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Legende: Audio Hilfswerke fordern Schuldenerlass für Mosambik abspielen. Laufzeit 02:27 Minuten.
Aus SRF 4 News aktuell vom 04.04.2019.
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Schweizer Grossbank gefordert CS soll Mosambik unbewilligte Kredite erlassen

Nach dem Zyklon fordern Hilfswerke die Grossbank auf, Mosambik Kredite zu erlassen. Was steckt dahinter?

Mit einer Milliarde Dollar steht Mosambik bei der Grossbank Credit Suisse (CS) in der Kreide. Nun fordern die Hilfswerke Helvetas, Keesa, Solidar Suisse und Terre des Hommes in einem Brief an CS-Chef Tidjane Thiam, dass die CS auf die Rückzahlung dieser Milliarde verzichten soll.

Martin Fischler von Helvetas erklärt, wieso: «Diese Schulden sind durch eine illegale Kreditvergabe entstanden. Die Kredite wurden nicht vom Parlament und der Nationalbank in Mosambik bewilligt.» Auch dem Internationalen Währungsfonds wurden die Kredite nicht gemeldet.

Steuerzahler sollen für versickerte Gelder bezahlen

Ein Teil der heimlich vergebenen Millionen floss nicht – wie versprochen – in den Aufbau einer Thunfisch-Fangflotte, sondern versickerte in privaten Taschen.

Es ist ungerecht, wenn die Steuerzahler von Mosambik diese Kredite zurückzahlen müssen.
Autor: Martin FischlerVertreter von Helvetas

«Es ist ungerecht, wenn die Steuerzahler von Mosambik diese Kredite zurückzahlen müssen», sagt Fischler.

Eine Milliarde Dollar ist viel Geld in einem Land, das pro Kopf und Jahr 400 Dollar erwirtschaftet. Mosambik hat weitere 10 Milliarden Dollar Schulden und seine Infrastruktur ist in den vom Zyklon betroffenen Gebieten fast ganz zerstört.

UNO ist derselben Meinung

Die Hilfswerke sind nicht alleine mit ihrer Forderung. Letzte Woche hatte die UNO dasselbe gefordert.

Die heimlichen Kredite sollten und könnten nicht zurückbezahlt werden.
Autor: Juan BohoslavskyUNO-Experte

«Die heimlichen Kredite sollten und könnten nicht zurückbezahlt werden», sagte UNO-Experte Juan Bohoslavsky wörtlich.

Auch Gebühren werden zurückgefordert

Ein CS-Sprecher nahm keine konkrete Stellung zum geforderten Schuldenerlass. Er wies aber darauf hin, dass die Credit Suisse mit den zuständigen Behörden an der Umschuldung des zahlungsunfähigen Landes mitwirke.

Die Hilfswerke fordern aber nicht nur, dass die CS Mosambik Schulden erlässt. Die Bank solle auch die Gebühren zurückzahlen, die man am Milliardenkredit verdient habe. Die Hilfswerke reden von 100 Millionen, die CS sagt, es seien 23 Millionen Dollar.

Egal, wie viel es letztlich ist: Mosambik braucht jeden Franken für den Wiederaufbau dringend.

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14 Kommentare

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  • Kommentar von Charles Grossrieder  (View)
    Es liest sich als koenne sich die CS diesen Kredit so oder so an den Hut stecken; auch ohne Erlass? Wenn, schon, koennte der Staat Mosambik dafuer der CS Alternativen offerieren, welche beiden Parteien Vorteile bringen und Arbeitsstellen schaffen. Ohne, dass sich NGO’s in deren Geschaefte einmischen welche diese nichts angehen. Wenn schon dann waere dies die Angelegenheit der Aktionare und Anleger der CS.
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  • Kommentar von Mike Bimmer  (Mike Bimmer)
    Zwei Probleme: Geld kommt in Afrika, eh nie dort an wo es hingehört. Weder von CS noch von diesen Hilfsorganisationen. Soll der Staat das selber wieder hinbekommen. Sorry aber die müssen auch mal Verantwortung übernehmen.
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  • Kommentar von Stefan Trasser  (chiggifan)
    Die CS wirde den Kredit sowieso abschreiben müssen. Entweder freiwillig odee gezwungen. Das Geld ist verloren
    Hier in Afrika zahlt man bei Krediten meist ca. 20% Zinsen. Die Moral beim Zurückzahlen ist nicht so gut :-)
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    1. Antwort von Nicolas Dudle  (Nicolas Dudle)
      Diese Generalisierung stimmt so nicht. Für Staatsschulden ist das korrekt, für Kleinstkredite zum Aufbau lokaler Wirtschaftseinheiten (meistens an Frauen im Zusammenhang mit Landwirtschaft oder Handwerk) gilt das Gegenteil. Da ist die Kreditrückzahlungsrate sogar höher als bei unseren westlichen Konsumkrediten.
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