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Ölheizungen - doch kein Auslaufmodell?
Aus Echo der Zeit vom 13.03.2020.
abspielen. Laufzeit 03:58 Minuten.
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Trotz Massnahmen für Klima Nach wie vor werden viele Ölheizungen installiert

Nach wie vor werden vier von fünf Heizungen mit fossilen Brennstoffen betrieben. Die Städte wollen das ändern.

Energieberater Andreas Edelmann steht neben dem orangen Ölbrenner im Keller eines über hundertjährigen Mehrfamilienhauses in Zürich-Nord. «Ich schaue mir die bestehende Heizung an, das Alter, die Leistung, schaue wie das Warmwasser erzeugt wird. Ich überlege mir jeweils auch, ob eine andere Heizung darin Platz haben könnte.»

Holzpellets, eine Luft-Wärmepumpe eine Erdsondenheizung oder ein Anschluss ans städtische Fernwärmenetz kämen hier in Frage. Die bestehende Ölheizung ist fünfundzwanzigjährig und hat in letzter Zeit Probleme gemacht, so einer der Stockwerkeigentümer.

Einsparen von 100 Prozent Emissionen

Edelmann berät im Auftrag der Stadt Zürich Hauseigentümer zur Frage des Heizungsersatzes. Seine Analyse ein paar Wochen nach dem Besuch zeigt, dass für dieses Haus zum Beispiel eine Heizung mit Erdsonden in der Anschaffung zwar doppelt so teuer wie eine neue Ölheizung wäre.

Weil die Wartung einer Ölheizung in der Regel aber teurer ist als diejenige einer Wärmepumpe und jedes Jahr für mehrere Tausend Franken Öl gekauft werden muss, sind die Kosten langfristig vergleichbar. Der Vorteil der Wärmepumpe ist zudem, dass die CO2-Emissionen um fast hundert Prozent gesenkt werden können.

Lastwagen mit Heizöl.
Legende: Nach wie vor sind Ölheizungen in der Schweiz beliebt. Keystone

Wie die Hauseigentümer in diesem Fall entscheiden, ist offen. Die Zahlen der letzten Jahre zeigen aber, dass mehr als vier von fünf fossilen Heizungen erneut durch fossile – also Öl- oder Gasheizungen – ersetzt werden.

Ein Grund dafür könnte sein, dass die Anfangsinvestitionen in der Regel wie im erwähnten Beispiel deutlich höher sind, was viele abschreckt. Ausserdem nutzen nur wenige Hauseigentümer die Möglichkeit der Energieberatung.

«Beratung oft sehr einseitig»

Sie rufen direkt bei Ihrem Heizungsinstallateur an, was problematisch sei, meint Patrick Hofstetter, Leiter Klima und Energie beim WWF Schweiz: «Das sind Leute, die sehr viele über Gas- und Ölheizungen wissen und Berührungsängste haben, auf ein anderes System umzustellen. Häufig haben sie nicht das Know-How und Angst, den Auftrag verlieren zu können. Deshalb fällt die Beratung häufig sehr einseitig aus.»

Dasselbe stellt Christine Kulemann fest. Sie leitet das Energy-Coaching beim Gesundheits- und Umweltschutz der Stadt Zürich und verspricht: «Dass wir da noch aktiv werden und die Installateure ebenfalls als Zielgruppe in unsere Beratungsmassnahmen mit einbeziehen.» Hier müsse man ansetzen, denn in Städten wie Zürich seien die Heizungen für rund die Hälfte der CO2-Emissionen verantwortlich.

CO2-Gesetz wird Klarheit schaffen

Die Energiebeauftragte der Stadt Zürich, Silvia Banfi, hofft zudem, dass die gesetzlichen Vorgaben im Kanton Zürich bald strenger werden. Ähnlich wie zum Beispiel in Basel-Stadt, wo Ölheizungen nur noch in Ausnahmefällen zugelassen werden. «Das würde uns helfen, den Heizungsersatz zu beschleunigen. Das Gleiche gilt für ein verschärftes CO2-Gesetz.»

Banfi meint das CO2-Gesetz des Bundes, das demnächst im Nationalrat zur Debatte steht. Aktuell sind dort Verschärfungen vorgesehen, die den Einbau von Ölheizungen ab 2026 faktisch verbieten.

Echo der Zeit, 13.3.2020, 18:00 Uhr

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100 Kommentare

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  • Kommentar von Martin Müller  (Nonaeol)
    Herr Müller (17:36 Uhr), Ölheizungen verpesten die Umwelt nur minimalst, vgl. den Link vom Bafu (12:17 Uhr). Im Vergleich zu Holzheizungen ist die Feinstaubbelastung durch Ölheizungen vernachlässigbar.
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  • Kommentar von Martin Müller  (Nonaeol)
    Herr Frey (17:31 Uhr), es ist korrekt, auch Gasheizungen haben einen Feinstaubausstoss, aber dieser ist ca. ein Tausendstel von modernen Holzheizungen mit Feinstaubfilter...
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  • Kommentar von Maria Kaiser  (Klarsicht)
    Seht bitte den Heizölpreis , dann wisst ihr warum Ölheizungen noch lange im Gebrauch sein werden. Zudem sind sie in der Ökobilanz nicht schlechter wie viele andere Heizmethoden-wie Holz- Gas - Heizungen etc. Wir haben seit 8 Jahren reine Solarheizung und Wärmepumpe ( 22 bis 23°C Raumtemperatur, stets gut durchlüftet ) mit wenig Stromverbrauch für Umwälzpumpe.
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    1. Antwort von Roger Stahn  (jazz)
      Ja, Frau Kaiser. Berücksichtigt man jedoch die Gesamtbetrachtung, so wird die Stromlücke im Winterhalbjahr vor allem durch Wärmepumpen verursacht ,auch die Ineffizienz der Solarpanels während dieser Jahreszeit. Die Förderung der E-Mobilität, Wärmepumpen vergrössert die Stromlücke zusätzlich, was wiederum den Import der alljährlichen grosse Mengen Strom aus deutschen Braunkohlekraftwerken erhöht. Die Energiewende basiert auf Irrationalität ohne Sachverstand und dem emotionalen Fukushima-Effekt...
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