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Zweitwohnungen im Tessin sind beliebt, Mietwohnungen nicht
Aus SRF 4 News aktuell vom 10.09.2021.
abspielen. Laufzeit 02:26 Minuten.
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Südkanton als Feriendomizil Corona verhilft dem Tessiner Immobilienmarkt zur Blüte

Ferien zwar nicht im Ausland, aber doch im Süden: Zweitwohnungen im Raum Locarno sind derzeit gefragt.

Immobilienhändlerinnen wie Claudia Tresch, Chefin des Immobilienbüros Engel & Völkers in Ascona, reiben sich derzeit die Hände: «Es ist definitiv so, dass die Feriendestination Ascona dank Corona wieder neu entdeckt und ästimiert wurde. Aus diesem Grund verzeichnen wir eine ausserordentlich hohe Nachfrage nach Ferienimmobilien im Tessin.»

Viele Leute hätten Angst, ins Ausland zu reisen. Sie haben sich deshalb entschieden, ihren Ferienwohnsitz ins Tessin zu verlagern. Es seien vor allem Menschen um die 50, die derzeit im Tessin einen Zweitwohnsitz kauften. Tresch geht davon aus, dass dieser Kaufboom anhält. Nicht zuletzt auch wegen der weiterhin negativen Bankzinsen, die das klassische Geldsparen auf dem Bankkonto unattraktiv machen.

Leerstehende Wohnungen in Lugano

Dieser Run auf Tessiner Zweitwohnungen im Raum Ascona und Locarno wird hart kontrastiert von haufenweise leerstehenden Mietwohnungen, besonders im Raum Lugano. Je nach Strasse hängt dort an jedem zweiten Quartierblock ein «Affitasi»-Schild, also ein «Wohnung zu vermieten»-Schild. Es sind häufig sanierungsbedürftige Wohnungen und Häuser, erbaut in den 1970er-Jahren, die heute leer stehen.

Legende: Ascona ist als Feriendestination beliebt: Ein Blick auf das Seeufer in Ascona. Keystone

Von einem Boom ist das Tessin bei den Mietwohnungen derzeit nämlich weit weg. Dennoch haben die Investoren hier wie auch an anderen Orten in der Schweiz kräftig gebaut. Die Folge davon ist wachsender Leerstand. Gemäss Bundesamt für Statistik verzeichnet der Südkanton letztes Jahr nach dem Kanton Solothurn die schweizweit höchste Leerstandsquote.

Dauerhaft dort wohnen will kaum jemand

Fabio Guerra, Tessiner Immobilienspezialist bei Wuest Partner, sagt dazu: «Das Tessin hatte in den letzten fünf Jahren eine sehr schwache Dynamik in Bezug auf die Bevölkerungsentwicklung. Das führt dazu, dass viele Angebote auf dem Markt bleiben. Die Leerstände sind gestiegen.»

Der Kanton leide an einem Bevölkerungsschwund. Im Tessin Ferien machen oder eine Zweitwohnung kaufen, das wollen zwar viele. Dauerhaft im Tessin zu leben ist derzeit aber wenig gefragt.

 

 

SRF 4 News, 10.09.2021, 06:10 Uhr

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Ueli von Känel  (uvk)
    ...Fortsetzung: Für die Natur wäre es gut, wenn relativ bald einmal die Immobilienblase platzen würde. Viele Menschen tragen - wider alles wissen, was besonders schlimm ist - kaum wirklich Sorge zur Natur. Vielleicht muss etwas "z'Bode gah", da viele Menschen zu wenig Sorge tragen zur Natur - gerade auch zur Lebensgrundlage für Nachkommende. "Egomanie" möge sich in Mitgefühl mit der Tier- und Pflanzenwelt, dann auch mit denen, die materielle fast nichts haben, wandeln.
  • Kommentar von Ueli von Känel  (uvk)
    Die Masslosigkeit verschiedenster Menschen wird immer grösser. Es gibt im Kontrast zum Kauf von Zweitwohnungen im Tessin viele leerstehende Wohnungen. Trotzdem sollen viele Zweitwohnungen dazukommen. Das ist ein sehr egomanisches Verhalten. Der Graben öffnet sich auch hier: Vermögende Leute können kaufen, andere haben Mühe, ihre zum Teil baufälligen Wohnungen zu renovieren.Und schlimm:Mit Zweitwohnungen wird der Natur wieder etwas weggenommen. Fürs Klima ist es nicht förderlich. Fürchterlich!
    1. Antwort von Christophe Bühler  ((Bühli))
      Wer vorausschauend vor der Zweitwohnungsinitiativ umweltbewusst gebaut hat bringt seine Wohnungen oder Häuser auch an den Kunden. Wer Schrott mit Einfachverglasung vermietet oder Villen aus den 60ern unrenoviert verkauft bekommt auch keinen adäquaten Preis. Das ist der freie Markt und überhaupt nicht fürchterlich. Wer seine Häuser nicht umweltgerecht unterhalten kann und lieber zum Dach und Fenster herausheizt, dürfte aus Umweltschutzgründen bald kein Haus mehr haben
  • Kommentar von Andreas Wiedler  (infonews)
    Darum geht es wirklich bei Corona.. schon längst nicht mehr um die Gesundheit.