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Investitionen in Bergbahnunternehmen könnten an Wert verlieren
Aus SRF 4 News aktuell vom 11.12.2019.
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Risikomonitor der Finma «Manche Investitionen könnten in Zukunft an Wert verlieren»

Auch auf Banken und Versicherungen hat der Klimawandel Auswirkungen, wie Finma-Chef Mark Branson erklärt.

Die Finanzmarktaufsicht (Finma) warnt vor Klimarisiken bei Banken und Versicherungen. Es gehe darum, dass die Institute ihre Investitionen entsprechend überprüften, sagt Finma-Chef Mark Branson.

Mark Branson

Mark Branson

Direktor Finma

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Seit April 2014 führt Mark Branson die Finanzmarktaufsicht Finma. Bevor er zur Finma wechselte, war der Brite in leitenden Funktionen unter anderem bei Credit Suisse und UBS.

SRF News: Was bezweckt die Finma mit dem erstmals erschienenen Risikomonitor?

Mark Branson: Wir wollen für eine transparente Finanzmarktaufsicht sorgen. Dabei soll klar werden, wo wir die grössten Risiken für den Schweizer Finanzplatz sehen und wie wir zu dieser Beurteilung gelangen. Wir hoffen, der Monitor kann zu einem besseren Verständnis unserer Arbeit beitragen.

Neuer, jährlicher Finma-Risikomonitor

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Neuer, jährlicher Finma-Risikomonitor

Im erstmals publizierten Risikomonitor, Link öffnet in einem neuen Fenster hat die Finma die sechs bedeutendsten Risiken für die Branche aufgelistet. Das grösste Risiko sieht die Finanzmarktaufsicht im anhaltenden Tiefzinsumfeld und einem möglichen Einbruch am Immobilien- und Hypothekarmarkt. Die Aufseher befürchten, dass die angekündigte Selbstregulierung der Banken bei den Renditeimmobilien nicht ausreichen könnte. Neben den möglichen negativen Auswirkungen des Klimawandels auf den Schweizer Finanzplatz ortet die Finma Risiken durch Cyberangriffe, den Wegfall der Libor-Referenzzinsätze per Ende 2021, durch die Geldwäscherei sowie durch einen erschwerten grenzüberschreitenden Marktzugang in wichtige Zielländer. (sda)

Die Palette ist breit. Dabei stechen auch neue Risiken wie Cyberkriminalität heraus. Müssen die Banken in diesen Bereichen mehr vorkehren?

Diese Risiken haben wir tatsächlich im Fokus. Einige von ihnen sind aber nicht wirklich neu, sie werden jetzt aber anders bewertet als früher. Dazu gehören etwa die Risiken für den Finanzplatz durch den Klimawandel. Sie werden laufend neu analysiert. Auch verstehen wir die Klimarisiken immer besser. Wir erwarten, dass sich damit auch Banken und Versicherungen vertieft auseinandersetzen.

Geht es auch darum, dass von den Banken angebotene grüne Investitionen tatsächlich nachhaltig und nicht bloss mit einem grünen Etikett versehen sind?

Wie mit allen Finanzprodukten ist es sicher auch bei grünen Fonds wichtig, dass sie halten, was sie versprechen. Auch muss der Bankkunde gut beraten werden. Doch es geht bei den Klimarisiken vor allem darum herauszufinden, wo möglicherweise Risiken in den Bilanzen von Finanzunternehmen liegen könnten, wenn es zu mehr politischen und regulatorischen Interventionen im Kampf gegen den Klimawandel kommt.

Manche Investitionen der Banken könnten in Zukunft also an Wert verlieren. Sie gilt es zu erkennen und die Konsequenzen zu ziehen. Dazu gehören etwa Aktien von Unternehmen der Öl- und Gasindustrie, aber auch ein Kredit an ein Bergbahnunternehmen, das wegen des zu erwartenden Schneemangels und den dadurch verursachten Einbruch bei den Wintergästen die Investition nicht mehr wird zurückzahlen können.

Das Gespräch führte Jan Baumann.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Vale Nipo  (VNxpo)
    Das ist genau das was ich in anderen Kommentaren schon angedeutet habe. Wenn wir nicht auf ökologisch Umschalten schlittert die ganze Welt in eine Krise. Mit wir meine ich alle Länder auf dieser Welt, aber bei vielen wird es wohl noch dauern. Sogar die Finma befürwortet den menschengemachten Klimawandel wie man aus dem Artikel herauslesen kann. Spätestens jetzt sollten alle bei Vernunft sein, denn die Finanzen lügen nicht!
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  • Kommentar von Eva Werle  (Eva Werle)
    das wäre doch mal ein guter grund zu überdenken, wie und in was man investiert. wenn umwelt- und klimaschutz selbst schon kein motiv sind, dann vielleicht ganz eigennützig aus angst vor verlusten in klima- und umweltschtz investieren......wie wär's? wenn das zu einem positiven change führen würde, wären mir die beweggründe vorderhand egal.
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  • Kommentar von Urs Lauper  (Urs Lauper)
    Den Klimawandel verstehen wir nicht, aber die Risiken daraus sehr wohl?!
    Die Deregulation der Finanzindustrie und die Politik in Geiselhaft der Banken sind immense Risiken - angeheizt von wahnwitziger Geldmengenausweitung der EZB, Negativzinsen, Immobilienblase. Was schlägt Hr. Branson diesbezüglich vor, um uns davor zu schützen? Bergbahnen sind seit je defizitär, die SBB überleben nur, weil sie am Tropf des Steuerzahlers hängen. Was soll die Panikmache - alter Wein in neuen Schläuchen.
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