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Eine Collage von SRF-Korrespondentinnen und -Korrespondenten aus allen Ecken der Welt
Legende: Unermüdlich und weltweit im Einsatz: Rund 40 Korrespondentinnen und Auslandredaktoren arbeiten für SRF auf sechs Kontinenten. SRF

Weltweit sicher arbeiten Einordnung statt Sensation: Wie SRF aus Krisengebieten berichtet

Die Sicherheit der Korrespondentinnen und Korrespondenten von SRF steht an erster Stelle – dafür braucht es sorgfältige Planung, klare Regeln und ein starkes Netzwerk im Hintergrund.

Wer das aktuelle Weltgeschehen verfolgt, stösst regelmässig auf Schlagzeilen und Bilder aus Kriegs- und Krisengebieten. Trotz intensiver Vorbereitungen ist diese Arbeit für Journalistinnen und Journalisten nicht immer ganz ungefährlich.

Warum schickt SRF überhaupt Korrespondentinnen und Korrespondenten in unsichere Weltregionen? Und welche Vorkehrungen sind heute nötig, um weltweit berichten zu können? Das weiss Marcel Scherrer. Er ist verantwortlich für die Sicherheit des rund 40-köpfigen Korrespondentennetzwerks von SRF im Ausland.

Selbst sitzt er aber an seinem Pult in Zürich, hinter ihm hängen ausrangierte kugelsichere Westen an der Bürowand. Auf seinem Bildschirm öffnet er eine mit Koordinaten übersäte Weltkarte – ein Punkt pro Person, die für SRF gerade im Ausland arbeitet.

Marcel Scherrer

Leiter Sicherheit bei SRF

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Als Leiter Sicherheit ist Marcel Scherrer unter anderem für die Sicherheit des SRF-Korrespondentennetzwerks verantwortlich.

Planung ist das «A und O»

Jeder Antrag für eine Reise in ein Konflikt- oder Krisengebiet geht über seinen Tisch. Er berät, checkt aktuelle Entwicklungen vor Ort und prüft, ob Fluchtrouten, Luftschutzkeller oder Botschaftsvertretungen vor Ort gegeben sind.

«Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es nie», sagt Marcel Scherrer. «Aber mit zahlreichen Vorkehrungen tun wir unser Möglichstes, um die Gefahren für unsere Korrespondentinnen und Korrespondenten zu minimieren.» Dazu gehören gute Vorbereitung und lokale Netzwerke von Vertrauenspersonen.

Wir tun unser Möglichstes, um die Gefahren für unsere Korrespondentinnen und Korrespondenten zu minimieren.
Autor: Marcel Scherrer Leiter Sicherheit bei SRF

Trotzdem gibt es rote Linien: Kriegsberichterstattung nah an der Front – gerade von Personen, die eine Region zu wenig kennen – sei ein No-Go. Oder auch ohne nötiges Schutzmaterial loszuziehen. Was meint er damit? Je nach Gefahrenlage müssen Medienschaffende als solche gekennzeichnet sein, kugelsichere Westen und Helme tragen, Zweiweg-Kommunikationsmittel wie Funk oder Handys und Notfallmaterial für schwere Verletzungen bei sich haben.

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Moderne Technik hilft, birgt aber auch Risiken

Sollte trotzdem einmal etwas Ungeplantes geschehen, setzen Marcel Scherrer und sein Team ihr globales Netzwerk in Gang: Die Zusammenarbeit mit Botschaften, Behörden oder lokalen Personenschutzdiensten ist unerlässlich, zum Beispiel, wenn eine Person möglichst schnell aus einem Gebiet evakuiert werden muss.

Um auch in brenzligen Situationen einen kühlen Kopf zu bewahren, braucht es vor allem eins: Training. Alle Korrespondentinnen und Korrespondenten nehmen regelmässig an Kursen im Bereich Sicherheit teil. Auch, um auf dem aktuellen Stand zu sein, was Technik und Cybersecurity angeht. Einerseits werde es immer einfacher, Informationen zu beschaffen oder Personen zu orten, sagt Marcel Scherrer. «Je nachdem, wie du mit technischen Geräten wie Handys umgehst, werden sie aber auch zu einem Sicherheitsrisiko.»

Bei SRF gilt: Mensch vor Material

Die Trennung von Sicherheit und Berichterstattung ist Marcel Scherrer wichtig: «Ich mische mich nicht in inhaltliche Fragen ein. Das ist eine andere Ebene», sagt er. Damit spricht er unter anderem das Verantwortungsgebiet von Susanne Brunner an. Sie leitet die Auslandsredaktion von Radio SRF und war zuvor selbst mehrere Jahre als Nahost-Korrespondentin tätig.

Susanne Brunner

Leiterin Auslandsredaktion von Radio SRF

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Susanne Brunner leitet die Auslandsredaktion von Radio SRF. Das zirka 20-köpfige Team setzt Radiobeiträge aus allen Weltregionen um – und sie hält die Fäden zusammen.

Für sie – und fürs ganze Medienhaus – gilt klar der Leitsatz: Mensch vor Material. Immer wieder diskutiere sie im Team: Steht das Risiko wirklich im Verhältnis zum geplanten Beitrag? So auch vor einigen Wochen, als sie selbst für eine Geschichte im Westjordanland unterwegs war. Die Antwort: nein. «Wir haben uns am Ende für eine andere Perspektive vor Ort mit weniger Unberechenbarkeit entschieden», erzählt sie.

Es gehe also nicht immer darum, bei Geschehnissen um jeden Preis an der Frontlinie zu stehen. «Heute sind Nachrichten fast in Echtzeit weltweit auf Bildschirmen zu verfolgen», sagt Susanne Brunner. So schnell können Korrespondentinnen und Korrespondenten nicht immer reagieren. Viel wichtiger sei deshalb die Einordnung: Wie geht es der Bevölkerung vor Ort? Was sind Probleme, Bedürfnisse, Konflikte? Denn: «Wenn verschiedene Kulturen und Menschen zu Wort kommen, trägt das zum Abbau von Vorurteilen bei», so Susanne Brunner.

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