Die Olympischen Winterspiele 2026 finden in Milano Cortina statt. Was macht diese Spiele für SRF besonders, gerade im Vergleich zu früheren Austragungen?
Sonja Moritz: Sie finden nach vielen Jahren wieder in unserer Zeitzone statt, dazu in unserem Nachbarland und in vielen aus dem Wintersport bekannten Orten. Das ist ein grosser Vorteil für unser Publikum. Die Schweiz wird zudem mit einer Rekorddelegation von rund 180 Athletinnen und Athleten vor Ort sein. Somit können wir von mehr Schweizer Momenten berichten als je zuvor.
Die Spiele sind sehr dezentral organisiert. Welche logistischen Herausforderungen bringt das für die SRG und SRF mit sich?
Sven Sarbach: Die Distanzen zwischen den Austragungsorten sind beträchtlich. Deshalb sind die SRG-Mitarbeitenden vor Ort in über zehn unterschiedlichen Unterkünften stationiert. Exemplarisch hierzu die Situation im Ski Alpin: Die Männerrennen finden in Bormio statt, die Frauenrennen im über fünf Autostunden entfernten Cortina d’Ampezzo. Das erfordert eine komplexe Organisation, vor allem auch im Bereich der technischen Umsetzung und der Personalplanung.
Sonja Moritz: Unser Studio in Cortina ist mit unserem Moderations-Duo der Ausgangsort für alle Wettkämpfe. An allen Wettkampforten kümmern sich unsere Journalistinnen und Journalisten um Stimmen, zusätzliche Bilder und Geschichten der Athletinnen und Athleten – für unser trimediales Angebot.
Was darf das Publikum inhaltlich erwarten?
Sonja Moritz: Schon vor der Eröffnungsfeier am 6. Februar zeigen wir Wettkämpfe mit Schweizer Beteiligung und die Abfahrtstrainings im Ski Alpin in unseren Livestreams. Ab dem 7. Februar senden wir täglich im Schnitt 13 Stunden. Dabei setzen wir den Fokus auf die Schweizer Athletinnen und Athleten, aber auch auf internationale Highlights. Der Zeitplan erstreckt sich über den ganzen Tag, wodurch rund um die Uhr Live-Sport stattfindet. Wir informieren das Publikum mit dem regelmässigen «Olympiaflash» über das Geschehen des Tages.
Die Schweiz wird mit einer Rekorddelegation von rund 180 Athletinnen und Athleten vor Ort sein. Somit können wir von mehr Schweizer Momenten berichten als je zuvor.
Welche Sportarten oder Events sind aus deiner Sicht besonders hervorzuheben, Sonja?
Sonja Moritz: Programm-Highlights sind natürlich die Rennen im Ski Alpin in Cortina und Bormio, aber auch die Freestyle-Wettkämpfe in Livigno oder die Curling-Turniere in Cortina sowie die Eishockey-Turniere in Mailand. Gerade bei Winterspielen können wir uns aus Schweizer Sicht vor Highlights fast nicht retten.
Welche innovativen Lösungen kommen zum Einsatz, um die technischen Anforderungen zu erfüllen?
Sven Sarbach: Wir arbeiten mit massgeschneiderten Lösungen für jeden Wettkampfort. Unser Hauptstandort ist in Cortina mit den drei TV-Studios, die in Remote-Production betrieben werden. Das heisst, die Übertragungswagen sind nicht vor Ort, sondern die Regien befinden sich in Zürich, Genf und Lugano. In unseren Büro-Containern in Cortina arbeitet ein Grossteil der Mitarbeitenden, von hier aus wird die ganze Operation koordiniert. An den anderen Standorten arbeiten kleine Teams, die von dort aus Bilder und Interviews in die Schweiz schicken.
Die Olympischen Spiele sind ein gelebtes Beispiel der Zusammenarbeit zwischen den Sprachregionen.
Sven, was gefällt dir besonders an solchen Grossprojekten?
Sven Sarbach: Die Olympischen Spiele sind ein gelebtes Beispiel der Zusammenarbeit zwischen den Sprachregionen. Wir planen, koordinieren und führen das Projekt gesamtheitlich mit einem technischen Konzept und mit einer einheitlichen Planung für alle SRG-Sport-Redaktionen durch. Wir erleben eine sehr gute, konstruktive Zusammenarbeit mit den verschiedenen Teams.