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Stille Nacht, komplizierte Nacht?
Aus Forum vom 23.12.2021.
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Konflikte an Weihnachten Stille Nacht, komplizierte Nacht?

Auch Weihnachten 2021 gestaltet sich nicht einfach. Seit dieser Woche gelten neue Regeln für private Feiern.

Weihnachtsfeiern verlaufen auch ohne Pandemie nicht zwingend harmonisch. Häufig sind hohe Erwartungen an das Fest geknüpft.

Nun kommt erneut Corona dazu. Landauf, landab stehen Familien, Freunde und Bekannte vor der Frage: Wie gestalten wir die Weihnachtsfeier, wie setzen wir die neuen Regeln um, ohne dass es zu Streit kommt?

Neue Regeln des Bundes

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Beschränkungen bei privaten Treffen wie Weihnachtsfeiern:

  • Sobald eine Person ab 16 Jahren dabei ist, die nicht geimpft oder genesen ist, dürfen sich nur noch zehn Personen treffen. Kinder werden mitgezählt.
  • Sind alle Personen ab 16 Jahren geimpft oder genesen, gilt drinnen eine Obergrenze von 30 Personen.
  • Draussen gilt weiterhin eine Obergrenze von 50 Personen.

Unterschiedliche Ansichten

Die eine Tante ist möglicherweise gefährdet und äusserst vorsichtig unterwegs. Sie möchte lieber nicht mit dem ungeimpften Schwager, der um sein Geschäft bangt und dem die Massnahme viel zu weit gehen, feiern. Kurz: Es treffen Familienmitglieder mit unterschiedlichen Ansichten aufeinander.

Potential für Streit – aber auch für Neues

Weihnachtsfeiern können schwierige Situationen bereithalten. Das weiss auch Rita Famos. Die Pfarrerin und Präsidentin der Reformierten Kirche Schweiz sagt: «Es gibt Familien oder Freundeskreise, die sich schwer damit tun, dass die private Feier nicht wie gewohnt stattfinden kann.»

Das seien oft Familien, die auch unter dem Jahr schwierige Themen zu bewältigen hätten. «Diese spitzen sich nun an der Frage der Weihnachtsfeier zu.»

Neue Rituale einführen

Sie erhalte aber auch Rückmeldungen von Familien, die die Ausnahmesituation nutzen, um aus Gewohntem und Festgefahrenen auszubrechen. Nach dem Ausprobieren von neuen Familienfeiern im letzten Jahr habe sie oft gehört: «Das machen wir nun immer so.»

«Thema Corona an Weihnachten meiden»

Familien können Corona an Weihnachten nicht ausblenden. Sie müssen für die Feier vorab Regeln definieren. «Corona vergrössert das Konfliktpotential, man muss die Schutzmassnahmen ja besprechen», sagt Gregor Hasler. Gregor Hasler ist Psychiater und Neurowissenschaftler an der Universität Fribourg und forscht an Resilienz.

Gerade wenn weltanschauliche Sichtweisen aufeinanderprallen, kann es heikel werden. Darum rät Gregor Hasler für den Weihnachtsabend selbst, das Thema Corona zu meiden. «Es ist ein mühsamer Disput und führt meist nicht weit.»

Diskutieren Sie mit!

Befürchten Sie an Weihnachten Konflikte wegen Corona? Welche Vorkehrungen treffen Sie, damit Sie und Ihre Familie oder Freunde friedlich Weihnachten feiern können? Diskutieren Sie mit und schreiben Sie unten einen Kommentar.

Hier finden Sie Hilfe in der Coronazeit

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Corona beschäftigt uns alle. Unten finden Sie eine Liste mit Hotlines und Ratgebern rund um Corona.

BAG Infoline Coronavirus: 058 463 00 00 (täglich 6 bis 23 Uhr)

BAG Infoline Corona-Impfung: 058 377 88 92 (täglich 6 bis 23 Uhr)

Dureschnufe: Plattform für psychische Gesundheit rund um das neue Coronavirus

Angst und Panikhilfe Schweiz, Hotline: 0848 801 109 (10 bis 12 und 14 bis 17 Uhr)

Eltern-Notruf Schweiz, Hotline: 0848 35 45 55 (24x7)

Pro Juventute, Hotline für Kinder- und Jugendliche: 147 (24x7)

Schweizer Sorgen-Telefon: 143 (24x7)

Suchthilfe Schweiz: Hotline für Jugendliche im Lockdown 0800 104 104 (Di. bis Do. 9 bis 12 Uhr)

Branchenhilfe.ch: Ratgeberportal für Corona betroffene Wirtschaftszweige

Radio SRF 1, Sendung «Forum», 23.12.2021, 20 Uhr

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Francis Waeber  (Francis Waeber)
    Völlig logisch und seit Jahrtausenden bekannt, dass Familienfeiern - nicht nur zur (schein)heiligen Zeit - hohes Konfliktpotenzial in sich bergen können. Das ist keineswegs eine Erfindung des Pandemiezeitalters. Wir haben in unserer Familie ein relativ einfaches Prinzip eingeführt: Leben und leben lassen....;-))
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  • Kommentar von Anna Maria Häfner  (Anna Maria Häfner)
    Ich verbringe Weihnachten schon seit 2018 nicht mehr mit meiner Familie. Bei uns war ein friedliches Weihnachtsfest schon vor Corona nicht möglich. Ich habe mich damit arrangiert und suche mir jeweils einen Ort, der mir gefällt, um die Weihnachtstage zu verbringen.
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  • Kommentar von Andy Gasser  (agasser)
    Nach meiner Erfahrung sind es vor allem die "Skeptiker" die dann trotzdem nicht für einmal schweigen können. Sie müssen, entgegen vorherigen Vereinbarungen ihre Meinung im Laufe des Abends lautstark kundtun. Und Sie sind dann empört wenn andere ihre, auf Falschaussagen und Verschwörungstheorien basierende Fakten, nicht einfach akzeptieren. Ich für meinen Teil freue mich auf ein schwurblerfreies Weihnachten.
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