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Schizophrenie-Medikament Wachsende Männerbrüste: Milliarden-Urteil gegen Pharmakonzern

  • Das US-Pharmaunternehmen Johnson & Johnson ist zu milliardenschweren Strafzahlungen verurteilt worden.
  • Grund ist die Nebenwirkung eines Medikaments. Es soll bei Männern angeblich Brüste wachsen lassen.
  • Ein Geschworenengericht in Philadelphia sprach einem Kläger am Dienstag Schadenersatz über 8 Milliarden Dollar zu.
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Aus dem Archiv: Johnson & Johnson wegen Opioiden vor Gericht
Aus Tagesschau vom 29.05.2019.
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Dem Konzern wird vorgeworfen, Nebenwirkungen des Schizophrenie-Medikaments Risperdal verschwiegen zu haben, die angeblich zu unerwünschten Brustvergrösserungen bei männlichen Patienten führt. Johnson & Johnson bezeichnete das Urteil als «in grober Weise unangemessen» und kündigte an, es anzufechten. Das Unternehmen zeigte sich zuversichtlich, dass der Entscheid der Jury letztlich keinen Bestand haben werde.

Tatsächlich ist es in den USA durchaus üblich, dass solch hohe Schadenersatzurteile in höheren Instanzen revidiert oder stark reduziert werden. Wenn es zu rechtswirksamen Entscheidungen kommt, bei denen Unternehmen den Klägern wirklich Geld zahlen müssen, vergehen oftmals Jahre.

Tausende ähnliche Klagen warten

Im aktuellen Fall hatte eine Jury dem Kläger bereits 2015 eine Entschädigung von 1.75 Milliarden Dollar zugesprochen, die später auf 680'000 Dollar gesenkt wurde. Dabei ging es zunächst aber nur um den regulären Schadenersatz.

Nun hatten die Geschworenen über den sogenannten Strafschadenersatz zu befinden, der im US-Recht als Zusatzsanktion in besonders schweren Fällen verhängt werden kann. Hier kommt es immer wieder vor, dass hohe Strafen hinterher von Richtern als unverhältnismässig betrachtet und verringert werden.

Der Fall ist brisant für Johnson & Johnson, da der Konzern mit mehr als Zehntausend ähnlichen Klagen konfrontiert ist. Auch bei der Klagewelle gegen Firmen, die mit süchtig machenden Schmerzmitteln zur Opioid-Krise und Drogen-Epidemie in den USA beigetragen haben sollen, ist das Unternehmen unter den Beschuldigten. Zudem muss es sich zahlreichen Klagen wegen angeblicher Krebsrisiken des Pflegemittels «Baby Powder» stellen.

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12 Kommentare

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  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Was nützt diese Massnahme den Männern, welche Brüste wachsen/wuchsen..., den tausenden...(?) von Menschen weltweit, welche durch Pharmaunternehmen, gesundheitliche Schädigungen erlitten/weiiter erleiden werden? Wann wird endlich verantwortungsbewusst gehandelt von den vielen Zuständigen im "Gesundhheits-Wesen-Un-Wesen" weltweit, in der Schweiz - BAG, Gesundheits-DirektorenInnen,Parlament und Co? Profitgier, Lobbyismus der Zuständigen ist enorm gross! Soviel zu Sinn machender "Tier-Forschung"!
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  • Kommentar von Pia Müller  (PiMu)
    Ist doch normal. Die Chemie-Medis haben immer z.T. gravierende Neben-Probleme. Ob das mit Geldstrafen einfach abzugelten ist, ist für mich eine Katastrophe. Siehe Contergan !!!
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    1. Antwort von Franz NANNI  (igwena ndlovu)
      Nun Contergan ist ein schlechter Vergleich.. Contergan hat es, als Nebenwirkung nota bene, Moeglich gemacht, dass Kinder zur Welt kamen die der Koerper ohne Behandlung schon in den ersten Monaten abgestossen haette.. in Form einer verspaeteten Mens oder als Spontanabort in der fruehen Schwangerschaft.
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  • Kommentar von Daniele Röthenmund  (Daniele Röthenmund)
    Fakt scheint, die Firma hat gefehlt. Dann muss eine bezahlt werden die Lebenslangen Zusatzkosten für den entstandenen Schaden, Plus Schmerzensgeld. Die höhe der Summen finde ich übertrieben. Es wäre Sinnvoller die Verantwortlichen die gefehlt haben Strafrechtlich, mit möglichen Haftstrafen zu verfolgen und solche zu verhängen. Solche Irrsinnigen Zahlungen können 2 Negativ folgen haben. man kann sich Freikaufen oder man geht Bankrott und viele Unschuldige Mitarbeiter stehen auf der Strasse.
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