Ein Grossteil des 2026er-Jahrgangs des Eurovision Song Contest versammelte sich an der Londoner ESC-Pre-Party, um seine Songs live vor Fans zu performen und Content zu shooten – und so das internationale Publikum auf sich aufmerksam zu machen.
Auch die Schweizer ESC-Hoffnung Veronica Fusaro war dabei. SRF hat sie bei diesem Mammut-Promotag begleitet.
09:42 Uhr – Soundcheck
«Gut geschlafen, ein kleines Workout und geduscht bin ich auch!» Veronica ist ready für die nächsten zwölf Stunden, packt ihre eigens für sie angefertigte ESP-Gitarre und macht sich auf den Weg ins «Here at Outernet» direkt bei der U-Bahn-Station Tottenham Court Road im Zentrum Londons.
Hier gehen die Pre-Party-Acts im Akkord ein und aus, um Mikrofon und In-Ears für die Performance am Abend zu testen – und im Fall von Veronica auch das Umschnallen der Gitarre fürs Solo zum Songende. «Es kommt gut», so die 29-Jährige nach dem Soundcheck.
11:01 Uhr – Maske
Bevor's gut kommen kann, wird zurück im Hotelzimmer erst mal gut gepinselt und gestylt, um Kamera- und Stage-ready zu sein. Knapp zwei Stunden dauert es, bis Make-up und Haare perfekt sitzen – kein Problem für die Musikerin, im Gegenteil: «Es ist ein Luxus und mega schön, wenn sich jemand so um dich kümmert.» Nun noch das Stage-Outfit montieren und der Content-Marathon kann beginnen.
13:09 Uhr – Interviews
Was in den nächsten fünf Stunden passiert, fühlt sich im Nachhinein an wie ein verschwommener Fiebertraum. Veronica dreht in einer Seitenstrasse Clips für den SWR mit DSDS-Star und Deutschland-Vertreterin Sarah Engels sowie Cosmó aus Österreich. Danach geht's im Laufschritt wieder zum Outernet, wo eine Legion an klassischen und Fan-Medien um Interview-Zeit mit den ESC-Acts buhlt.
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Bild 1 von 3. Profi auf und neben der Bühne: Dass Veronica Fusaro hier bereits mehrere Stunden Interviews und Selfies hinter sich hat, merkt man ihr kein bisschen an. Bildquelle: Tomodo Photo.
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Bild 2 von 3. Es ist beeindruckend, dass die Musikerin nach vielen Stunden überhaupt noch einen Mund hat, den sie sich weiterhin fusselig reden kann. Bildquelle: Caitlyn Ebsworthy.
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Bild 3 von 3. Alle anwesenden Medien wollten ein paar Minuten mit der Schweizerin. «Wiwibloggs», eines der wichtigsten ESC-Fanportale, holte sie sich sogar für eine knappe Viertelstunde in den Youtube-Livestream. Bildquelle: Caitlyn Ebsworthy.
Und sie alle wollen die Schweizer Künstlerin am Mikrofon und vor der Kamera haben. Sogar die BBC empfängt sie in einem separaten Studio, wo Veronica der Dragqueen Tia Kofi ihren Eurovision-Song «Alice» auf einem Kazoo vorflötet.
17:06 Uhr – Collabs
Die Kameras laufen weiter, es stehen noch zwei gemeinsame Videos mit den ESC-Acts anderer Länder an: das für Finnland antretende Duo Linda Lampenius & Pete Parkkonen und Søren Torpegaard Lund aus Dänemark – die Plätze eins und zwei in den Wetten. Ziel ist es, deren Fans auf die eigenen Social-Kanäle zu locken und umgekehrt.
Heute auf dem Programm steht ein UK-Food-Roulette, bei dem die Musikerinnen und Musiker speziell britische Snacks wie Scotch Eggs oder Marmite probieren und bewerten. Standard-Eurovision-Internet-Programm tatsächlich.
20:49 Uhr – Showtime
Von 19:30 Uhr bis 23:00 Uhr performt alle paar Minuten ein anderer ESC-Star auf der Bühne des Here at Outernet, das an diesem Abend bis auf den Balkon hin voll mit Eurovision-Superfans ist. Während das Publikum etwas verhalten wirkt, sind viele der Songs laut und bisweilen überladen, sogar chaotisch. Das behäbig gitarrende «Alice» sticht positiv heraus in diesem Eurotrash-Slop – natürlich ist die Schweizer Brille etwas voreingenommen, aber es könnte eine Trumpfkarte sein beim Eurovision Song Contest 2026.
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Bild 1 von 3. Trotz langem Promotag zieht Veronica auf der Bühne souverän durch. Bildquelle: Caitlyn Ebsworthy.
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Bild 2 von 3. Inklusive Gitarrensolo – das trotz echtem Instrument ab Band kommt, weil nur der Gesang live ist. Auch am ESC selbst gibt's grundsätzlich keine eingestöpselten Live-Instrumente. Bildquelle: Tomodo Photo.
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Bild 3 von 3. Auch wenn sich das Publikum in London vergleichsweise verhalten gibt (im Gegensatz zur Pre-Party in Madrid vergangenes Jahr, zum Beispiel), ist es gebannt – und singt bei «Alice» sogar mit. Bildquelle: Caitlyn Ebsworthy.
Noch auf der Bühne macht Host Tia Kofi (die Dragqueen ist auch immer noch im Dienst) Veronica Fusaro ein grosses Kompliment: «Du bist so unangestrengt cool.» Diese Coolness und Bescheidenheit drücken auch nach dem Auftritt durch: «Ich hätte nicht erwartet, dass die Leute mitsingen.» Sie fügt zufrieden an: «Es war mega cool und hat Spass gemacht.»