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Legende: Audio Snapchat stellt Snap Games vor abspielen. Laufzeit 03:31 Minuten.
03:31 min, aus SRF 3 Wirtschaft vom 05.04.2019.
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Soziale Medien Snapchat will doch nur spielen

Rivalen wie Instagram und TikTok machen dem Messaging-Dienst das Leben schwer. Nun sollen Games die Nutzer halten.

Am ersten «Snapchat Partner Summit» in Los Angeles hat Snapchat präsentiert, was man Konkurrenten Instagram oder TikTok entgegenhalten will.

Neben weiteren exklusiven Video-Inhalten («Snap Originals») wurde «Snap Scan» gezeigt, das die Augmented-Reality-Funktionen von Snapchat ausbaut. So kann ein neuer Filter Objekte wie Blumen erkennen und automatisch eine bewegte Biene von «Giphy» darüberlegen. Die Anwendung «Photomath» kann den Text eines Mathematik-Problems lesen und gleich die Aufgabe lösen.

Mit Freunden spielen und chatten

Neu ist ausserm die Plattform «Snap Games», auf der Nutzerinnen und Nutzer mit Freunden spielen und chatten können.

«Bitmoji Party» etwa ist eine Minigame-Sammlung à la «Mario Party» vom australischen Studio PrettyGreat. Dessen Chef Luke Muscat hat den Klassiker «Fruit Ninja» designt. Snapchat hat PrettyGreat im letzten Jahr für 8,6 Millionen Dollar gekauft.

Zynga («Farmville») ist ein weiterer Partner und versucht, mit «Tiny Royale» vom «Fortnite»-Hype zu profitieren.

Ausgewählte Partner, Einnahmen über Werbung

Wie bei anderen Inhalten setzt Snapchat auch bei den Games nicht auf einen offenen Markt, sondern auf wenige, ausgewählte Partner.

Geld verdienen will Snapchat mit den Games über Werbung: Um im Spiel einen Bonus zu erhalten, können die Spieler kurze Werbeclips anschauen.

Mehr tägliche Nutzer als Twitter

«Snap Games» soll nicht nur neue Einnahmequellen erschliessen, sondern die Nutzer länger in der App halten. Nach einem Rückgang der Zahlen ist es Snapchat zwar im letzten Quartal gelungen, die Abwanderung der Nutzer zu stoppen.

Mit 186 Millionen täglichen Besuchern ist Snapchats Nutzerbasis laut der Tech-Webseite Recode, Link öffnet in einem neuen Fenster zwar 60 Millionen grösser als die von Twitter. Doch Dienste wie Instagram oder TikTok machen Snapchat das Leben schwer. Sie können ein junges Publikum für sich begeistern, das vorher vor allem bei Snapchat zu finden war.

Opfer des eigenen Erfolgs

Snapchat ist Opfer des eigenen Erfolgs: Seine Story-Funktion – Bilder und Videos, die während 24 Stunden zu sehen sind und danach verschwinden – ist von Facebook, Instagram, WhatsApp und WeChat übernommen worden. Und einige Nachahmer sind damit erfolgreicher als das Original: Instagrams Story-Funktion wird heute über 500 Millionen Mal am Tag gebraucht – bei Snapchat sind es 100 Millionen weniger.

Snapchat hat viel in Video-Inhalte investiert. In der App sind Fail-Videos, Sport- oder People-News zu sehen, die von Dritten produziert werden. Dazu kommen selbst entwickelte Serien, von der Reality-Show bis zur Horror-Anthologie.

Misslungenes Redesign

Doch selbst bei einem Erfolg der Game- und Video-Strategie plagen Snapchat weiterhin andere Probleme: Im Gegensatz zu den Inhalten anderer sozialer Netzwerke lassen sich Snapchat-Posts nicht auf Webseiten einbinden. Auch die Profile der Nutzer sind nicht öffentlich. So ist Snapchat ausserhalb des unmittelbaren Benutzerkreises kaum sichtbar.

Kommt dazu, dass die App für Neueinsteiger nur schwer zu bedienen ist. Snapchat-Chef Evan Spiegel wollte das 2018 mit einem Redesign lösen. Das erleichterte tatsächlich den Einstieg, vergraulte aber gleichzeitig das Stammpublikum. Nach dem Rückgang der Nutzerzahlen um zwei Prozent machte Snapchat viele der Änderungen wieder rückgängig.

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