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Das Weihnachtsgeschäft - die Angst der Detailhändler
Aus Rendez-vous vom 28.12.2020.
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Umsätze im Detailhandel Nur bei den Lebensmitteln blühte das Weihnachtsgeschäft

Die Corona-bedingten Einschränkungen machten den Detailhändlern zu schaffen. Ausser bei Nahrungsmitteln.

In den Tagen vor Weihnachten haben die Kundinnen und Kunden bei Coop herzhaft in die Regale gegriffen – zu Schokolade, Käse und Fleisch, wie Sprecherin Rebecca Veiga sagt: «Bei unseren Kunden und Kunden waren Schmorgerichte, Fondue Chinoise und diverse Edelstücke sehr gefragt. Auch der Raclettekäse und die Käsefondues waren dieses Jahr sehr beliebt.»

Teure Lebensmittel also, was dem Detailhändler Umsatz bescherte. Der erste Blick in die Zahlen zeige: Das ganze Weihnachtsgeschäft liege auf Vorjahreshöhe. «Wir sind damit natürlich sehr zufrieden», sagt Veiga.

Kunden mit mehr Geld im Portemonnaie

Die strengeren Schutzkonzepte, die zu weniger Kundschaft im Laden führten, haben sich mit etwas höheren Budgets ausgeglichen. Das sagt auch Migros-Sprecher Tristan Cerf: «Das Budget viele Leute war ganz anders. Die Kunden haben keine Ferien gemacht und gingen nicht ins Restaurant. Das ändert die Vergleichsmöglichkeiten.»

Migros will noch keine Prognose darüber abgeben, wie der Umsatz ausgefallen ist. Experten gehen aber davon aus, dass Läden, die grosse Lebensmittelabteilungen haben, besser abschneiden. Martin Brown von der Universität St.Gallen stellt für das Weihnachtsgeschäft fest: «Den Händlern im Lebensmittelbereich läuft es gut, weil viele Leute zu Hause sind. Im sonstigen Detailhandel läuft es weniger gut.»

Tiefere Besucherzahl wirkte sich aus

Das bestätigt auch das Berner Warenhaus Loeb. Dessen Chef Ronald Christen sagt, dass seine Lebensmittelabteilung zwar die Umsätze halten konnte. Der Rest des Warenhauses aber habe gelitten. «Beim Weihnachtsgeschäft sind wir uns andere Zahlen gewohnt, als wir heuer mit den Einschränkungen der Besucherzahlen erlebt haben. Das hat uns wehgetan.» Zehn Prozent unter dem Vorjahr liege das Weihnachtsgeschäft, schätzt er.

Der Detailhandel litt unter den Corona-Einschränkungen. Beim Essen allerdings kauften die Leute ein wie sonst.
Legende: Der Detailhandel litt unter den Corona-Einschränkungen. Beim Essen allerdings kauften die Leute ein wie sonst. Keystone

Auch beim Spielwarenhändler Franz Carl Weber haben die Corona-Schutzmassnahmen vor Weihnachten auf die Umsätze gedrückt und das Wachstum von zehn Prozent von Januar bis November wieder weggerafft. Chef Roger Bühler sagt: «Was wir unter dem Jahr an Boden gutmachten, verloren wir im Dezember innerhalb von zwei Wochen.»

Aufzuholen sei das bei Franz Carl Weber nicht mehr. Andere Warenhäuser hoffen nun auf die nächsten Tage. Denn die letzte Woche im Jahr könne zwar den Dezember nicht ganz kompensieren, aber dank konsumfreudigen Schnäppchenjägern immerhin etwas auffangen.

Rendez-vous vom 28.12.2020, 12:30 Uhr

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Gerbrand Ronsmans  (GRo)
    Wäre es nicht gerecht dass die Gewinnzunahme bei diese Firmen in Folge Zwangsmassnahmen und Schliessungen, an all die Notleitende Restaurant, Kleinbetrieben gehen die noch immer unzureichende Hilfe bekommen haben? Immerhin würde bei die Gastrozulieferer Essen vernichten um den Marktpreis zu erhalten!
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  • Kommentar von Arthur Pünter  (puenti)
    Täglich werden wir mit Hiobsmeldungen aus dem Detailhandel überschüttet, dabei rechnen Nonfood-Detailisten mit einem Rückgang um 10% im Weihnachtsgeschäft. FCW jammert, der Verlust sei bis Ende Jahr nicht mehr aufzuholen, wohl verstanden bei einem Umsatz plus Jan.- Nov. von satten 10%!! Über die Lage in den Spitälern, wo am Limit gearbeitet wird, hört man vergleichsweise höchst selten etwas. Wohl wird in keinem anderen Land so grosszügig mit Steuergeldern in Mia.höhe Unterstützung geleistet.
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  • Kommentar von Jürg Sand  (Jürg Sand)
    Wie hier immer wieder mit viel Zustimmung postuliert wird, "tut uns allen weniger Konsum gut". Das klingt freilich wie Harfenklänge in den Ohren wohlstandsmüder Zeitgenossen. Eine Welt in Ruhe und Frieden, viel lieben Kontakt mit ebenso lieben Bekannten und Verwandten. Ein leistungsloses Einkommen, Zeit für Sport, Spiel und Naturgenuss. Kurz das bescheidene, wohlige Schlaraffenland, sozialistisches "Gutland". Ist leider ein Traum, der bald ausgeträumt ist. Willkommen in der Realität, in Bälde!
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