Zum Inhalt springen

Header

Video
Amazon-Chef hat genug
Aus Tagesschau vom 03.02.2021.
abspielen
Inhalt

Wechsel an der Spitze Amazon-Gründer Bezos kündigt Rücktritt als CEO an

  • Der weltgrösste Onlinehändler Amazon leitet einen Wechsel an seiner Konzernspitze ein.
  • Unternehmensgründer Jeff Bezos wird den Vorstandsvorsitz im dritten Quartal 2021 an Andy Jassy abgeben, den Leiter des boomenden Cloud-Geschäfts.
  • Bezos dürfte danach aber als geschäftsführender Vorsitzender des dem Vorstand übergeordneten Verwaltungsrats weiterhin grossen Einfluss ausüben.
Video
Aus dem Archiv: Jeff Bezos, der globale Päckli-König
Aus 10 vor 10 vom 27.12.2017.
abspielen

Der 57-jährige Top-Manager Jeff Bezos gründete Amazon 1994 und baute das Unternehmen vom Online-Buchladen zum Billionen-Konzern auf. Mit einem geschätzten Vermögen von 188 Milliarden Dollar (168 Mrd. Franken) ist Bezos derzeit dem «Bloomberg Billionaires Index» zufolge der zweitreichste Mensch der Welt.

Spitzen-Quartalszahlen trotz Corona

Zeitgleich mit der Rücktrittsankündigung legte das Unternehmen Zahlen für das vierte Quartal und das vergangene Geschäftsjahr vor, die die Markterwartungen weit übertrafen.

In den drei Monaten bis Ende Dezember knackte Amazon beim Umsatz dank des Bestellbooms in der Coronakrise und eines starken Weihnachtsgeschäfts erstmals die Marke von 100 Milliarden Dollar. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum legten die Erlöse um 44 Prozent auf 125.6 Milliarden Dollar zu.

Den Nettogewinn konnte Amazon auf 7.2 Milliarden Dollar mehr als verdoppeln. Im Geschäftsjahr 2020 verdiente der Konzern 21.3 Milliarden Dollar, was einem Anstieg um 84 Prozent und einer neuen Bestmarke entspricht.

Cloud-Geschäft bleibt Flaggschiff

Der Online-Gigant profitierte abermals stark von seinem Cloud-Geschäft mit IT-Services und Speicherplatz im Internet. Die vom zukünftigen Vorstandschef Jassy geführte AWS-Plattform, die von vielen Unternehmen und Apps genutzt wird, erhöhte den Quartalsumsatz um 28 Prozent auf 12.7 Milliarden Dollar – blieb damit aber leicht unter den Erwartungen.

Das Betriebsergebnis kletterte derweil um 37 Prozent auf 3.6 Milliarden Dollar, woran klar zu erkennen ist, was für ein attraktiver Gewinnbringer Amazons Cloud-Flaggschiff weiterhin ist.

Durch seinen Erfolg mit Amazon hat sich Bezos bei Weitem nicht nur Freunde gemacht. Dem Konzern wird vorgeworfen, mit seiner grossen Marktmacht und seinen Niedrigpreisen den Einzelhandel zu zerstören. Auch wegen umstrittener Arbeitsbedingungen gibt es häufig Kritik an Amazon.

Der mächtigste Feind von Bezos aber sass bis vor kurzem noch im Weissen Haus: Ex-US-Präsident Donald Trump und ihn verband eine erbitterte Dauerfehde. Als Hauptgrund galt indes weniger das Geschäftliche, sondern vor allem Trumps Abneigung gegenüber der «Washington Post», die häufig kritisch über ihn berichtet.

Was macht Bezos jetzt?

Was macht Bezos jetzt?
Legende: Reuters

Was genau Bezos nach dem Rücktritt als Amazon-CEO mit seiner Zeit anfangen wird, ist nicht bekannt. Doch klar ist: «Bezos hat weitere Engagements – ihm gehören ein Weltraumfahrt-Unternehmen, die renommierte ‹Washington Post› sowie diverse Stifungen, um die er sich jetzt wohl kümmern will», sagt SRF-Wirtschaftsredaktor Klaus Bonanomi. Für den Milliardenkonzern bedeute der Rücktritt des Amazon-Gründers einen tiefen Einschnitt. Doch er werde als Amazon-Verwaltungsratspräsident wohl versuchen, den strategischen Kurs des Unternehmens weiter mitzubestimmen, so Bonanomi. Für den Wechsel an der Spitze sei es jetzt ein guter Moment: Noch nie setzte Amazon so viel um, noch nie waren die Gewinne höher.

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

9 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Samuel Müller  (Samuel Müller)
    Ohne inovative Menschen wie ihn, die bereit sind täglich Risiken einzugehen und Entscheidungen zu treffen, wären wir wohl noch in der Steinzeit. Es ist unglaublich wie viel Neid den Erfolgreichen von den linken „Umverteilern“ entgegen schlägt. Dabei bilden diese Menschen die Grundlage unseres Wohlstandes und zahlen die Steuern ein, (auch über MWSt, Mitarbeiterlöhne, ect.) welche unsere Politker und Beamten wieder ausgeben.
    Aber: Viel Feind - Viel Ehr!
  • Kommentar von Marcel Benjamin  (Benny)
    Was der wohl im Schilde führt? Das Monopol total übernehmen?
  • Kommentar von Koni Flütsch  (KOMANKO)
    Somit wird er nun zum „unsichtbaren“ Boss. Die Reichen werden „reicher“, die Armen....
    1. Antwort von marc rist  (mcrist)
      Mit tatkräftiger Unterstützung der Armen, die ihr Kaufverhalten entsprechend ausrichten. Jeff Bezos, Dieter Schwarz, die Albrechts und einige mehr sagen Danke.
    2. Antwort von Charles Grossrieder  (View)
      Dass Reiche reicher werden, hat oft mit deren Initiativen und Innovation zu tun, was an sich eine normale Entwicklung ist. Von nichts kommt nichts, wie es so schön heisst. Das gleiche gilt für die Armen, wobei oft der im Wohlstand versunkene Normalbürger dem Neid verfällt; aber gleichzeitig die Superreichen täglich mehr unterstützt vor lauter Träg- und oft such Faulheit, anstatt sein Geld lokal wirtschaftsbewusster für’s allgemeine Wohl aus zu geben.
    3. Antwort von Richard Höhn  (ArsViendi)
      @ Charles Grossrieder (View)
      Gratuliere, denn das ist ein Kommentar der es verdient gewürdigt zu werden, denn von nichts kommt nichts, das ist und bleibt eine Tatsache im Leben.
      Jeder ist seines Glückes Schmied, denn jeder Mensch hat sein Potenzial und wenn sie/er es im Rahmen seiner Möglichkeiten "angeht", dann folgt auch der Preis und somit die Belohnung dafür.
      Der Staat aber, der soll klare Spielregeln und ein Steuersystem einrichten, dass es nicht zur Einseitigkeit "kippt", was aber der..
    4. Antwort von Markus Schedler  (schedi)
      Sehr guter Kommenter Herr Grossrieder, wir selber haben es in der Hand wem wir unser (sauer) verdientes Geld geben. Aber solange wir wiederum nur auf unseren eigenen Profit schauen (Amazon ist billiger als die meisten anderen), solange machen wir die Reichen noch reicher.
    5. Antwort von Peter Müller  (PeRoMu)
      @ Ch. Grossrieder: Bleibt die Frage, ob Jeff Bezos resp. Amazon mit seinen Mitarbeitern/Mitarbeiterinnen verantwortungsvoll umgeht, ihnen faire Arbeitsbedingungen gewährleistet und sie am Unternehmenserfolg angemessen partizipieren lässt. Vom Hörensagen, würde ich meinen, klemmt's da bei Amazon doch mehr als bloss ein wenig ...
    6. Antwort von Marcel Benjamin  (Benny)
      Es sind aber auch die Reichen die Arbeitsplätze für andere schaffen.