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Wie weiter mit dem Wolf?
Aus Forum vom 07.10.2021.
abspielen. Laufzeit 56:05 Minuten.
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Wolfschutz lockern Wie weiter mit dem Wolf?

Der Wolfsbestand in der Schweiz wächst. Aber auch die Schaf- und Rinderrisse nehmen zu. Sie machten auch diesen Sommer den Bergbauern zu schaffen.

Die Schweiz sagte vor gut einem Jahr Nein zum revidierten Jagdgesetz. Im Zentrum stand damals der Wolf. Eine knappe Mehrheit der Schweizer Stimmberechtigten sagte, Wölfe solle man nicht präventiv schiessen dürfen. Heute leben dreizehn bestätigte Rudel in der Schweiz. Das sind rund 130 Tiere. Die aktuellen Zahlen vom Sommer 2021 fehlen noch.

Initiative will Wolfschutz lockern

Eine Parlamentarische Initiative des Nationalrates möchte den Wolfschutz lockern. Der Abschuss bei «problematischem Verhalten» solle auch bei älteren Tieren möglich sein. Das Schiessen der Tiere sei keine Lösung, sagen Naturschutzorganisationen. Es sei nicht bewiesen, dass Wolfsrudel daraus lernen und wieder Scheu entwickeln.

Kürzlich wurde der Abschuss dreier Jungwölfe des Beverin-Rudels in Graubünden von den Bundesbehörden bewilligt, der Abschuss des Leitwolfs jedoch abgelehnt.

Herdenschutz

Bundesbern und die Kantone plädieren für den Herdenschutz, um Schafrisse vorzubeugen.  Nicht alle Alpgebiete liessen sich einzäunen. An gut ausgebildete Herdenschutzhunden herrsche zudem Mangel, sagen Kritiker. Herdenschutz funktioniere gut, sollte aber noch besser abgegolten werden. Zudem eigne sich nicht jede Alp zum Sömmern der Tiere, sagen andere.

Regulieren oder sensibilisieren

Den Wolf Wolf sein lassen und den Umgang mit ihm lernen, so wie Kanada mit den Bären lebt, sagen die einen. Kritiker sind da anderer Meinung. Man müsse den Wölfen die Scheu vor dem Menschen wieder beibringen und das funktioniere nur durch Abschuss von Wölfen, die sich ein Nutztier holen.

Das waren die Gäste im «Forum» vom 7. Oktober:

Marcel Züger, Biologe ETH, Kanton Graubünden. Er ist für eine stärkere Regulierung der Wölfe, als es heute der Fall ist.

David Gerke, Präsident pro Wolf, Kanton Solothurn. Er setzt sich für besseren Herdenschutz ein und für eine massvolle Regulierung der Wölfe.

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61 Kommentare

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  • Kommentar von David Bittner  (bittnerd)
    Ein bisschen mehr Toleranz und Respekt für die Natur würde uns allen sehr gut tun!
  • Kommentar von Markus Rieter  (Markus Rieter)
    Schön dass wieder kein Vertreter einer Jagdverwaltung eines Wolf Kantons in der Sendung ist. Der Mitjäger Wolf verändert auch die Jagd in den nächsten Jahren in der ganzen Schweiz ganz entscheidend. Jägerinnen und Jäger sind nicht für eine gänzliche Wolfsausrottung aber es braucht jetzt eine massvolle Wolfregulation durch Bejagung und dessen Abschuss. Es wird immer von den Kosten vom Verlust der Nutztiere gesprochen. Herr Gerke auch Wildtiere wie Gams, Hirsch, und Rehe haben einen Wert.
  • Kommentar von Claudine Wehrli  (Claudine Wehrli)
    Wie klein ist der Prozentsatz der vom Wolf gerissenen Nutztiere gegenüber jenen die qualvoll sterben als Folgen von Unfällen oder Krankheiten? Die Zahl ist verschwindend klein. Warum hört man nichts von jenen traurigen Schicksalen? Warum unternehmen die Tierhalter nichts um denen vorzubeugen? Wenn, besonders im Wallis, die Herden beaufsichtigt würden, würden auch jene Todesfälle zurück gehen. Aber Wölfe zu ballern ist ist offensichtlich geiler als Zaunpflöcke einzuschlagen.