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Kult-Kartoffel Wieso heissen «Geschwellti» eigentlich «Gschwellti»?

«Gschwellti» gehören mindestens genauso zum Schweizer Speiseplan wie Fondue und Raclette. Wissenswertes rund um das kultige Kartoffelgericht.

Praktisch jede und jeder kennt sie: «Gschwellti» gehören auf den Schweizer Esstisch wie Monobloc-Stühle in süditalienische Ristoranti. Ob «blutt» mit Butter und Gewürzen, mit Käse oder mit einem Dip auf Quark- oder Rahmbasis: «Gschwellti» sind vielfältig und einfach – und haben dabei im Vergleich zu ihren gebratenen und frittierten Artgenossen die höchste Dichte an Vitaminen und Nährstoffen.

Geschwellt, geschwollen und aufgequollen?

Das Wort «Gschwellti» entstand wohl nicht durch Zufall. Im Schweizer Idiotikon wird der Begriff so definiert: «Herdöpfel, in der Schale gesottene ganze Kartoffeln». Laut Duden heisst «schwellen» im Wasser gar kochen. Das erklärt aber noch nicht, woher der Wortteil «Schwellen» kommt.

Eine Erklärung wäre, dass das abgewandelte «Schwellen» vom Wort «Quellen» kommt. Eine Quelle sprudelt, so wie das Wasser, in welchem ebenjene «Quellkartoffeln» gekocht werden. Nicht zu verwechseln ist das «Schwellen» in diesem Fall mit dem Verb «schwelen».

Unsere süddeutschen Nachbarn sprechen aber nicht nur von Quellkartoffeln, sondern auch von Pellkartoffeln und anderen Varianten. Gemäss dem Institut für Geschichtliche Landeskunde Rheinland-Pfalz e.V. gibt es ausserdem in der Grenzregion der beiden Bundesländer Rheinland-Pfalz und dem Saarland zwei Orte, in welchen man ebenfalls von «Geschwellte» spricht.

Die Vitamine sind in der Schale

«Gschwellti» sollten übrigens auch nicht vor dem Kochen geschält werden. Denn die Vitamine B und C die in Kartoffeln unter anderem enthalten sind, sind wasserlöslich und gehen daher im Kochprozess zumindest teilweise verloren.

Schält und zerkleinert man die Kartoffeln vor dem Garen, verlieren diese nochmals einen beträchtlichen Teil der Nährstoffe und Vitamine. Insofern gute Nachrichten für «Gschwellti»-Liebhaber: Kartoffeln in der Schale zu garen, ist von allen Kochvarianten immer noch die gesündeste, da so die meisten Nährstoffe und Vitamine in der Kartoffel bleiben.

Die Konsistenz der Kartoffel ist König

Bei den «Schölfelern», wie unsere österreichischen Nachbarn sagen würden, lohnt es sich, auf die geeignete Sorte zu setzen. Am ehesten empfehlen sich festkochende Kartoffelsorten wie «Charlotte», «Ditta», «Annabelle». Alternativ kann man auch eine mehligkochende Sorte mit einem geringeren Stärkeanteil verwenden.

Fett ist bekanntlich ein hervorragender Geschmacksträger und passt daher bestens auf oder zu geschwellten Kartoffeln. «Gschwellti» und ein Käse-Plättli ist einer der Klassiker. Nicht zu unterschätzen als Nebenbuhler zu pfannengegarten Kartoffeln ist beispielsweise ein geschmolzener Walliser Raclettekäse. Dieser lässt sich wunderbar in der Bratpfanne ohne Raclette-Öfeli zubereiten.

Oder auch ein Quarkdip mit Kräutern nach persönlichem Gusto. Wer die Extrameile gehen will, kann sich natürlich auch eine Fetacrème zubereiten: Griechischer Joghurt und Feta in gleichen Teilen so lange im Mixer pürieren, bis die Crème glatt ist. Optional kann man in die Crème noch Olivenöl und Knoblauch einarbeiten. Für die Puristen reichen manchmal aber auch einige Flocken Butter mit einer Prise flockigem Salz.

Radio SRF 1, «Treffpunkt», 19.02.2026, 15:15 Uhr

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