Frauen und die 50 – was nun?

Nein, 50 zu werden ist nicht das Ende. Frauen werden dann nicht automatisch zu einer grauen Maus oder unsichtbar; trotz gängiger Klischees. 50 Lebensjahre stellen einen vor die Sinnfrage. Ein Blick zurück, im Hier und Jetzt leben und der Blick nach vorne, das sind die Herausforderungen.

Frauen verschwommen
Bildlegende: Gängiges Klischee: Frauen werden ab 50 unsichtbar. Colourbox

«Frauen mit 50 sind ganz schön saftig», sagt die 59-jährige Hebamme Ursula Zeindler als Antwort auf das Klischee, dass Frauen ab 50 vertrocknen. Ach ja, die lieben Hormone. Ein weiteres Klischee? Hier geht es aber nicht nur um Hormone. Immerhin ist die Natur in diesem Punkt fair. Männer kommen in die Andropause, die männlichen Wechseljahre.

Nochmals durchstarten

«Bei mir ging der 50. Geburtstag einfach so über die Bühne», sagt Andrea, heute 55. Sie stellte mit 42 ihr Leben in Frage. «Ich verliebte mich, und ich merkte, dass es so nicht mehr weitergeht.» Beruflich und privat startete sie nochmals durch.

Midlifekrise?

«Eine Midlifekrise als solches gibt es nicht», sagt die Entwicklungspsychologin Pasqualina Perrig-Chiello. Aber um die 50, das sei halt eine Zeit des Innehaltens, ein Vorausschauen, ein Bilanzieren: Was habe ich erreicht, was will ich noch? Das Tröstliche: Nach all der Familienarbeit, all den beruflichen Widerständen wird das Leben nach 50 einfacher. Gut zu wissen, schliesslich hat man ja gut und gerne noch 30 oder 40 Jahre vor sich; Jahre mit vielen Chancen.

Redaktion: Regula Zehnder