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Streit um Aktienhandel Die Börsenäquivalenz kurz erklärt

Was es bedeutet, wenn die Börsenäquivalenz wegfallen würde und welche Gegenmassnahmen die Schweiz ergreifen will.

Börsenäquivalenz: Weil die Schweiz nicht zur EU gehört, muss die EU die Schweizer Börsengesetze als gleichwertig anerkennen (Äquivalenz). Die Börsenäquivalenz ermöglicht, dass alle Handelsteilnehmer sowohl in der Schweiz als auch in der EU alle Aktien handeln können. Der Händler aus der EU hat ein Interesse daran, an einem Schweizer Handelsplatz zu handeln, weil er auf den meisten hier erhältlichen Titeln die attraktivsten Bedingungen findet. Die Differenzen zwischen Kaufs- und Verkaufskurs sind klein, die Liquidität ist hoch.

Börsenäquivalenz

Wegfall der Börsenäquivalenz: Wenn die EU der Schweiz die Börsenäquivalenz verweigert, würden alle Aktienhändler und Investoren aus dem EU-Raum vom Schweizer Handelsplatz abgeschnitten. Investoren, die beispielsweise in Paris oder Frankfurt sitzen, könnten somit keine Aktien mehr an der Schweizer Börse kaufen. Händler aus der EU dürften Schweizer Aktien nicht an der Schweizer Börse handeln, da diese Aktien auch an der EU-Börse gehandelt werden. Das Aktienhandelsvolumen an der Schweizer Börse würde damit stark zurückgehen.

Keine Verlängerung der Börsenäquivalenz

Gegenmassnahmen des Bundesrats: Ab dem 1. Januar 2019 soll für ausländische Handelsplätze eine Anerkennungspflicht gelten, wenn sie Schweizer Aktien handeln. Der Handel mit Schweizer Beteiligungspapieren im Ausland ist nur dann zulässig, wenn das ausländische Finanzmarktrecht «keine einschränkenden» Bestimmungen enthält, die den Handel an der Schweizer Börse beeinträchtigen.

Falls die EU die Börsenäquivalenz nicht verlängern sollte, würde dies bedeuten, dass der Handel von Schweizer Aktien in der EU nicht mehr erlaubt wäre. Händler aus der EU dürften aber Schweizer Aktien in der Schweiz handeln, da kein Handel an EU-Börsen stattfindet. Das Handelsvolumen an der Schweizer Börse würde so weniger beeinträchtigt.

Börsenäquivalenz die Gegenmassnahmen des Bundesrats
Legende: Video Aus dem Archiv: Börsenäquivalenz – Brüssel droht weiter abspielen. Laufzeit 03:05 Minuten.
Aus Tagesschau vom 28.11.2018.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Robert Frei (RFrei)
    Es wäre vielleicht nützlich erklärt zu bekommen, was der Verlust der Börsenäquivalenz für den Normalbürger bedeutet. Geht es nur darum, dass unsere Finanzinstitute weniger Geld abschröpfen können?
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    1. Antwort von Thomas Bruckschlegel (Thomas Bruckschlegel)
      Es geht schlich um die Handelskonditionen, Handelszeiten und die Transaktionsgeschwindigkeit. All diese Faktoren (ausser Handelszeitung) sind von dem Handelsvolumen, der Liquidität abhängig. Im effizientesten Fall bräuchte es nur eine einzige Börse weltweit, welche 24h pro Tag handelt. Jedoch verliere man damit lokale Steuerungsmöglichkeiten!
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    2. Antwort von Robert Frei (RFrei)
      @T.Bruckschlegel. Aber was bedeutet das für den Normalbürger? Handel ist etwas, wo Geld an etwas von anderen Produzierten oder Geleisteten weiterverkauft und dabei Geld verdient wird, ohne einen Mehrwert dazuzugeben. Börse ist Handel am obersten Niveau, und da kann man sich fast unendlich reich zocken, ohne selbst was zu leisten. oK, das ist soweit klar. Wo betrifft die Börenäquivalenz aber den Normalbürger?
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  • Kommentar von Alex Moser (AM)
    Der Trumpf ist oben beschrieben - und ziemlich genial! Wenn sich die Schweiz noch mit London zusammenschliessen würde (Finanzplatz Nr. 1 und 2 in Europa), dürfte es düster ausschauen für die EU-Börsen. Denn nicht wenige europäische Unternehmen würden ihre Aktien nur noch in Zürich und London listen lassen, damit sie weiterhin an den grossen Börsen gehandelt werden dürfen. Bin gespannt wie es weitergeht...
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  • Kommentar von Adi Berger (Adi B.)
    Der Plan B des Bundesrates ist eine gute Alternative und bietet eine Chance zu nicht durch EU-Regeln behinderte Zusammenarbeit mit Börsen in Ländern ausserhalb der EU, namentlich zB London.
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