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Neuer Chef für die UBS
Aus Tagesschau vom 20.02.2020.
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UBS erhält neuen Chef «Hamers hat grosse Erfahrung mit der Digitalisierung»

Die UBS wechselt ihren Konzernchef aus. Auf Sergio Ermotti folgt ab November der Niederländer Ralph Hamers. Über die möglichen Hintergründe von Ermottis Abgang weiss Wirtschaftsredaktorin Charlotte Jacquemart mehr.

Charlotte Jacquemart

Charlotte Jacquemart

Wirtschaftsredaktorin, SRF

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Charlotte Jacquemart hat an der Universität Zürich Ökonomie studiert und arbeitet seit Juni 2017 als Wirtschaftsredaktorin bei Radio SRF. Zuvor war sie 13 Jahre lang bei der «NZZ am Sonntag» tätig.

SRF News: Dass die UBS den Chef auswechseln würde, war erwartet worden. Wieso aber kommt der Neue jetzt früher als erwartet?

Charlotte Jacquemart: Tatsächlich wäre Ermotti gerne bis 2021 Chef der UBS geblieben. Doch offenbar entschied der Verwaltungsrat schon vor Monaten, den Vertrag mit Ermotti nicht zu verlängern. Laut der «Financial Times» trat UBS-Verwaltungsratspräsident Axel Weber schon vor längerem an Ralph Hamers heran, um ihn als neuen UBS-Chef anzufragen.

Hintergrund des früheren Wechsels könnte der Prozess in Frankreich sein.

Webers Tempo könnte mit einem Prozess in Frankreich zusammenhängen: Im Juni steht die UBS dort erneut vor Gericht und muss sich gegen eine Busse in Höhe von vier Milliarden Franken wehren. Die Grossbank soll reichen Franzosen Hilfe zur Steuerhinterziehung geleistet haben. Mit dem nun vorgezogenen Chefwechsel entzieht der UBS-Verwaltungsrat den Investoren quasi die Möglichkeit, den CEO unter Druck zu setzen, falls die Bank den Prozess verliert.

Wer ist Ralph Hamers?

Der bisherige CEO des niederländischen Geldhauses ING gehört zu einer neuen Generation von Bankenchefs, die stark auf Digitalisierung setzen.

Hamers dürfte bei der UBS ein Vielfaches seines bisherigen Lohnes verdienen.

Ausserdem gehört er zu den Kritikern der Notenbanken und deren Negativzinsen. Auch kritisierte er wiederholt die strikten Bonibeschränkungen in den Niederlanden. Dort dürfen die Boni maximal 20 Prozent des Fixlohns betragen. 2018 sorgte Hamers für Aufruhr, als er 50 Prozent mehr Lohn forderte. Schliesslich musste der ING-Verwaltungsrat die Pläne stoppen. Bei der UBS dürfte Hamers ein Vielfaches dessen verdienen, was er bei ING bekam.

Mit Hamers hat sich die UBS für einen externen Kandidaten entschieden. Wieso kommt nicht eine interne Kandidatin oder ein interner Kandidat zum Zug?

Es gibt wohl nicht mehr viele interne Möglichkeiten, nachdem in den letzten Jahren zahlreiche potenzielle Kandidaten die UBS verlassen haben. Den Ausschlag für Hamers gab aber wohl seine Erfahrung mit der Digitalisierung. Da tut sich die UBS bekanntlich eher schwer.

Hamers Vorbilder sind Internetkonzerne wie Apple oder Amazon.

Hamers hat bei der ING bewiesen, dass man auch altehrwürdige Banken zu modernen Tech-Plattformen umbauen kann. Seine Vorbilder sind Internetkonzerne wie Apple, Google oder Amazon. Hamers kann die UBS mit seinem grossen digitalen Know-how sicher weiterbringen.

Das Gespräch führte Salvador Atasoy.

SRF 4 News, 07:00 Uhr, snep;hues

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Manuela Fitzi  (Mano)
    Als CEO muss er natürlich mit der Digitalisierung auf einer gehobenen Flughöhe vertraut sein: Prozesse anpassen ergo verschlanken, Kompetenzen der Mitarbeiter neu definieren, ergo jüngere nehmen, welche sich - wahrlich oder vermeintlich - in den neuen digitalen Strukturen besser bewegen. Das tönt ganz nach einer anstehenden Massenentlassung.
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  • Kommentar von Ernst von Allmen  (MEVA)
    Als nächster Schritt wird dan die UBS in Facebook umgetauft.
    Wen das schief geht, kann der Bund immer noch ein Paar Milliarden Rettungs Gelder vorschiessen
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  • Kommentar von Toni Stark  (Toni Stark)
    Die Frage ist, wie stark eine Bank digitalisiert werden kann ohne Kundennähe durch Filialen zu verlieren. Der direkte Kontakt bei komplexen Themen, wie einem Hauskauf oder Vermögensverwaltung ist immer noch unerlässlich und durch keinen Roboter zu ersetzen.
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