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SNB mit Milliardengewinn
Aus Nachrichten vom 29.04.2021.
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Schweizerische Nationalbank SNB erzielt im ersten Quartal Milliarden-Gewinn

  • Die Schweizerische Nationalbank (SNB) startet mit einem hohen Gewinn in das Jahr 2021.
  • Dank einem schwächeren Schweizer Franken und dem anhaltenden Boom an den Aktienmärkten resultierte im ersten Quartal ein Gewinn von 37.7 Milliarden Franken.
  • Im ersten Quartal 2020 hatte die SNB noch einen Verlust von rund 38 Milliarden Franken verbucht.

Nicht zuletzt dank der klaren Aufwertung des US-Dollar seit Jahresbeginn resultierte auf den Fremdwährungspositionen ein Gewinn von 39.9 Milliarden Franken, wie einer SNB-Mitteilung zu entnehmen ist. Auf dem Goldbestand, der mengenmässig unverändert blieb, verbuchte die Nationalbank dagegen einen Bewertungsverlust von 2.3 Milliarden.

«Gewinn ist mit Vorsicht zu geniessen»

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Einschätzung von Wirtschaftsredaktorin Maren Peters:

«Keine Frage: Der Rekordgewinn der Nationalbank von 37,7 Milliarden Franken im ersten Quartal ist aussergewöhnlich. Aber: Er ist mit Vorsicht zu geniessen. Denn der Milliardengewinn geht fast ausschliesslich auf Devisengewinne zurück. Die Nationalbank sitzt auf Devisenreserven von mehr als 900 Milliarden Franken. Allein ein Drittel davon hält sie in Dollar. Weil der Dollarkurs – aber auch Euro und Pfund – seit Jahresbeginn im Verhältnis zum Schweizer Franken deutlich aufgewertet haben, hat die Nationalbank allein mit Devisengewinnen im ersten Quartal knapp 40 Milliarden Franken verdient. Dass der Wert der Goldbestände seit Jahresbeginn um zwei Milliarden geschrumpft ist, fiel demgegenüber kaum ins Gewicht.

Für Begehrlichkeiten ist es aber noch zu früh. Denn vorerst steht der Milliardengewinn nur auf dem Papier, es ist ein reiner Buchgewinn. Ob Bund und Kantone am Ende mehr bekommen als die zwischen Finanzdepartement und SNB vereinbarte Ausschüttung von insgesamt vier Milliarden Franken hängt vom Jahresgewinn ab. Bis der ausgewiesen wird, kann noch viel passieren.

Devisen-, Börsen- und Goldkurse sind starken Schwankungen unterworfen. Sie sind abhängig vom weiteren Verlauf der Pandemie, der Impfgeschwindigkeit, der Weltwirtschaft und vielen anderen Faktoren. Auch, wenn die Nationalbank in den ersten drei Monaten einen gigantischen Gewinn gemacht hat – zum Jahresende kann die Bilanz wieder ganz anders aussehen.»

Im ersten Quartal 2020 hatte die SNB noch einen Verlust von rund 38 Milliarden Franken verbucht. Der Grund lag damals im harschen Umfeld an den Finanzmärkten zu Beginn der Coronakrise und einer Aufwertung des Frankens. Für das Gesamtjahr 2020 hatte schlussendlich dennoch ein Gewinn von 20.9 Milliarden resultiert.

Radio SRF4 News, 29.04.2021, 8:00 Uhr;

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Sancho Brochella  (warum?)
    Die SNB sollte jährlich 1x einen 10'000stel ihres Gewinns an irgend einen Bürger / eine Bürgerin verschenken. Und da ich als erster die Idee hatte ... ;-)
  • Kommentar von Sascha Ehring  (MountainmanSG)
    Und zack, Corona ist bezahlt. Super Sach.
    1. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Sascha Ehring: Und zack das Geldangebot ist um 100 Mrd. Fr. erhöht. Ob das für die Bevölkerung eine Supersache ist, können Sie in einem Einführungslehrbuch für Volkswirtschaftslehre nachlesen; Kapitel: Geldtheorie/Geldpolitik.
    2. Antwort von Dani Keller  (¯\_(ツ)_/¯ ____)
      @Leu: historisch einmalige Ereignisse wie Corona könnte man durchaus mit einer historischen Einmalzahlung der SNB korrigieren, statt jahrezehntelang diese 40 Milliarden abzustottern.
      Apropos: wieviele Mia. hat die SNB der Bevölkerung entzogen mit Null- und Negativzinsen der Sparer und Pensionskassengelder?
    3. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Dani Keller: Auch diese 40 Mrd. würden die Geldmenge viel zu stark erhöhen, so dass eine starke Preissteigerung zu erwarten wäre. Der Bargeldumlauf beträgt im Moment ca. 100 Mrd. Fr. Jetzt können Sie sich vorstellen was bei +40% mehr passiert. Hätte die SNB keine Tiefzinspolitik betrieben, hätte sie der Bevölkerung noch mehr Wohlstand entzogen, da der Frankenwert hochgeschossen wäre und einen Teil der Exporte abgewürgt hätte. Am Export hängen aber über 50% der Arbeitsplätze in der Schweiz.
  • Kommentar von Philipp M. Rittermann  (airmaster1)
    finde ich toll. wieviel davon fliesst nochmal gleich in die sanierung der ahv?

    bitte-danke.
    1. Antwort von Daniel Seroca  (Seroca)
      Grundsätzlich nichts. Die SNB ist nicht da um alle möglichen Kässeli zu füllen, sondern um eine für die Schweiz vorteilhafte Währungspolitik zu machen.
    2. Antwort von Pascal Schuler  (zensiert25)
      Für die Schweiz eine vorteilhafte Währungspolitik? Für welche Schweiz? Ein schwächerer Franken hilft nicht allen.