konsumentenschutz befürchten bei einer Privatisierung der Postfinance negative Folgen.

Pakete und Briefe, die rechtzeitig zugestellt werden, Poststellen, die für einen Grossteil der Bevölkerung zu Fuss erreichbar sind – das sei in keiner Weise selbstverständlich, sagt Thomas Egger von der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für Berggebiete. «Jeder Gemeindepräsident, jede Gemeindepräsidentin und jeder Regierungsrat kämpft immer um seine Poststelle.»

Man müsse also dafür sorgen, dass die Post genügend finanzielle Mittel hat, um diese Poststellen und die postalische Grundversorgung finanzieren zu können, so Egger. Und diese Finanzierung sieht er in Gefahr, wenn die Postfinance mit ihren Beiträgen als Stütze wegfalle. «Dann muss das zum Beispiel über Steuergelder finanziert werden. Und das kann ja auch nicht die Idee sein.»

Auch Sara Stalder, Geschäftsleiterin der Stiftung Konsumentenschutz, fürchtet, dass das Postellennetz dünner werden könnte. «Aber auch, dass Dienstleistungen, die jetzt noch in der Grundversorgung sind, wegfallen – oder deutlich teurer würden.»

Auch Gewerbeverband gegen Privatisierung

Der Vorschlag stösst auch bei Gewerkschaften, dem Gewerbeverband und der SP auf Kritik. Bundesrätin Simonetta Sommaruga sagt, die Grundversorgung sei nicht infrage gestellt. Unterstützung erhält Sommaruga von der Bankiervereinigung, der SVP, der FDP und Grünliberalen. «Das ist eines der grossen Anliegen, die ich auch selber vertrete. Wir brauchen eine Grundversorgung durch die Post, und zwar in allen Landteilen. Das haben wir auch während der Pandemie gesehen.»

Darum werde sich eine Expertengruppe mit Fragen zur Grundversorgung und der Finanzierung befassen. Und erst aufgrund dieser Ideen werde der Bundesrat die konkreten Vorschläge für das Parlament erarbeiten. Es wird also noch eine Weile dauern, bis aus der Idee ein fertig geschnürtes Paket wird, über das die Politik entscheiden kann.

SRF 4 News, 21.1.2021, Heute Morgen, 6 Uhr

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

24 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Alex Schneider  (Alex Schneider)
    Muss jedes Bergtal optimal erschlossen und entwickelt werden?

    Bei den hohen Subventionen, welche die Bergkantone beziehen, darf man schon fragen, ob wirklich jedes Bergtal optimal erschlossen und entwickelt werden soll. Die Bergkantone sollten sich einmal konzeptionell Gedanken machen, welche Täler über eine geordnete Abwanderung „passiv saniert“ werden könnten
  • Kommentar von Christian Rusch  (Ch.U.R.)
    Das Schlimmste sind halbstaatliche Betriebe, es scheint geradezu zwangsläufig zu Machtmissbrauch und Korruption zu führen. Beispiele gäbe es ja genug. Mir wäre es lieber, man würde die SRG privatisieren, die Serafe Gebühren abschaffen und dafür Post und PostFinance rein Staatlich weiterführen.
  • Kommentar von Peter Zuber  (Hä nuuh)
    Das alte Prinzip: Gewinne privatisieren, Verluste verstaatlichen.
    Dann noch:
    ....Unterstützung erhält Sommaruga von der Bankiervereinigung, der SVP, der FDP und Grünliberalen....
    Dann müsste also wieder einmal für jedermann klar sein was bei den nächsten Wahlen nicht (mehr) auf den Abstimmungszettel gehört.
    1. Antwort von Lothar Drack  (spprSso)
      Eine ziemlich unheilige Allianz, BRin Sommaruga mit der Bankiervereinigung, der SVP, der FDP und den Grünliberalen. Hoffentlich wird sie dann durch die Expertengruppe eines Besseren belehrt!
    2. Antwort von Ueli Lang  (Wochenaufenthalter)
      Entschuldigung, die Gewinne der Postfinance sind über Jahre in die Staatskasse geflossen. Da kaum was investiert, sondern nur in die Staatskasse abgeführt wurde, ist die Postfinance eigentlich ein Sanierungsfall. Mit der Privatisierung von Gewinnen hat das nur insofern zu tun, dass diese den Steuerzahler entlasteten!