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Teures Nischenprodukt Kaum ein Hersteller baut noch Sprungskis

Skispringen ist kein Breitensport. Deshalb gibt es im Gegensatz zum Skifahren und Langlaufen auch keinen Markt für Sprungskis.

Legende: Audio Fischer stellt noch 1600 Paar Sprungskis pro Jahr her abspielen. Laufzeit 01:58 Minuten.
01:58 min, aus SRF 4 News aktuell vom 22.02.2019.

Atomic und Rossignol sind schon lange ausgestiegen. Für die traditionellen Skihersteller war die Produktion der Sprungskis zu teuer und zu aufwändig. Als einzige grosse Marke ist nur noch Fischer geblieben.

Skispringen ist beim österreichischen Unternehmen traditionell tief verankert. Aber das sei nicht der einzige Grund, sagt Gerhard Urain, nordischer Rennserviceleiter bei Fischer: «Die Zuschauerzahlen sind hoch. Viele Leute können sich dafür begeistern.»

Obwohl man nur sehr begrenzt Sprungskier verkaufen könne – laut Urain sind es im Jahr ungefähr 1600 Paar – habe man beim Skispringen trotzdem immer gute Einschaltquoten. «Und das ist natürlich eine Werbung für die Marke.»

Aufwändige Massanfertigungen

Nirgends ist der Ski so lange und so prominent im Bild wie beim Skispringen. Da lohnt sich für Fischer der grosse Aufwand für die Produktion. Denn jedes Paar Sprungskis ist eine Massanfertigung. «Das heisst, für jeden Athleten wird der Ski speziell angepasst», erklärt Urain. «Der Ski hat einen gewissen Schwerpunkt und eine gewisse Schaufelöffnung, damit er das bestmögliche Ergebnis bringt.»

Ammann
Legende: Setzt auf Slatnar aus Slowenien: Simon Ammann beim Skisprung-Weltcup im deutschen Willingen. Keystone

Kein Wunder, reissen sich die Skifirmen nicht um die aufwändige Produktion. Neben dem Branchenprimus Fischer, der mehr als die Hälfte der aktuellen Athleten unter seiner Marke betreut, gibt es noch drei kleinere Hersteller, wie beispielsweise Slatnar. Der Schweizer Doppel-Olympiasieger Simon Ammann springt seit dieser Saison mit den slowenischen Skis.

Verbesserung von normalen Skis

Ammann, der bei der Entwicklung seines Materials ein gewichtiges Wort mitredet, sagt, dass andere Sportarten von den Errungenschaften im Skisprung durchaus profitieren können. «Man sieht das zum Beispiel beim Skifliegen: Dabei biegt es den Ski extrem durch, und trotzdem geht er nie kaputt.» Das bedeute, so Ammann: «Der Ski muss extremste Belastungen aushalten. Diese Erkenntnisse kann man dann für andere Skis brauchen.»

Es ist mit dem Skispringen ein bisschen wie mit der Formel 1: Ausser den Rennfahrern fährt niemand solche Boliden. Aber die technischen Fortschritte sind heute auch bei den normalen Autos spürbar.

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