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Bekenntnis zum Service Public von Postchef Cirillo
Aus Rendez-vous vom 22.08.2019.
abspielen. Laufzeit 03:24 Minuten.
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Strategie für Post gesucht Ein Kampf um Einnahmen – mit fehlenden Mitteln

20 Wochen ist Roberto Cirillo im Amt. Zu wenig lang, um bereits eine detaillierte neue Strategie präsentieren zu können, welche die Post so dringend braucht. Aber der Tessiner machte deutlich, dass die Post diese Neuorientierung dringend braucht.

Um längerfristig ihr Geschäft aufrecht zu erhalten, muss die Post neue Einnahmequellen suchen. Denn das Kerngeschäft der Post, die Briefpost, schrumpft, die Poststellen sind seit Jahren defizitär und bei der Postfinance sinkt der Gewinn wegen der tiefen Zinsen. Dazu kommt, dass die neuen zukunftsträchtigen Geschäftsfelder, zu denen etwa das elektronische Management von Dokumenten gehört, all diese wegbrechenden Einnahmen nicht kompensieren können.

Dringende Neuorientierung

«Wir müssen uns bewegen», sagte heute Roberto Cirillo in seiner Rede nach den ersten 20 Wochen im Amt.

Die Dringlichkeit einer Neuorientierung unterstrich der Postchef mit der Aussage, dass der Logistikkonzern in zehn Jahren die Grundversorgung nicht mehr werde aus der eigenen Tasche bezahlen können.

Eine Gruppe aus jungen Mitarbeitern zwischen 30 und 40 Jahren soll deshalb nun eine neue Strategie für die Jahre ab 2021 entwickeln.

Auf das Wohlwollen der Politik angewiesen

Wie auch immer diese Strategie aussehen wird, der Konzern wird einen Spagat schaffen müssen: Das Unternehmen braucht neue Einnahmequellen, muss also in neue Geschäftsfelder investieren. Doch das kostet Geld. Geld, das die Post nicht hat, weil die Einnahmen wegbrechen.

Wie die drittgrösste Arbeitgeberin diesen Spagat schaffen will, ist unklar. Deshalb appellierte Cirillo auch an die Politik. Die Post bewege sich bezüglich der Zielvorgaben in einem engen Korsett. Man werde das Wohlwollen der politischen Akteure benötigen. Damit ist wohl die Postfinance gemeint, die auf eine Aufhebung des Kreditverbots hofft und die so in den Hypothekenmarkt einsteigen will. Der Bundesrat befürwortet das, bald ist das Parlament am Ball. Der Widerstand von anderen Banken ist bereits programmiert.

Weniger Investitionen

Roberto Cirillo erklärte heute an der Medienkonferenz, dass die Post weniger investieren will als ursprünglich geplant – 100 Millionen Franken weniger. Man wolle nicht mehr Geld ausgeben, als man habe.

Das zeigt deutlich, in welcher Zwickmühle sich die Post befindet. Denn gerade jetzt müsste sie so dringend in neue Geschäftsfelder investieren.

Denise Joder-Schmutz

Denise Joder-Schmutz

Wirtschaftsredaktorin, SRF

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Denise Joder-Schmutz ist seit 2013 bei der Wirtschaftsredaktion von Radio SRF. Davor hat sie mit einem Master in European Business an der Universität Freiburg abgeschlossen und bei verschiedenen Schweizer Unternehmen gearbeitet.

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11 Kommentare

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  • Kommentar von W. Pip  (W. Pip)
    Wir zahlen Steuiern für Infrastruktur. Diese muss deshalb NICHT kostendeckend sein.
    1. Antwort von Albert Planta  (Plal)
      Zum x ten Mal: die Post finanziert sich selber und zahlt Jahr für Jahr einen nahmhaften Betrag in die Bundeskasse.
  • Kommentar von Jean-Philippe Ducrey  (Jean-Philippe Ducrey)
    "Wir müssen..." hört man meistens von Politikern und heisst in Wirklichkeit "Wir möchten schon gerne, können aber nicht". Solche Worte passen nicht zu einem Macher und erst recht nicht zu einem CEO. Die Post hat zu lange geschlafen, die ausländische Konkurrenz aus Frankreich und Deutschland beim lukrativen Paketservice viel zu nahe aufkommen lassen, Partnerschaften mit minderwertigen Partnern gesucht... Denke sehr wohl, dass das zu stemmen ist.
  • Kommentar von Jean-Philippe Ducrey  (Jean-Philippe Ducrey)
    "Wir müssen..." hört man eigentlich nur von Politikern, aber nicht von Machern. Denn "wir müssen... " heisst eigentlich "wir möchten ja schon gerne, sind aber unfähig dazu". Tja, Mr. Cirillo....
    1. Antwort von Albert Planta  (Plal)
      Seien sie doch froh dass es noch Manager gibt, die unverschlüsselt sprechen;-)