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Swiss muss sparen
Aus Tagesschau vom 06.08.2020.
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Verlust von 266 Mio. Franken Coronakrise stürzt Swiss tief in die Verlustzone

  • Die Swiss erleidet einen Halbjahresverlust von 266 Millionen Franken. Im Vorjahressemester erzielte die Fluggesellschaft noch einen Gewinn von 245.3 Millionen Franken.
  • Der Umsatz sank um rund 55 Prozent und lag bei 1.17 Milliarden Franken.
  • Im ersten Halbjahr 2020 beförderte Swiss 64 Prozent weniger Passagiere als im Vorjahr.
  • Die durchschnittliche Auslastung der Flüge betrug 71.2 Prozent, was einem Rückgang von 10.8 Prozentpunkten gegenüber dem Vergleichszeitraum 2019 entspricht.

Die massiven Restriktionen im weltweiten Flugverkehr wegen der Corona-Pandemie haben auch die Swiss schwer getroffen, teilte die Fluggesellschaft mit. Über viele Wochen habe im Frühjahr lediglich ein Minimalflugplan angeboten werden können, was zu empfindlichen Ertragseinbussen geführt habe.

Kosten strukturell reduzieren

Swiss-Finanzchef Markus Binkert kommentiert das Ergebnis: «Dank der frühzeitig eingeleiteten Massnahmen zur Liquiditätssicherung konnten wir unsere Fixkosten deutlich senken. Mit den Darlehen der Lufthansa und dem in Aussicht gestellten, vom Bund garantierten Bankenkredit ist die Liquidität gesichert.» Die Swiss müsse aber weiterhin die Kosten strukturell reduzieren, um die Kredite baldmöglichst zurückzahlen zu können, so Binkert.

Seit Juli seien rund zwei Drittel der 91 Flugzeuge wieder im Einsatz. Bis zum Herbst sollen rund 85 Prozent aller Destinationen wieder angeflogen werden, teilt die Airline mit.

Weniger als eine Million Verlust pro Tag

Der Buchungsstand betrage rund 20 Prozent eines normalen Jahres, hatte Swiss-Chef Thomas Klühr am Vortag in einem Interview gesagt. Im Gegensatz zum Shutdown führe die Swiss derzeit Flüge durch, sobald sie die variablen Kosten wie Treibstoff oder Gebühren verdiene. Derzeit verliere die Swiss weniger als 1 Million Franken pro Tag. Auf dem Höhepunkt der Krise hatte der Swiss-Chef die Verluste auf 3 Millionen Franken pro Tag beziffert.

Keine Staatshilfe geflossen

Die Staatshilfe des Bundes sei noch nicht geflossen. «Wir warten auf die Freigabe durch den staatlichen Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) in Deutschland. Ich hoffe, dass diese in den nächsten Tagen kommt.» Bisher sei die Swiss durch ihren Mutterkonzern Lufthansa gestützt worden.

Hoher Verlust auch bei Muttergesellschaft Lufthansa

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Der Zusammenbruch des Flugverkehrs hat der Lufthansa im zweiten Quartal einen weiteren Milliardenverlust eingebrockt. Unter dem Strich stand ein Minus von rund 1.5 Milliarden Euro nach einem Gewinn von 226 Millionen ein Jahr zuvor, wie der Konzern in Frankfurt mitteilte.

Der operative Verlust (bereinigtes Ebit) lag mit knapp 1.7 Milliarden Euro noch höher. Dass es nicht noch schlimmer kam, verdankte das Unternehmen einem Rekordergebnis seiner Frachttochter Lufthansa Cargo, die von der stark gestiegenen Nachfrage nach Frachtflügen profitierte.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr erwartet, dass der Flugverkehr frühestens im Jahr 2024 wieder das Niveau aus der Zeit vor der Krise erreicht. Der Konzern will deshalb unter anderem weitere 22'000 Vollzeitstellen abbauen.

Der Bund hatte für die Swiss und ihre Schwestergesellschaft Edelweiss eine Garantie von 1.275 Milliarden Franken beschlossen. Damit können sich die beiden Airlines Kredite bei den Banken in Höhe von 1.5 Milliarden Franken besorgen.

SRF 4 News, 6.8.2020. 08:00 Uhr;

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Matt Reimann  (Matts)
    Mir kommen die Tränen: noch immer, nach mehreren Monaten, hat Swiss Millionen nicht an Reisebüros rückerstattet, welches sie wegen Flugannullationen schon längst hätte retournieren müssen. Dass inzwischen Reisebüros infolge abgewürgter Liquidität die Türen für immer geschlossen haben, interessiert bei der Pseudo-Schweizer Airline niemanden.
  • Kommentar von Alois Keller  (eyko)
    Coronakrise stürzt Swiss tief in die Verlustzone. Die Vielfliegerei schadet der Umweg von da her ganz gut, wenn weniger geflogen wird. Hoffentlich bleibt es so. Ein Umdenken der Umwelt zuliebe muss endlich stattfinden. Jetzt müsste auch beim Verkehr etwas passieren. Wir können nicht so weitermachen - Corona hat es uns gezeigt. Unsere Wohlstandsgesellschaft muss lernen zu verzichten. Kein weiter so...
    1. Antwort von Matt Reimann  (Matts)
      Ok, kaufen wir alle Latzhosen, Korksandalen und bauen unsere eigenen Kartoffeln an. Dann müssen Sie jetzt aber bitte sofort Ihre Handy, Tablet, PC, Laptop und dergleichen in die örtliche Sammelstelle bringen und das Licht ausmachen.
  • Kommentar von Peter König  (Vignareale)
    @PeRoMu
    Da haben Sie vollkommen recht. Dazu kommt wenn sie den Kundenservice SWISS anrufen, bekommen sie, auch nach einernhalben Stunde Warteschlaufe keinen Menschen an die Strippe. Die Glauwürdigkeit CEO SWISS ist angeschlagen