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Legende: Audio SBB-Cargo macht vorwärts abspielen. Laufzeit 02:23 Minuten.
02:23 min, aus Rendez-vous vom 19.03.2019.
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Einsparungen bei SBB Cargo Ein nötiger Schritt für die Wirtschaftlichkeit

SBB-Konzernchef Andreas Meyer will im Güterverkehr weiter sparen, obwohl die Tochtergesellschaft SBB Cargo im vergangenen Jahr einen Gewinn von 12.9 Millionen Franken erzielt hat. Bis zum Fahrplanwechsel 2019/2020 sollen 170 Verladestationen mit geringer Güterfrequenz überprüft und allenfalls geschlossen werden.

Im Gegenzug will die SBB die grossen Verladestationen ausbauen. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist diese Strategie nachvollziehbar. Klar ist aber auch: Je weniger dicht das Netz mit Verladestationen ist, desto mehr Lastwagen werden auf den Schweizer Strassen unterwegs sein.

Kleinteiliger Güterverkehr-Bereich schrumpft

Schweizweit unterhält SBB Cargo 344 Verladestationen. Über all diese Stationen betrachtet, hat SBB Cargo über die letzten Jahre bereits rund 40 Prozent des Güterverkehrs an die Strasse verloren. Das hat zum einen mit den notorischen Engpässen auf den Schweizer Schienen zu tun, zum anderen aber auch mit dem Preis-Leistungs-Verhältnis.

Im kleinteiligen Bereich des Güterverkehrs, wo nur einzelne Waggons in unregelmässigen Abständen verschoben werden, kann die Bahn nicht mit der Strasse mithalten. Hier ist der Transport mit dem Lastwagen für die Kunden günstiger und schneller. Das zeigen indirekt auch die Zahlen im vergangenen Jahr. Das Geschäft mit dem Einzelwagenladungsverkehr schrumpfte trotz rund laufender Wirtschaft um 2.4 Prozent.

Bahn hat im schweren Güterverkehr die Nase vorn

Anders die Situation im schweren Güterverkehr, wo SBB Cargo 2018 um 1.7 Prozent zulegte. Werden grosse Waggonladungen über längere Distanzen und regelmässig transportiert, hat die Bahn gegenüber der Strasse sowohl preislich wie auch zeitlich die Nase vorn.

Nun könnte argumentiert werden, dass der Güterverkehr nicht nur durch marktwirtschaftliche Kriterien, sondern auch durch die Absicht einer Verlagerung von der Strasse auf die Schiene geprägt sein sollte. Denn das ist grundsätzlich der politische Wille. Im gleichen Atemzug verlangt die Politik aber auch, dass SBB Cargo finanziell auf eigenen Beinen steht. Seit Anfang Jahr erhält Cargo denn auch keine Subventionen mehr.

Wenn SBB-Chef Andreas Meyer also betriebswirtschaftlich argumentiert, um den Abbau bei den Verladestationen zu rechtfertigen, kann ihm das kaum zum Vorwurf gemacht werden. Vielmehr muss sich die Politik überlegen, wie viel ihr eine sauberere Luft und weniger Staus auf der Strasse wert sind.

Lorenzo Bonati

Lorenzo Bonati

Wirtschaftsredaktor, SRF

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Lorenzo Bonati ist Wirtschaftsredaktor SRF, mit den Spezialgebieten Arbeitsmarkt, Werkplatz Schweiz und Konsum. Zuvor arbeitete er bei der Nachrichtenagentur SDA und bei SRF 4 News. Er studierte Soziologie, Zeitgeschichte und Politikwissenschaft an der Uni Fribourg.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von G. S. (Streamline500)
    Wenn weniger Wagen versendet werden kommen auch irgendwo weniger Wagen an also wird der Bahnhof auch unrentabel. Die Spirale dreht sich solange bis jeder Bahnhof unrentabel wird. Aber nur Ganzzüge fahren von dem träumt jede Eisenbahn.
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  • Kommentar von Hans Frick (Frickli)
    Im Sinne des Pariser Klimaabkommens sollte der Bund das Heft in die Hand nehmen und eben genau diesen regionalen Güterverkehr auf der Schine subventionieren. Auch wenn die Variante LKW meist günstiger ist, gehört eine vorbildliche umweltverträgliche Bevörderung der Güter dazu, solange keiner von uns Konumenten bereit ist, den Konsum zu bremsen. Dafür zahle ich gerne Steuern!
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  • Kommentar von antigone kunz (antigonekunz)
    Wo wir hinschauen, werden wir Zeuge des Versagens einer Wirtschaft, die die Profitabilität an erster Stelle hat. Wo der Menschen Arbeit und Sicherheit, das Gemeinsame Wohlergehen als eigentlich störende Elemente in einem sich zunehmend entmaterialsierenden finanzkapitalen Markt, betrachtet werden. Diese gilt es möglichst leicht auswechsel- und entledigbar zu halten. Egal was dem Gemeinwesen, der Welt kostet. Dabei wird doch klar, dass die Zukunft dem Kleinräumigen gut vernetzten gehören wird.
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