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«Bespitzelung war unangemessen und unverhältnismässig» (frz.)
Aus News-Clip vom 30.10.2019.
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Thiam zur Bespitzelungsaffäre «Es war ein isolierter Einzelfall»

Zwei Top-Manager, die sich derart in einen Nachbarschaftsstreit an der Zürcher Goldküste verstricken, dass sie beruflich ab Sommer getrennte Wege gehen mussten – und einer sogar von Privatdetektiven überwacht wurde. So passiert bei der Credit Suisse.

Der eine Streithahn, Iqbal Khan, hat inzwischen zur Erzrivalin UBS gewechselt. Der andere, Tidjane Thiam, ist weiterhin Chef der Credit Suisse. Heute nahm er erstmals selber Stellung zur «Khan-Affäre». SRF News hat mit Thiam gesprochen.

Tidjane Thiam

Tidjane Thiam

Chef der Credit Suisse

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Tidjane Thiam ist 1962 in Abidjan geboren und ist französisch-ivorischer Doppelbürger. Er war einst Minister der Elfenbeinküste. Bis 2008 war er Manager beim Versicherungskonzern Aviva. Danach war er CFO und Group Chief Executive beim Versicherungskonzern Prudential in London. Seit Juli 2015 ist er Vorsitzender der Geschäftsleitung der Credit Suisse.

SRF News: Ihr Verwaltungsratspräsident Urs Rohner hat zur «Affäre Khan» Anfang Oktober gesagt, der Ruf der Credit Suisse habe Schaden genommen. Wo spüren Sie das?

Tidjane Thiam: Es ist mir wichtig, unseren Kunden zu danken. Unsere Kundenberater hatten mit vielen Kunden Gespräche zur Affäre, weil die Kunden Fragen dazu hatten. Aber alle Kundenberater haben betont, dass es für sie keine negativen Folgen aufs Bankgeschäft hatte. Für mich ist wichtig zu wissen, dass die Leute, die den Auftrag zur Überwachung von Iqbal Khan erteilt haben, eigentlich im Interesse der Bank handeln wollten. Aber die Massnahme, die sie gewählt haben, war nicht angebracht und unverhältnismässig.

Stimmt es, dass Sie selber nichts von der Beschattung Iqbal Khans gewusst haben?

Das ist korrekt. Und ich habe nie den Auftrag zu dieser Massnahme erteilt.

Welche Lehren ziehen Sie aus der ganzen Affäre, zum Beispiel mit Blick auf die Unternehmenskultur?

Schauen Sie, die Unternehmenskultur der Bank hat in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht. Wir haben beispielsweise seit meinem Amtsantritt unsere Compliance-Abteilung um 800 Mitarbeitende aufgestockt. Das hier war ein isolierter Einzelfall. Man darf die Unternehmenskultur einer Bank nicht aufgrund eines solchen isolierten Einzelfalls bewerten.

Das Interview führte SRF-Wirtschaftsredaktorin Eveline Kobler.

Was über die Bespitzelungsaffäre bekannt ist

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Archivfoto von Iqbal Khan.
Legende:Reuters

Iqbal Khan leitete bis Anfang Juli dieses Jahres die internationale Vermögensverwaltung der Credit Suisse. Im August wurde bekannt, das Khan zur UBS wechselt. Im September wurde dann bekannt, dass ihn die Credit Suisse überwachen liess – offenbar aus Angst, er könnte wichtige Mitarbeiter abwerben.

Beschattet wurde Iqbal Khan von einer Detektei. Als er in der Zürcher Innenstadt Mitte September mit dem Auto verfolgt wurde, konfrontierte er seine Beschatter. Als dieser Vorfall bekannt wurde, kamen immer mehr Details der angespannten Beziehung zwischen CS-Chef Tidjane Thiam und seinem ehemaligen Schützling Iqbal Khan ans Licht.

So sollen sich die beiden Nachbarn in Herrliberg an der Zürcher Goldküste wegen einem Bauprojekt Khans in die Haare geraten, und an einer Privatparty im Anwesen von Iqbal Khan im Januar dieses Jahrs endgültig überworfen haben.

Die Credit Suisse-Führung hat stets bestritten, dass Tidjane Thiam von der Überwachung Khans wusste. Stattdessen traten der operative Chef Pierre-Olivier Bouée und der Leiter der globalen Sicherheitsdienste Remo Boccali Anfang Oktober per sofort zurück.

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