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Swiss fordert unkompliziertere Reiseregeln
Aus Rendez-vous vom 23.02.2021.
abspielen. Laufzeit 04:15 Minuten.
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Reiselust am Tiefpunkt Swiss fordert Ende der Einschränkungen

Kaum Passagiere, viele Flugzeuge am Boden und hohe Verluste: Corona vermiest den Airlines das Geschäft. Auch der Swiss.

Was will die Swiss erreichen? Der Bund hat der Lufthansa-Tochter Swiss bereits mit einem Milliardenkredit unter die Arme gegriffen. Nun hat sich die Swiss erneut an den Bundesrat gewandt, wie die Tamedia-Zeitungen berichten. In einem Schreiben macht die Airline auf ihre missliche Lage aufmerksam und fordert, dass das Reisen wieder unkomplizierter werden soll.

Wie dramatisch ist die Lage? «Die Lage ist ungemütlich, zweifellos», sagt SRF-Wirtschaftsredaktor Matthias Heim. «Denn kaum jemand bucht aktuell einen Flug.» Das sei jedoch nachvollziehbar: «Wenn man nämlich nach einer Landung in einem europäischen Land noch zehn Tage in Quarantäne muss und dann allenfalls auch wieder bei der Rückkehr in die Schweiz, hindert das natürlich viele daran, eine Geschäftsreise oder auch Ferien zu machen.»

Wie hoch ist die Auslastung? Die Swiss und auch andere Fluggesellschaften haben ihr Angebot stark ausgedünnt. «Die Swiss beispielsweise fliegt aktuell nur mit zehn Prozent von dem, was sie noch vor einem Jahr geflogen ist, also noch knapp vor Ausbruch der Pandemie», erklärt Heim. Gleichzeitig aber dementiere die Swiss Gerüchte, wonach ihr im Sommer das Geld ausgehe. «Sie schreibt, vom 1.5-Milliarden-Franken-Kredit stünden immer noch eine Milliarde zur Verfügung. Aber sie möchte natürlich trotzdem, dass die Reiserestriktionen möglichst gelockert oder gar aufgehoben werden.»

Geht es anderen Airlines gleich? Die Swiss ist kein Spezialfall: Es geht eigentlich allen Fluggesellschaften in Europa aktuell schlecht. «Das sieht man beispielsweise auch an den beiden grossen Flughäfen in der Schweiz», so Heim. So seien etwa am Flughafen Zürich seit heute früh neun Flugzeuge gestartet. «In Genf sind es nur sieben. Das ist kein Vergleich zur Lage vor der Coronakrise.»

Wie sehen die Prognosen aus? Der SRF-Wirtschaftsredaktor ist optimistisch: «Der Swiss geht es zusammen mit dem Mutterkonzern Lufthansa noch vergleichsweise gut – dank der Kurzarbeit, und natürlich auch dank der Finanzhilfen der Regierungen für die Lufthansa und die Swiss.» Bei anderen Fluggesellschaften habe der Staat nicht einspringen wollen oder können.

Kommt die Reiselust zurück? Die Zahlen sprechen im Moment zwar eine komplett andere Sprache. Doch viele sehnen sich vermutlich danach, wieder mal zu verreisen. «Die Reiselust ist vorhanden und dieses Jahr wahrscheinlich grösser als im letzten Jahr», glaubt Heim. Das sehe man am Beispiel Grossbritannien: «Da hat die Regierung diese Woche erste Lockerungsschritte angekündigt und einen Fahrplan vorgelegt, wie man in den kommenden Monaten reisen könnte. Prompt sind nur Stunden nach dieser Ankündigung bei der Fluggesellschaft Easyjet die Buchungen in die Höhe geschossen.»

Nur Stunden nach dieser Ankündigung sind bei der Fluggesellschaft Easyjet die Buchungen in die Höhe geschossen.
Autor: Matthias HeimSRF-Wirtschaftsredaktor

Das zeige, was in den kommenden Wochen und Monaten in Europa passieren könnte, so der Wirtschaftsredaktor. Denn wenn die Reiserestriktionen einmal fallen, könne es plötzlich schnell gehen. Das bringe die Fluggesellschaften in eine Zwickmühle. Denn: «Wie viel Personal soll entlassen werden? Sollte man überhaupt Personal entlassen oder fehlt es dann, wenn es wieder losgeht?»

Info 3, 23.02.2021, 12:00 Uhr;

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47 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Zuber  (Hä nuuh)
    Was hat die Swiss, als Deutsche Firma hier zu fordern?
    Die sind nicht die Einzigen die an Corona Einschränkungen leiden.
    Die sollen sich mal an ihre Verträge halten und mir meinen abgesagten Flug zurückzahlen.
  • Kommentar von Mark R. Koller  (Mareko)
    Die Swiss kann gerne fordern, doch so lange diese Pandemie weltweit nicht mittels Impfungen eingedämmt sein wird, gibt es viele Staaten, welche ihre Grenzen für den Flugverkehr einstweilen geschlossen halten wollen. Das Desaster um Covid-19 wie beispielsweise in Europa und USA, wollen diese Staaten ihren Bevölkerungen gewiss nicht antun. Was geschieht, wenn der Tourismus zu früh und ohne Quarantäne wieder zugelassen wird, kann traurigerweise in Französisch Polynesien (Tahiti) gesehen werden.
  • Kommentar von R. J. Kreuzer  (Claudandus)
    Es scheint mir eher darauf anzukommen wie Reiselust definiert wird. Wenn ich die Parkplätze der Skigebiete in meiner näheren Umgebung so betrachte, dann kann ich die Schlagzeile beim besten Willen nicht nachvollziehen. Das liegt jedoch vermutlich eher wieder daran, dass wir hier in den Bergen aber auch von überhaupt nichts eine Ahnung haben. Was solls. Wir werden uns nach den Ferien wohl wieder mit allem arrangieren dürfen. Wie letztes Jahr nach den "Sommer REISEN" auch. Besten Dank.