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KMU zögern beim Beziehen der Coronakredite
Aus Info 3 vom 14.05.2020.
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Trotz vieler Anträge Coronakredite für KMU bleiben liegen

Ein grosser Teil der sogenannten Coronakredite wurde noch nicht bezogen. Das sagen Banken auf Anfrage von SRF.

Ende März war der Ansturm gross: Zahlreiche Patrons von KMU, von kleinen und mittleren Unternehmen, haben bei ihren Hausbanken aus Angst vor den Auswirkungen der Coronakrise die vom Bund besicherten Kredite beantragt.

Bei der UBS zum Beispiel, der grössten Schweizer Bank, sind inzwischen mehr als 23'000 Gesuche eingegangen. Bei der Zürcher Kantonalbank (ZKB) mehr als 7000. Schweizweit wurden rund 120'000 Covid-Kredite gesprochen.

Antrag gestellt, aber Geld nicht abgehoben

Nun zeigt sich: Nur eines von fünf KMU hat in den letzten sechs Wochen diese Kredite angezapft. Die UBS spricht auf Anfrage von SRF von einer «überwiegenden Mehrheit», die die Kredite zwar beantragt, aber nicht angerührt habe. Bei der ZKB, der grössten Kantonalbank, haben 80 Prozent der Unternehmen die Kredite noch nicht angefasst – obwohl das Geld auf den Konten liegt.

Auch bei anderen Banken bestätigt sich: Die Unternehmen haben Gelder gesichert, dieses aber noch nicht gebraucht. Und neue Gesuche treffen nur noch tröpfchenweise ein. «Das sind gute Nachrichten», sagt Werner Scherrer vom Zürcher KMU- und Gewerbeverband. Denn es zeige, dass die KMU Eigenmittel aufgebaut hätten, von denen sie nun zehren können.

Keine Verschuldung auf Vorrat nötig

Auch der Schweizerische Gewerbeverband (SGV) sieht darin die Bestätigung, dass die KMU vorsichtig sind dabei, sich zu verschulden. Denn eine nicht zwingend nötige Verschuldung käme sie teuer zu stehen: Die besicherten Kredite sind an Bedingungen geknüpft. Zum Beispiel dürfen nach dem Bezug keine Dividenden ausbezahlt werden. Zudem müssen die Kredite innerhalb von fünf bis sieben Jahren zurückbezahlt werden.

War die ganze Aktion also nur Hysterie und unnötig? Nein, sagen Experten. Denn niemand konnte vor bald zwei Monaten abschätzen, wie sich die Krise entwickelt. Auch noch unklar ist, ob es eine zweite Ansteckungswelle geben wird, die erneut zu einem Shutdown führt.

Die Unternehmen haben die Kredite aus betriebswirtschaftlicher Vorsicht beantragt. Der grosse Nutzen der Kredite liegt darum auch in ihrer Symbolwirkung. Das Wissen um diese unbürokratische Finanzhilfe hat den Unternehmen Sicherheit vermittelt.

Rendez-vous & Info3 vom 14. Mai 2020, 12 Uhr und 12.30 Uhr

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Maria Kaiser  (Klarsicht)
    Wir haben unsere kleine KMU einfach Stillgelegt, da wir seit der Gründung vor 30 Jahren Selbstfinanzierend unsere Aufträge erledigen. Diese Bürokratie der Kurzarbeit hatten wir schon einmal bei der letzten Krise negativ erlebt, einmal wegen nicht abgestempeltem Auslandservice 80 000 Fr zurückvergüten müssen. Der riesen Verwaltungsapparat muss ja auch mit Steuergeldern bezahlt werden, darum nie mehr beansprucht. Wir bleiben autonom und fertigen erst, wenn für einen Auftrag eine Anzahlung erfolgt.
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  • Kommentar von Markus Bossert  (EEE)
    Da gibt es eine Analogie zur letzten Finanzkrise:
    Damals lief der Konsum noch, aber die Banken gaben sich gegenseitig keine Kredite mehr, weil sie sich nicht mehr vertrauten.
    Jetzt läuft zwar der private Konsum noch etwas (wenn auch schwach), aber die Unternehmen investieren nicht mehr. Erstens haben sie Angst sich zu verschulden, zweitens vertraut man sich gegenseitig weniger, weil kein Unternehmer weiss, wie lange es den anderen noch gibt. Also werden alle Grossprojekte auf Eis gelegt.
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  • Kommentar von Markus Bossert  (EEE)
    Solange ein KMU mit den Eigenmitteln durchkommt, wird dieser Weg gewählt. Logisch.
    ABER: Die bedeutet eben auch, dass die Unternehmen nur noch für das absolut notwendige Geld ausgeben und somit auch alle nicht dringenden Investitionen auf Eis gelegt haben. Es gibt kaum mehr Aufträge aus dem Gewerbe. Aufträge, welche die Arbeitsplätze erhalten würden.
    Das wichtige B2B-Geschäft ist daher quasi tot, weil die KMU die Reserven zum überleben nutzt, statt sich zu verschulden.
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