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Beste Grammy-Momente 2026 Diese fünf Aufreger an den Grammy Awards geben zu reden

In der Nacht auf Montag stieg die 68. Ausgabe der Grammy-Verleihung, die wichtigste und bekannteste Musik-Preisverleihung der Welt. Wie 2025 räumte Kendrick Lamar auch dieses Jahr fünf Auszeichnungen ab und ist damit der grosse Gewinner des Abends.

Über folgende fünf Momente in der Crypto.com Arena in Los Angeles wird aber noch mehr geredet als über den Award-Regen für den US-Rapper.

1. Bad Bunny fordert: «ICE raus!»

Die Kritik am Vorgehen der US-Einwanderungsbehörde ICE hält auch bei den Grammys an. Einige grosse Stars zeigen sich mit «ICE out»-Buttons, Bad Bunny geht noch einen Schritt weiter.

Der Puerto Ricaner, der in dieser Nacht mit drei Grammys ausgezeichnet wurde, sagt in einer Dankesrede, die Standing Ovations nach sich zog: «Bevor ich Gott danke, sage ich: ICE raus! Wir sind keine Wilden, wir sind keine Tiere, wir sind keine Ausserirdischen – wir sind Menschen. Und wir sind Amerikaner.»

Die Reaktion des 31-Jährigen auf den «Album of the Year»-Award für seine Banger-Platte «Debí Tirar Más Fotos» ging ebenfalls um die Welt:

2. PETA findet Sabrina «kindisch»

Ihren Hit «Manchild» voller augenzwinkernder Lyrics über unreife Typen performt Sabrina Carpenter im Flughafen-Setting. Mit auf der Bühne: Männer mit zu viel (emotionalem) Gepäck – und die lebende weisse Taube eines Magiers.

Diese nutzt die Tierrechtsorganisation PETA für etwas Publicity, indem sie die Entscheidung der 26-Jährigen und ihres Teams, einen echten Vogel zu verwenden, auf X als «dumm» und «kindisch» bezeichnet.

3. Trump ist ein Witz

Zum sechsten (und eigenen Aussagen nach letzten) Mal in Folge führt Trevor Noah durch den Grammy-Abend und landet in seinem Eröffnungs-Monolog einige Humor-Treffer. Den grössten Applaus erntet der 41-Jährige, als er verkündet, dass Neo-Trump-Supporterin Nicki Minaj und der US-Präsident nicht im Publikum seien, weil sie im Weissen Haus «sehr wichtige Dinge zu besprechen» haben:

Donald Trump reagiert auf seiner Social-Plattform Truth Social darauf und bezeichnet Noah als «totalen Loser» und droht ihm mit einer Klage.

4. Boxershorts-Biebs

Justin Bieber definiert die «Stripped down»-Version eines Songs neu: Der 31-Jährige performt sein Stück «Yukon» auf der Bühne mit Loopstation, Launchpad und Gitarre, während er nichts mehr als Seiden-Boxershorts trägt. Und Socken – give Fusspilz no chance!

5. Hautschau

Biebs ist nicht der einzige Star, der mit viel Haut zu reden gibt: Chappell Roan posiert auf dem roten Teppich mit einem hauchdünnen Kleid, das ausschliesslich an ihren (unechten) Nippelpiercings festgemacht ist:

Yungblud trägt nichts unter seiner offenen, mit Leo-Kragen frisierten Lederjacke.

Und last but not least: Keine Ahnung, wie Heidi Klum jemals wieder aus ihrem sowohl hautfarbenen als auch hautengen Latexdress rauskommen will:

Sind die Grammys noch relevant?

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Jedes Jahr wird viel über die Grammys und deren Platz in der Musikwelt diskutiert. Dabei hagelt es auch Kritik: die Grammys seien nicht divers genug, nur ein Insider «Beliebtheits-Wettbewerb» und keine wahrheitsgetreue Abbildung der Musiklandschaft – besonders in einem Zeitalter, in dem jede und jeder via Social Media ein Publikum erreichen kann. Auch die sinkenden Zuschauerzahlen der Grammys würden auf ihre schwindende Relevanz hinweisen.

Doch sie halten sich hartnäckig: Einen Grammy zu gewinnen ist immer noch ein prestigeträchtiges Qualitäts-Siegel. Es kann zu Aufmerksamkeit von Producers und Plattenfirmen, Kollaborationen mit Marken oder anderen Artists, mehr Konzertmöglichkeiten usw. führen (übrigens auch in den kleineren Kategorien). Was sich meist hinter für uns verschlossenen Türen abläuft prägt die US-amerikanische Musiklandschaft und schlussendlich auch das, was bei uns in der Schweiz am Radio läuft.

Ein jüngeres Beispiel wäre Billie Eilish, die 2020 mit nur 18 Jahren für ihr Debutalbum gleich fünf Grammys gewann, darunter alle vier «grossen» Kategorien. Natürlich war Billie Eilish schon davor unter vielen Jungen bekannt, doch dieser unglaubliche Sieg katapultierte sie ins globale Rampenlicht und hat zweifellos zu ihrem heutigen Status als Weltstar beigetragen.

SRF 3, 2.2.2026, 6:15 Uhr

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