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Gesundheitsrisiko Einsamkeit Alleine im Advent: Diese Angebote schaffen Abhilfe

Für viele fühlt sich die Zeit vor den Weihnachtstagen und dem Jahreswechsel leer und schwer an. Doch es gibt Wege, mehr Nähe und Gemeinschaft zu erfahren.

Der Dezember ist voller Lichter, Glühweinduft und Weihnachtsmusik. Für manche fühlt sich diese Atmosphäre warm und heimelig an. Für andere hingegen verstärkt sie das Gefühl, alleine zu sein. Einsamkeit wird von der WHO als Gesundheitsrisiko eingestuft.

Einsamkeit aus Sicht der WHO

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  • Weltweit ist rund eine von sechs Personen von Einsamkeit betroffen.
  • Einsamkeit wird von der WHO als globales Gesundheitsrisiko eingestuft – vergleichbar mit Risikofaktoren wie Rauchen, Bewegungsmangel oder Fettleibigkeit.
  • Laut WHO gehen jährlich geschätzt über 870'000 vorzeitige Todesfälle auf Einsamkeit und soziale Isolation zurück.
  • Soziale Verbundenheit wirkt nachweislich schützend: Sie kann die psychische und körperliche Gesundheit verbessern und das Risiko für chronische Erkrankungen senken.
  • Die WHO betont, dass soziale Beziehungen als Gesundheitsfaktor ähnlich wichtig sind wie Bewegung, Ernährung oder Schlaf.

Aber Einsamkeit betrifft längst nicht nur ältere Menschen. Auch viele Jüngere erleben die Winter- und Adventszeit ohne Familie, Partnerschaft oder soziales Netzwerk.

Ort der Begegnung gegen Einsamkeit

In der Schweiz gibt es viele Angebote, die Menschen zusammenbringen. In Zürich gibt es beispielsweise das Café Solino, wo Menschen bewusst zusammenkommen. Dort steht nicht der Konsum im Vordergrund, sondern die Begegnung.

Wer lieber Kultur erlebt, kann am Projekt «Tim – Tandem im Museum» teilnehmen und kostenlos mit einer Begleitperson ein Museum besuchen. Das schafft gemeinsame Erlebnisse.

Mit «Mal Reden» die Einsamkeit durchbrechen

Neben physischen Begegnungsorten gibt es auch telefonische Austauschdienste, die Menschen unterstützen, die nicht mobil sind oder lieber erst einmal anonym Kontakt aufnehmen.

«Gemeinsam statt einsam»

Auch die Winterhilfe setzt Zeichen: In mehreren Kantonen – etwa Aargau und Nidwalden – findet an Heiligabend ein Weihnachtsessen für Menschen statt, die sonst alleine feiern würden. Unter dem Motto «Gemeinsam statt einsam» wird Gemeinschaft ermöglicht, ohne dass man erst jemanden kennen oder sich erklären muss.

Die Heilsarmee öffnet an vielen Orten ihre Türen. Ihre Weihnachtsfeier in Zürich beispielsweise bringt seit Jahren Menschen zusammen, die sonst alleine wären. Rund 110 Gäste werden bewirtet – nicht als Wohltätigkeitsfall, sondern als Teil einer Gemeinschaft. Für viele, die früher an Weihnachten für sich waren, ist dieses Fest inzwischen ein fester, tröstender Termin im Jahr.

Apps gegen die Einsamkeit

Laut einer Studie der Bertelsmann Stiftung von 2024, fühlt sich Knapp die Hälfte der 16- bis 30-Jährigen einsam. Darum entstehen auch bei jüngeren Generationen neue Formen von Gemeinschaft, die zur Vernetzung beitragen: Spaziergruppen, Gaming-Communities oder auch Silent-Book-Clubs. Über Plattformen wie «meetup» oder «sozialkontakt» können solche Gemeinschaftsaktivitäten geplant oder initiiert werden.

Für alle, die aktiver nach einer Freundschaft suchen, gibt es mittlerweile auch digitale Lösungen: Freundschafts-Apps von Bumble, Spontacts und anderen Anbietern ermöglichen es der digitalen Generation, niederschwellig erste Kontakte im Netz zu knüpfen.

SRF 1, Treffpunkt, 28.11.2025, 10:03 Uhr ; 

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