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TX-Group beklagt Defizit von 95 Millionen Franken
Aus HeuteMorgen vom 11.03.2021.
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Rote Zahlen Coronajahr reisst Loch in Kasse von TX Group

  • Der scharfe Einbruch der Werbe-Einnahmen im Zuge der Corona-Pandemie hat der TX Group im Gesamtjahr 2020 einen markanten Umsatzeinbruch und rote Zahlen beschert.
  • Die Situation habe sich aber in der zweiten Jahreshälfte deutlich verbessert, teilt die Mediengruppe mit.

Der Umsatz der breit diversifizierten Gruppe, bekannt für den «Tages-Anzeiger» oder die «Basler Zeitung», verminderte sich im Gesamtjahr 2020 um insgesamt 13 Prozent auf 935 Millionen Franken. Das zweite Semester lief dabei bedeutend erfreulicher als die ersten sechs Monate, für die noch ein Minus von beinahe 18 Prozent ausgewiesen wurde.

Unter dem Strich verbleibt ein Reinverlust von rund 94 Millionen nach einem Gewinn von fast 98 Millionen Franken im Vorjahr. Wie bereits im April angekündigt, schlägt der Verwaltungsrat deshalb den Aktionären den Verzicht auf eine Dividende vor.

20 Minuten mit dem grössten Umsatzminus

Den stärksten Umsatzrückgang verzeichneten die im Bereich 20 Minuten zusammengefassten Pendlermedien. Hier gingen die Erlöse um 25 Prozent zurück. Stark betroffen war indes auch das Segment Tamedia mit den Bezahlmedien (Umsatz -14 Prozent).

Die Werbevermarkterin Goldbach profitierte von einer deutlichen Erholung im zweiten Semester und konnte den Umsatzverlust damit auf -7.6 Prozent eingrenzen, nachdem im Halbjahr noch ein Minus von fast 22 Prozent verzeichnet wurde.

Ab- und Umbau bei der TX Group im Corona-Jahr

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Ab- und Umbau bei der TX Group im Corona-Jahr

20. März 2020: TX Group kündigt Kurzarbeit in allen Unternehmenseinheiten im Umfang von zehn Prozent an. Der Lohnausfall für die Betroffenen wird durch das Unternehmen auf 100 Prozent aufgestockt. Gleichzeitig verzichtet das Top-Management auf Boni.

3. April 2020: Die Generalversammlung der TX Group genehmigt die Ausschüttung einer Dividende von 37 Millionen Franken für das Geschäftsjahr 2019 an die Aktionäre. Ein Gegenantrag der Gewerkschaften Syndicom und Impressum, auf die Dividende zu verzichten und das Geld stattdessen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen, zum Erhalt der Medienvielfalt und für die Stärkung der Bezahlmedien einzusetzen, wird mit 99.96 Prozent abgelehnt. Für das Geschäftsjahr 2020 sei hingegen keine Dividende zu erwarten, teilt VR-Präsident Pietro Supino mit.

25. Juni 2020: Einsparungen beim Korrektorat. Ab Juli werden auf den Tamedia-Redaktionen weniger Texte von professionellen Korrektoren und Korrektorinnen gegengelesen. Es kommt zu zwei Entlassungen im Korrektorat und dem Abbau einer Stelle in der Bildbearbeitung.

29. Juni 2020: Die neue Unternehmensstruktur der TX Group führt zu einem Abbau von 40 Stellen in den zentralen Diensten in den nächsten drei Jahren; es dürfte auch zu Entlassungen kommen.

25. August 2020: Tiefrotes Halbjahresresultat der TX Group. Der Umsatz ist um 18 Prozent zurückgegangen, unter dem Strich resultiert ein Verlust von 109 Millionen Franken. Tamedia kündigt ein Sparprogramm von 70 Millionen Franken über die nächsten drei Jahre an, das sind 15 Prozent des Umsatzes. Wie viele Stellen davon betroffen sein werden, steht noch nicht fest.

20. Oktober 2020: Umbau bei den Sportredaktionen von 20 Minuten und den Tamedia-Zeitungen. Voraussichtlich acht Kündigungen.

14. Dezember 2020: Der Gemeinderat der Stadt Bern befürchtet eine «publizistische Verarmung» in Bern durch die geplante Zusammenlegung von «Bund» und «Berner Zeitung», wie es in der «Berner Zeitung» heisst.

5. Januar 2021: «20 Minutes» und Lematin.ch verstärken die Zusammenarbeit und schaffen in der Romandie 20 neue Stellen. Angestellt werden rund ein Dutzend Videojournalisten und -journalistinnen, weitere Stellen kommen im Sportressort, in der Social-Media-Redaktion und im Verkauf hinzu.

12. Januar 2021: Die Tamedia-Zeitungen im Kanton Zürich werden künftig unter dem Namen «Redaktionsnetzwerk Zürcher Zeitungsverbund» enger zusammenarbeiten. Es werden einzelne Stellen wegfallen.

9. Februar 2021: Tamedia wird in der Romandie zehn Stellen abbauen, bei den Zeitungen «Tribune de Genève», «24 Heures» und «Le Matin Dimanche».

10. Februar 2021: Erneut Kurzarbeit für einen Teil der Tamedia-Redaktionen.

Quellen: Unternehmenskommunikation TX Group und Tamedia; persönlich.com; Keystone-SDA; republik.ch / bonk

Deutlich weniger stark von Corona betroffen war die Sparte TX Markets mit den grossen Rubrikenplattformen und Marktplätzen wie Jobcloud, Homegate oder Ricardo. Hier verminderte sich der Umsatz im Gesamtjahr um knapp 7 Prozent. Markant zugenommen habe als Folge von Corona die Nutzung der verschiedenen Medien der Gruppe. Und auch die Zahl der digitalen Abos habe einen deutlichen Anstieg verzeichnet, teilt die Mediengruppe mit.

SRF 4 News, 11.03.2021, 9 Uhr;

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1 Kommentar

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  • Kommentar von bert galzer  (galzer)
    Bei der Qualität des Journalismus, wundert mich das nicht. Ich würde bei dem allgemeinen Trend zu Sensationsjournalismus und Fehlinformationen nicht freiwillig ein Zeitungsabo bezahlen. Das war ein mal.