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Credit Suisse spannt mit Universität St. Gallen zusammen
Aus Rendez-vous vom 22.03.2021.
abspielen. Laufzeit 04:19 Minuten.
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Strategische Partnerschaft HSG und CS – eine neue Partnerschaft wirft Fragen auf

Die Credit Suisse darf sich an der Uni St. Gallen ein Forschungszentrum bauen. Was bedeutet das für die renommierte HSG?

Die Grossbank Credit Suisse CS geht mit der Universität St. Gallen eine strategische Partnerschaft ein. Geplant ist auf dem Campus das sogenannte «HSG Center for Financial Services Innovation». Die Grossbank wird die HSG in den nächsten zehn Jahren mit insgesamt 20 Millionen Franken unterstützen. Es ist die grösste private Zuwendung in der Geschichte HSG.

Am neuen Zentrum soll dereinst das Know-how aus den bestehenden Forschungsrichtungen von Finanzwirtschaft, Management und Recht zusammengebracht und verdichtet werden. Das Zentrum soll weltweit führende Forschung zu Grundfragen des Finanzplatzes generieren.

HSG: Öffentliche Gelder reichen nicht

Die öffentlichen Gelder reichten zwar für die Forschung und Lehre in der Grundlagenforschung, so die HSG. Für die Synthese dieser Forschung reichten die Mittel aber nicht, heisst es beim Rektorat: Falls die CS nicht mitgemacht hätte, hätte man andere Geldgeber gesucht. Zum «Founding Partner» CS würden zudem noch weitere Sponsoren dazukommen.

Mit der Beteiligung der CS wird der Lehre an der HSG nach offiziellen Angaben völlig unabhängig bleiben. Die HSG macht auch die Verträge mit der CS öffentlich. Anders als etwa die Universität Zürich, die vor knapp zehn Jahren von der Grossbank UBS 100 Millionen Franken erhalten hatte und die Verträge unter Verschluss halten wollte.

Chancen und Risiken

Kritiker monieren heute trotzdem, dass Transparenz eben nur ein Schritt sei und dass die Anscheinsproblematik bleibe: Professorinnen und Professoren an diesem Zentrum würden nie ganz unvoreingenommen gegenüber der CS sein. Ein Kritiker zog heute als Beispiel den Vergleich zur Glaubwürdigkeit eines Corona-Impfstoffs, dessen Hersteller in der Schweiz Pharma-Professuren sponsern würde.

Die CS ihrerseits kann mit ihrem Engagement sicherstellen, dass an der Universität St. Gallen künftig in Feldern geforscht wird, die sie interessieren. Ebenso, dass es aus diesen Forschungsfeldern kompetenten Nachwuchs gibt, der dann womöglich nach dem Studium zur CS wechselt. Die CS wird mit der Vereinbarung auch zur Campus-Bank und stellt den Bancomaten auf dem Uni-Gelände. Sie wird auch Namensgeberin eines Gebäudes und nun oft in einem Zug mit der HSG genannt.

Der aktuelle Fall Greensill

Was die Verwicklung der CS in den aktuellen Greensill-Skanal in Deutschland betrifft, so geben sich die HSG-Verantwortlichen zuversichtlich, dass das nicht auf ihre Reputation abfärben wird. Sie verweisen darauf, dass die Angelegenheit, welche die Credit Suisse und ihre Kundschaft wohl Milliarden kosten, bis zur Eröffnung des Zentrums in einem Jahr aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwunden sein wird. Ganz ausschliessen wird aber wohl niemand, dass die Grossbank bis 2022 wieder irgendwo eine Reputationsbaustelle haben könnte.

Rendez-vous, 22.03.2021, 12:30 Uhr

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Achim Berger  (Schlauberger)
    @SRF: Fehler bei "Mit der Beteiligung der CS wird der Lehre an der HSG nach offiziellen Angaben völlig unabhängig bleiben." Korrekt wäre wohl, aus grammatischer Sicht, "die Lehre".
  • Kommentar von Bruno Müller  (Krötenprinz)
    Keine Grossbank verschenkt auch nur einen Rappen ohne den Hintergedanken des Eigennutzes. Das weiss heute jedes Kind. Ob die Unabhängigkeit in Lehre und Forschung mit solchen Spenden gewahrt wird, darf bezweifelt werden.
  • Kommentar von Vale Nipo  (VNxpo)
    Wieso nicht eine Hochschule für Ökologie erbauen, statt noch mehr Geld aus Geld erschaffen, das unbegründetes Leid bringt.
    1. Antwort von Charles Grossrieder  (View)
      Leid bringt nicht das Geld, sondern jene welche dessen Wert nicht humanitär harmonisch zu handhaben wissen. Aber auch jene welche nie genug haben und das Wenige was sie haben unüberlegt verpulvern und dann ihre Probleme andern in die Schuhe schieben.