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Legende: Video Lang ist's her: Frau und Auto – passt das zusammen? abspielen. Laufzeit 01:42 Minuten.
Aus Radio SRF 1 vom 06.03.2019.
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Tag der Frau Was können Frauen besser als putzen und schön aussehen?

Zum internationalen Frauentag wirft Radio SRF 1 einen kritischen Blick in die 1960er-Jahre und auf die Gegenwart.

Christina Lang

Christina Lang

Moderatorin Radio SRF 1

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Die 1960er-Jahre – das war die Zeit, als die Frauen in der Schweiz noch kein Stimm- und Wahlrecht hatten (erst 1971 eingeführt), sie immer noch die Erlaubnis des Ehemannes brauchten, wenn sie einen Beruf ausüben wollten (bis 1987), und der TV-Kommentator Dinge sagte wie: «Denn was können Frauen besser als putzen?» Oder: «Was ist ein Gesicht? Das Persönlichste, das eine Frau zu geben hat.» Die Frau sollte ihre Qualitäten im Haus und am Herd einbringen. In der Öffentlichkeit sollte sie alleine mit ihrer Schönheit glänzen.

Und heute?

Der Weg der Frau in die Öffentlichkeit war – und bleibt – steinig. Bis heute sind die Unterschiede zwischen Mann und Frau in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft markant. Sogar bei Dienstleistungen werden die Geschlechter unterschiedlich behandelt. Ein paar Zahlen und Fakten:

  • Auf der Lohnabrechnung der Frauen sind im Durchschnitt jeden Monat 1455 Franken weniger als bei den Männern. 44 Prozent der Lohndifferenz können nicht mit objektiven Faktoren (berufliche Stellung, Dienstjahre oder Ausbildungsniveau etc.) erklärt werden. (Quelle: Eidg. Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann, Link öffnet in einem neuen Fenster)
  • 2019 sitzen im nationalen Parlament 71 Frauen (= Frauenanteil von 28,9 Prozent). Im Nationalrat beträgt der Frauenanteil 32 Prozent, im Ständerat 15,2 Prozent. (Quelle: parlament.ch, Link öffnet in einem neuen Fenster)
  • Seit 2013 gilt das neue Namensrecht, das im Bereich der Namenswahl Gleichberechtigung schafft. Nach wie vor geben die meisten Frauen ihren Ledignamen bei der Heirat auf. 2017 übernahmen 72,3 Prozent der Frauen den Namen des Ehemannes, nur 2,3 Prozent der Männer übernahm den Namen der Partnerin. (Quelle: BfS), Link öffnet in einem neuen Fenster
  • Frauen arbeiten immer noch deutlich häufiger Teilzeit als Männer: Bei den Vollzeit-Erwerbstätigen (über 90 Prozent angestellt) machen die Frauen aktuell lediglich 30,2 Prozent aus, bei den Teilzeit-Arbeitnehmenden machen sie 74,5 Prozent aus. (Quelle: BfS, Link öffnet in einem neuen Fenster)
  • In Unternehmensleitungen und Vorgesetztenfunktionen machen Frauen 36,1 Prozent aus. (Quelle: BfS, Link öffnet in einem neuen Fenster)
  • Die Berufswahl ist immer noch markant durch das Geschlecht geprägt. In den Gesundheitsberufen und im Sozialbereich (ohne Studium) machen Frauen rund 91 Prozent bzw. 85 Prozent der Einsteigerinnen aus. In der Informatik und in den technischen Berufen beträgt der Frauenanteil bei den Einsteigern dagegen je rund 7 Prozent. (Quelle: BfS, Link öffnet in einem neuen Fenster)
  • Frauen werden aufgrund ihres Geschlechts stärker zur Kasse gebeten: Vor allem bei Dienstleistungen, z.B. beim Coiffeur (Kurzhaarfrisuren für Frauen sind teurer als für Männer) und in der Textilreinigung (Blusen kosten mehr als Herrenhemden) legen Frauen drauf. Dafür zahlen Männer zum Teil in Clubs oder auf Dating-Portalen mehr. (Quelle: Antidiskriminierungsstelle des Bundes, Link öffnet in einem neuen Fenster)

9 Kommentare

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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Seither haben wir offenbar viel zu viele Fortschritte gemacht. Deshalb werden von unseren "lieben +guten" Männern tausende von jungen Männern aus "frauenfeindlichen" Kulturen eingeführte. Nur so kann man es wohl verhindern, dass die Frauen auch in Wirklichkeit endlich so etwas wie Gleichberechtigung erhalten. Die Asylanten sind Nachschub +Unterstützung für unsere "Gutmänner" + die Frauen werden damit schon wieder überlistet. Ohne "Kuschen" bekommen Frauen immer noch kaum männliche Unterstützung.
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  • Kommentar von Hanspeter Müller (HPMüller)
    Das Frauenstimmrecht wurde zwar auf nationaler Ebene immerhin 1971 eingeführt. Aber in der ganzen Schweiz gilt es erst seit 1991, also seit 28 Jahren. Noch 1990 haben die Bürger im Appenzell Innerrhoden den Frauen das Stimmrecht verwehrt. Die Argumente damals waren dieselben, wie heute begründet wird weitere Verbesserungen seien nicht notwendig. Wer die Forderung nach Gleichberechtigung als "Jammern" ab tut zeigt die respektlose Haltung gegenüber den Schweizer Bürgerinnen.
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  • Kommentar von Elisabeth Frehner-Isenring (Denia)
    Ab erst 1978 konnte eine Schweizerfrau, die mit einem Ausländer verheiratet war, ihr Bürgerrecht ihren Kindern geben. Ich habe das selber erlebt. Wir Frauen haben durchaus noch Aufholbedarf. Dabei muss man gar nicht extrem ausgerichtet sein. Aber wichtig ist es auch, das Ganze in einer guten Partnerschaft zu leben. Wobei eine angemessene Ausbildung es der Frau erlaubt, ihre Verantwortung für Familie UND Gesellschaft zu tragen. Auch zum Wohle des Mannes und der Kinder im Endeffekt.
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    1. Antwort von Hanspeter Müller (HPMüller)
      Es war noch schlimmer. Frauen, die einen Ausländer geheiratet haben, verloren ihr Schweizer Bürgerrecht. Nicht einmal bei Jüdinnen wurden Ausnahmen gemacht während der Nazizeit und auch Witwen wurden nicht wieder zurück gelassen. Und das bis weit nach dem 2. Weltkrieg. 1953 hat man die Doppelbürgerschaft zugelassen - aber nur auf ausdrücklichen Wunsch der Frau bei Eheschliessung. Sonst verlor sie den Schweizer Pass weiterhin bis 1978.
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    2. Antwort von M. Roe (M. Roe)
      Müller: Ich finde das war immer noch besser, als das was jeder, auch völlig Andersgläubige heute erhält.
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    3. Antwort von Hanspeter Müller (HPMüller)
      Frau Roe, ich schreibe dass Jüdinnen wegen Heirat mit Ausländern das Schweizer Bürgerrecht verloren haben und deswegen während der Nazizeit nicht in die Schweiz zurück durften. Und Sie schreiben, das sei immer noch besser gewesen als die Einbürgerungen heutzutage? Ehrlich? Der Tod im KZ ist besser, als jemanden hier in der Schweiz einzubürgern? kein weiterer Kommentar notwendig.
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