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USA I – Trump oder Biden – ihr Einfluss auf die Wirtschaft
Aus ECO vom 02.11.2020.
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US-Wahlen Biden oder Trump: Welcher Kandidat besser für die Wirtschaft ist

Die Wirtschaftsprogramme der beiden Kandidaten unterscheiden sich stark. Nur eines ist klar: Die Verschuldung wird sowieso zunehmen.

Donald Trump steht nicht schlecht da. Die wirtschaftliche Bilanz kann sich sehen lassen. Zumindest bis zum Ausbruch der Corona-Pandemie sprangen die USA von einem Superlativ zum nächsten: Tiefste Arbeitslosenquote der vergangenen Jahrzehnte, das Bruttoinlandprodukt noch nie so gross in der Geschichte der USA und der Dow Jones in bisher unerreichten Höhen.

Wäre da nicht Corona, sähe die Welt der Amerikaner noch heute rosig aus.

Die Ursünde: Steuererleichterungen trotz Boom

Doch der Kollaps zeigt die Kehrseite des Booms: Der Höhenflug war nicht nachhaltig. Er war durch eine Wirtschaftspolitik von Donald Trump befeuert worden, die auf schnelle Erfolge zielte und nicht auf langfristiges Wachstum.

«Schon vor Ausbruch der Pandemie hatten wir Rekordschulden», kritisiert Jens Korte, der für SRF die Entwicklung an der Wallstreet verfolgt. «Dass dann der amerikanische Präsident die Steuern senkt, in einer Phase der längsten Expansion der Geschichte, war so etwas wie die Ursünde.»

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SRF-Korrespondent Jens Korte über Donald Trumps «Ursünde»
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Trump wollte Wachstum auf Teufel komm raus. Er wollte beweisen, dass er die richtigen Rezepte für die Wirtschaft bereithält. Also senkte er die Steuern, anstatt zu sparen. «Die Gelder, die der Staat nicht eingenommen hat, (…) das sind die Mittel, die uns jetzt fehlen, wo wir uns mitten in der schweren Krise befinden.»

Steigende Löhne – steigende Kosten

Profitiert haben zunächst vor allem Unternehmen und obere Einkommensschichten. «Je mehr sich die Situation am Arbeitsmarkt verbessert hat, ist das Wachstum auch bei den unteren Einkommensschichten angekommen», aber, so führt Jens Korte aus, «auch die Kosten sind stark gestiegen für Bildung, Gesundheit oder auch bei den Mieten, weshalb sich die Erholung für viele Amerikaner nicht als solche angefühlt hat.»

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Steuern - Klima - Schulden - so packen Biden und Trump die Themen an
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Biden oder Trump – wer nützt der Wirtschaft mehr?

«Historisch ist es so, dass die Wirtschaft besser fährt unter den Republikanern», erklärt Jens Korte und schränkt im gleichen Atemzug ein: «Aber das könnte jetzt anders sein, da Joe Biden vorhat, zig Billionen Dollar gegen die Krise einzusetzen.»

Zwei Billionen Dollar hat der Präsidentschaftskandidat versprochen. Zudem soll die Energiewirtschaft bis 2035 CO2-neutral werden und bis 2050 die gesamte Wirtschaft. Gleichzeitig verspricht Biden, den Mindestlohn von 7.25 Dollar auf 15 Dollar anzuheben.

Trump setzt weiter auf Steuersenkungen, Deregulierung und die Förderung fossiler Energie.

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Demokraten oder Republikaner? Mit wem die Wirtschaft besser fährt
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Was auch immer die Kandidaten wollen: Regieren müssen sie am Ende mit dem Kongress. Und wenn der Kongress gespalten bleibt, wird der nächste Präsident, wie auch immer er heisst, es schwer haben, sein Wirtschaftsprogramm eins zu eins durchzusetzen.

«Die USA können noch viel Geld drucken»

Finanzprofessor Alfred Mettler lebt seit 20 Jahren in den USA. Er sagt voraus, dass die Schulden in Amerika weiter steigen – egal unter welchem Präsidenten. «Es hat die stärkste Wirtschaft, den mit Abstand grössten Finanzmarkt und auch die Weltwährung. Das Land kann noch viel Geld drucken und sich weiter verschulden, ohne sofortige negative Konsequenzen tragen zu müssen.»

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Alfred Mettler: "Die Schulden werden in den USA weiter steigen."
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«Es erträgt nicht mehr viel Trump»

Persönlich findet Mettler, es ertrage nicht mehr viel Trump. Der amtierende US-Präsident teile das Land in einer Art und Weise, wie es nicht mehr weitergehen könne. Nochmals vier Jahre Trump und wir sähen eine USA, «wie wir sie noch nie gesehen haben.»

Es brauche nun einen anderen Ton und eine andere Kommunikation, um die Wogen zu glätten, so Mettler. In Amerika sei ein Präsident gefragt, der anders auf die Leute zugehe.

ECO, 2.11.20, 22:25 Uhr

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Andres Mettler  (Medi)
    Dieses verdammte Wachstum ist so nichtssagend und trotzdem wird es viel zu oft wie die Eierlegende Wollmilchsau verkauft. Schlussendlich muss der Mehwert beim Einzelnen liegen, nur in den unteren Einkommenschichten gibt es in den USA nicht wirklich einen Sozialausgleich. Hauptsächlich davon profitieren tun diejenigen mit Wertpapieren an den Börsen. Nach der Hire & Fire-Logik ist XY Normalo in totaler Abhängigkeit von einem Job. Nur wenn die Wallstreet zockt, dann bricht das Kartenhaus zusammen.
  • Kommentar von Emil Brand  ((Inkognito))
    Finanzprofessor Mettlers Worte in Gottes Ohr. Bei der aktuellen US Staatsverschuldung müssten nur einige Länder all ihre US Bonds auf den Markt werden und fertig ist. Die Supermacht heisst China.
  • Kommentar von Karl Kirchhoff  (Charly)
    Immer wird die Wirtschaft vor alles andere gestellt. Es gibt Dinge, ohne die auch eine Wirtschaft nicht funktionieren kann, die einfach wichtiger sind.Dieser ganze Wachstumswahn, kann am Ende nur Nachteile bringen. Ein Wirtschaft muss sich drehen aber nachhaltig und nicht für kurze Gewinne. Ich hoffe, dass diese Pandemie zum Nach- und vor allem Umdenken führt!