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Legende: Video SBB präsentiert neue Partner im Cargo-Geschäft abspielen. Laufzeit 01:53 Minuten.
Aus Tagesschau vom 30.08.2019.
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Schiene statt Strasse Neue Partner für SBB Cargo

  • Der Güterverkehr auf der Schiene war bisher Sache der SBB. Neu beteiligen sich vier Strassentransport-Unternehmen an SBB Cargo.
  • Planzer, Camion Transport, Galliker und Bertschi haben sich zu einer finanziellen Beteiligung entschlossen.
  • Die Kooperation erfolgt via die gemeinsame Swiss Combi AG. Sie übernimmt ein Aktienpaket von 35 Prozent an SBB Cargo, wie es in einer Mitteilung der SBB heisst.

Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Die Partnerschaft hat keinen zusätzlichen Stellenabbau zur Folge. Künftig werden im Verwaltungsrat des Bahnunternehmens auch Vertreter der Strassentransportbranche sitzen.

Für die Übernahme braucht es die Zustimmung der Wettbewerbsbehörden. Der Entscheid wird im ersten Quartal 2020 erwartet.

Mehrheitsaktionärin bleibt die SBB mit einem Anteil von 65 Prozent. Die Partnerschaft stärkt laut dem Bahnunternehmen die Verlagerung von der Strasse auf die Schiene und erhöht die Auslastung im System-Wagenladungsverkehr und im kombinierten Verkehr.

Die Swiss Combi AG besteht aus den Logistikdienstleistern Planzer Holding AG (40 Prozent), Camion Transport AG (40 Prozent), Bertschi AG (10 Prozent) und Galliker Holding AG (10 Prozent).

Internationales Geschäft nicht betroffen

Die an Swiss Combi beteiligten Unternehmen wollen künftig mehr Mengen auf der Schiene transportieren statt auf der Strasse, wie die SBB schreibt. SBB Cargo wolle zusätzlich neue Kunden gewinnen und die Auslastung erhöhen. Die Bahn sei für lange Distanzen zwischen Wirtschaftsräumen vorgesehen, die Strasse für die Feinverteilung zum Endkunden.

Heute transportiert SBB Cargo rund 30 Millionen Nettotonnen Güter im Wagenladungs-, Ganzzugs- und im kombinierten Verkehr innerhalb der Schweiz. Dies entspricht knapp 10'000 Lastwagenfahrten pro Tag.

Einschätzung von SRF-Wirtschaftsredaktor Fabian von Allmen

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Der Zusammenschluss von Camioneuren und SBB Cargo weckt grosse Erwartungen: Die Fuhrwerkunternehmen erhoffen sich bessere Konditionen und mehr Einfluss bei richtungsweisenden Entscheiden, SBB Cargo zusätzliche Aufträge und gar die Gewerkschaften äussern sich positiv.

Für einmal sind die Nachrichten im Güterverkehr gut. Nach Jahren der Misere ist das ein Richtungswechsel. Die Politik will, dass mehr Güter auf die Schiene kommen. Nun müssen die neuen Partner beweisen, dass dies auch wirtschaftlich erfolgreich sein kann. Dann könnten sich positive Nachrichten im Güterverkehr tatsächlich wiederholen.

Keine Auswirkungen hat die Teilprivatisierung auf das internationale Geschäft. Dieses war nicht Teil des Angebots. Im Frühjahr 2020 wird deshalb SBB Cargo International aus SBB Cargo herausgelöst und direkt der SBB unterstellt.

Positive Reaktionen

Das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) begrüsst die nun gefundene Lösung, wie es mitteilte. Die zum Konsortium gehörenden Schweizer Transportunternehmen brächten viel Erfahrung und Knowhow mit.

Der Schweizer Nutzfahrzeugverband Astag reagierte positiv auf die neue Partnerschaft. Die Beteiligung an SBB Cargo sei «zukunftsgerichtet» und «im Interesse von Wirtschaft, Konsumenten und Umwelt», heisst es in einer Mitteilung. Sie sichere eine zuverlässige und effiziente Versorgung.

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15 Kommentare

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  • Kommentar von Stefan Meier  (Nepp)
    Da verdreht‘s der armen Re 6/6 die Puffer.
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  • Kommentar von H. Wach  (H. Wach)
    Von der Strasse auf die Schiene hatten wir schon mal! Die SBB gründete 1981 das Cargo Domizil/CDS als Stückgutverkehr v. "Haus zu Haus". Als KMU profitierte ich wegen d. schnellen Versandes (Nachtsprung per Bahn) innert 14-18 Std.! beim Kunden. Die letzte Meile übernahmen priv. Vertragsspediteure. 40‘000 Kunden hatte die SBB. Auf Druck d. Strassenlobby/Bundesbern wurde CDS 1996 privatisiert. 380 LKW/Tag mehr auf der Strasse! Defizit machte nur die SBB! Mein Umsatz sank rapid, da 2-3 Tg. L'zeit.
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  • Kommentar von Andi Capul  (intressierter)
    Ab dieser Meldung bin ich etwas irritiert. Bei mir in der Nähe wurden diesen Sommer 6.5km Geleise komplett ersetzt und der neue Schotter wurde mit unzähligen LKWs angeliefert. Vor Ort wurde er dann auf die Schotterwagen verladen.
    Umgekehrt werden die alten Schwellen für die Entsorgung von der Bahn auf die LKWs verladen. Ich hoffe mal, dass die Meldung keine leere Worte waren...
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