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Die Negativzinsen kommen langsam im Mittelstand an
Aus Info 3 vom 05.12.2019.
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Verschärftes Regime ZKB-Kunden drohen ab 100'000 Franken Strafzinsen

  • Die Zürcher Kantonalbank verschärft ihr Regime zur Weiterreichung von Negativzinsen an die Kunden.
  • Sie hat in den vergangenen Monaten die Schwelle für den Freibetrag tendenziell zurückgenommen.
  • Nun sollen bereits Konti mit einem Barguthaben ab 100'000 Franken mit einem Negativzins belastet werden, wie der «Tages-Anzeiger» berichtet.

Die Zeitung beruft sich dabei auf ein Schreiben, das ein Kunde der Bank Ende November erhalten hatte. Darin wurde diesem angekündigt, dass die ZKB auf seinem Konto für den Betrag über 100'000 Franken einen Negativzins von derzeit 0,75 Prozent pro Jahr belasten werde.

Das heisst nun aber nicht, dass generell alle Privatkunden der ZKB künftig bereits ab 100'000 Franken einen Strafzins bezahlen müssen. Man habe «keinen fixen Betrag definiert, ab welchem Negativzinsen zwingend erhoben werden», sagte ein ZKB-Sprecher der Nachrichtenagentur AWP auf Anfrage. Der Freibetrag werde weiterhin für jeden Kunden individuell und in Abhängigkeit von der bestehenden Kundenbeziehung festgelegt.

ZKB: «Nur eine Minderheit betroffen»

An der Politik der Weitergabe der Negativzinsen habe sich grundsätzlich nichts geändert, so der Sprecher weiter. Weiterhin gelte, dass Kleinsparer und Kleinunternehmen keine Negativzinsen entrichten müssten.

Der Sprecher räumt indes ein, dass aufgrund des anhaltend tiefen Zinsumfelds und dem damit einhergehenden zunehmenden Druck auf die Zinsmarge in den vergangenen Monaten der individuelle Freibetrag in der Tendenz zurückgenommen worden sei. Wie stark die Freigrenze im Schnitt sinkt und wie viele Kunden von Strafzinsen betroffen sind, dazu machte das Institut keine Angaben. Es handle sich um eine kleine Minderheit der Kunden, ergänzte der Sprecher lediglich.

Weiterreichen der Strafzinsen im Trend

Dass die Banken in der Schweiz vermehrt Negativzinsen auf die Kunden abwälzen, liegt im Trend. Erst Anfang November hatte Postfinance mitgeteilt, dass per Dezember die Freigrenze bei Sparkonti von bisher 500'000 Franken auf 250'000 Franken sinken werde. Allerdings gilt dies nur für Kunden, die ausser einem Sparkonto keine weiteren Dienstleistungen bei Postfinance in Anspruch nehmen. Für Kunden, die weitere Produkte und Dienstleistungen nutzen, kommt weiterhin die seit zwei Jahren geltende Schwelle von 500'000 Franken zur Anwendung.

Per 1. November hatte bereits die UBS den Freibetrag gesenkt und belastet nun Kunden mit Vermögen von über zwei Millionen Schweizer Franken oder 500'000 Euro mit Negativzinsen. Falls die Negativzinsen weiter anhalten würden, sei es möglich, dass diese Grenze weiter gesenkt würde, sagte damals CEO Sergio Ermotti.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von martin blättler  (bruggegumper)
    Unser Franken ist in Geiselhaft der EU-Zentralbank.
    Kann man nicht mal,so zur Warnung,mithilfe der hunderten
    Milliarden Euroschrott im Keller,die Muskeln spielen lassen?
    Den Spiess umdrehen und beginnen,den Eurokurs zu beeinflussen,
    oder ist dieser derart Schrott,dass er nicht einmal zum Spekulieren
    taugt?
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  • Kommentar von Walter Matzler  (wmatz)
    Ist doch logisch, dass Sparer bestraft werden müssen. Indem sie sparen anstatt konsumieren, entziehen sie der Wirtschaft Geld. Darf doch nicht sein.
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  • Kommentar von Tom Duran  (Tom Duran)
    Wozu. Sind die Reichen noch nicht reich genug? Wollen die noch mehr abschöpfen, koste es was es wolle? Ich würde sofort die Bank wechseln. Leider tun das die wenigsten Schweizer. Erfahrungsgemäss kann man hierzulande absahnen, abzocken, ja betrügen, wird aber trotzdem nicht abgestraft (keinerlei Reaktion seitens des Volkes) und in der Politik sogar wiedergewählt. Superreichen und Politikerparadies Schweiz.
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