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BAG diskutiert Impfobligatorium für Reisen, will aber noch nicht entscheiden
Aus Rendez-vous vom 07.12.2020.
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Reisebranche Corona-Impfung als Freipass zum Fliegen?

Wer bald wieder reisen will, braucht dafür sehr wahrscheinlich eine Impfung – und das nicht nur im Flugzeug.

Sehnlichst wartet die Reise- und Tourismusbranche darauf, dass die Menschen wieder reisen können. So sagt etwa der Swiss-Chef Thomas Klühr: «Alles hängt davon ab, wie es bei den Themen Impfen, Impfstoff und medizinische Behandlung weitergeht.»

Dank der Impfstoffe käme das Reisen wieder in Schwung, so die Hoffnung. Mehr noch: Der Impfstoff könnte sogar zu einer Art Freipass werden.

Der Chef der australischen Fluggesellschaft Qantas hat vor zwei Wochen gesagt, dass künftig nur fliegen könne, wer geimpft sei. Damit nimmt er vorweg, was hinter den Kulissen intensiv diskutiert wird: dass eine Impfung künftig eine Voraussetzung ist, um überhaupt wieder ein Flugzeug besteigen zu können.

Dabei stellt sich eine grundsätzliche Frage: Können Fluggesellschaften überhaupt eine solche Auflage machen? Ja, sagt Regula Dettling-Ott. Die Anwältin ist auf Luftfahrtrecht spezialisiert. Zu ihren Klienten gehören Unternehmen aus der Luftfahrtindustrie. Zudem lehrt sie an der Universität Bern.

Impfpflicht als Teil der Gesundheitsvorschriften

«Gesundheitsvorschriften bezüglich ansteckender Krankheiten bestehen bereits – in allen Beförderungsbedingungen», sagt die Juristin. Und solche Gesundheitsvorschriften würden weltweit und täglich angewendet: «Zum Beispiel definieren Fluggesellschaften, unter welchen Bedingungen sie aus gesundheitlichen Gründen schwangere Passagierinnen mitnehmen – oder eben nicht mehr. Das ist gang und gäbe.»

Fluggesellschaften können also selber bestimmen, wer an Bord kommt und wer nicht. Künftig könnten das auch nur Geimpfte sein.

Schreibt ein Land künftig eine Impfung bei der Einreise vor, sind die Fluggesellschaften sogar verpflichtet zu kontrollieren, ob Passagiere diese Einreisebestimmungen erfüllen: «Dann müssten die Fluggesellschaften prüfen, dass die Impfung nachgewiesen ist», so Dettling-Ott. Wenn nicht, müssen sie den Passagier wieder an den Ausgangsort zurücknehmen. Auch das ist heute gängige Praxis.

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So sieht der Impfplan in der Schweiz aus
Aus Tagesschau vom 06.12.2020.
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Internationale Flüge nur noch mit einer Impfung? So weit geht die Swiss zum jetzigen Zeitpunkt nicht: «Natürlich wissen wir, dass das Fliegen mit dem Vorlegen von Impfausweisen oder auch Testergebnissen erleichtert wird. Aber die Entscheidung darüber liegt in der Hand der nationalen Gesundheitsbehörden», sagt CEO Klühr.

BAG diskutiert Impfobligatorium

In der Schweiz ist das Sache des Bundesamtes für Gesundheit BAG. Allerdings sei es für diese Frage noch verfrüht, erklärte Virginie Masserey, Leiterin der Sektion Infektionskontrolle, jüngst. Ein Impfobligatorium für Reisen werde diskutiert – aber man wisse jetzt noch zu wenig, um schon darüber zu entscheiden.

Fakt ist: Würde ein solcher Impfnachweis etwa von der Luftfahrtbranche oder europäischen Staaten beschlossen, müsste die Schweiz mitmachen.
Dann müsste nebst Reisepass oder ID künftig auf internationalen Flügen auch das Impfbüchlein mitgeführt werden. Etwas, das vor einigen Jahrzehnten übrigens völlig normal war, und jetzt eine Renaissance erleben könnte.

Neu wäre einzig, dass es nicht mehr das gelbe Impfbüchlein aus Papier wäre, sondern ein digitaler Impfausweis in Form einer App. Die UNO und der Internationale Luftfahrtverband arbeiten bereits mit Hochdruck an einer solchen Lösung.

Rendez-vous vom 7.12.2020

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76 Kommentare

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  • Kommentar von Karl Kirchhoff  (Charly)
    Mir ist das völlig Wurscht. Ich fliege aus Überzeugung seit fast dreißig Jahren nicht mehr. Wenn es dann vielleicht irgendwann eine Impfung braucht, um innerhalb Europas ans Meer zu fahren, werde ich nicht jammern sondern neu abwägen. Vielleicht normalisiert sich das Ganze aber irgendwann und der zum Teil übertriebene Aktionismus, hört auch wieder auf. Abwarten und das beste draus machen. Aufregen ändert auch nichts.
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  • Kommentar von Hans Meuri  (hmeuri)
    Alle schreien nach immer noch mehr Freiheit, aber den Fluggesellschaften und Veranstaltern will man die Freiheit nicht gewähren selbst zu entscheiden, ob sie in Zukunft nur noch geimpfte Personen bedienen wollen. Schizophrenie in Reinkultur.
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    1. Antwort von Francisco Casanova  (Waldläufer)
      Herr Meuri, das was Sie hier beschreiben hat nichts mit Freiheit zu tun, sondern zielt darauf ab Menschen zu diskriminieren.
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    2. Antwort von Hans Meuri  (hmeuri)
      Mit dem Flugzeug in der Welt herumzufliegen ist kein Menschenrecht.
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    3. Antwort von Delmar Lose  (DeLo)
      Genau waldläufer! Und in dem Fall gehts eh nur um die Kohle! Die Fluggeselschaften wollen so schnell wie möglich zurück zum grossen Geschäft und im Moment ist es halt eine Impfflicht die das ermöglichen soll. Obwohl wen man ganu hin sieht machts eben auch nicht wirklich sinn.
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    4. Antwort von Peter Hahnau  (Peter Hahnau)
      @hmeuri: hören Sie doch bitte mal auf, einem ständig Worte in den Mund zu legen! Waldläufer sprach von Freiheit und Diskriminierung, nicht von Menschenrecht.
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  • Kommentar von Nick Bergner  (Matrix1984)
    Was man, bei diesem Thema, auch nicht vergessen darf...Das ist kein normaler Impfstoff, hier geht es nicht, um eine Masern-, Tetanusimpfung etc.Hier wird schlussendlich, kein Traubenzuckerli verabreicht...es geht hier, um eine mRNA Impfung entwickelt im Eiltempo!...Eigentlich ein Wahnsinn, jetzt sofort, ohne wirklich valide Datenlage, im grossen Stil Massenimpfungen durchzuführen.
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    1. Antwort von Delmar Lose  (DeLo)
      Das ist genau der PUNKT, frag mich wiso das so viele ignorieren. Einfach super naive wen es ein paar Zeitungsartikel und so genante Studien gibt die sagen alles is okay und die halbe Weltbevölkerung glaubts und aplaudiert, wo sind wir nur angekommen?
      Wen das alles seriös ablaufen würde dan wäre ich immer noch dagegen persönlich geimpft zu werden aber ich hätte eher Verstäntniss für solche drastischen Massnahmen.
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