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Schlanke Produktion Wussten Sie, dass diese Sendungen im gleichen Studio entstehen?

Im neuen digitalen Multimediastudio produziert SRF schlanke, multimediale Formate, Moderationen oder Interviews auf kleinem Raum. «Hallo SRF!» hat dem ehemaligen «Tagesschau»-Studio einen Besuch abgestattet.

Set-Up des digitalen Multimediastudios: Neonfarbiger Hintergrund mit Gesprächssituation im Vordergrund
Legende: SRF

Es verbirgt sich hinter einer unscheinbaren Tür. Beim Eintreten müssen sich die Augen an die Dunkelheit gewöhnen. Erst nach einigen Sekunden ist in der Mitte des Raumes eine kleine Regie mit zwei Bildschirmen zu erkennen.

Das digitale Multimediastudio am SRF-Standort Zürich Leutschenbach hat nicht viel mit den klassischen Broadcast-Studios gemeinsam, die man aus Sendungen wie der «Tagesschau», dem «Club» oder «Sportpanorama» kennt.

Wo früher die «Tagessschau» produziert wurde, stehen jetzt auf wenigen Quadratmetern vier Kameras, Mikrofone, ein Teleprompter und generische Möblierung. Ziemlich unscheinbar – bis das Ganze hochgefahren und beleuchtet wird: Plötzlich schwirren Sendungslogos über die Wand im Hintergrund, Scheinwerfer tauchen den Raum in ein kühles Licht.

So wird das Studio eingesetzt

Dank Beamer und Greenscreen, also einer Wand, auf die sich Hintergründe projizieren lassen, konnten in diesem Studio seit Ende 2025 bereits Inhalte und Ausschnitte für über 50 Produktionen erstellt werden. Von «Kassensturz» über «Bounce» bis hin zu «Einstein» und «Rundschau» oder dem Podcast «True Crime Schweiz»: Die Produktionsfläche ist flexibel einsetzbar und senkt damit logistische Aufwände. Denn schlanke, digitale Formate werden nun an einem fixen Ort gebündelt und nicht wie zuvor an unterschiedlichen Stellen umgesetzt.

Für welche Produktionen eignet sich das Studio?

Das Studio ist auf mittel- bis längerfristig planbare Sendungen und digitale Formate ausgerichtet. Redaktion und Produktion arbeiten dabei Hand in Hand – von der Entwicklung über die Organisation der Dreharbeiten bis zum Aufräumen nach der Produktion. In konventionellen Studios wäre für die Erstellung gleicher Inhalte deutlich mehr Personal nötig.

Wenn das so ressourcensparend ist: Warum sendet SRF also nicht alle Sendungen aus solch flexiblen Studios? Marco Waldner, Fachspezialist Smartproduction, erklärt: Wie und wo etwas aufgezeichnet wird, hängt von vielen Faktoren ab. Ist der Inhalt zeitkritisch oder weit voraus planbar? Ist die Sendung live und benötigt dafür weitere technische Anbindungen? Wo wird sie in welcher Qualität ausgestrahlt?

Technik unterstützt bei der schlanken Produktion

«Die technischen Möglichkeiten verändern sich rasant», sagt Waldner. «Für uns heisst das: Wir hinterfragen laufend, wie wir unsere Ressourcen einsetzen und bei welchen Schritten uns modernste Technik behilflich sein kann.»

Ein Beispiel: Künstliche Intelligenz filtert im Studio störende Hintergrundgeräusche aus Podcast-Aufnahmen. Gleichzeitig sorgt das System auch dafür, dass Stimmen gleich laut und gut verständlich sind. Auch der Schnitt läuft im Studio vollautomatisch: Ein Podcast von 50 Minuten wird innert zwei bis drei Minuten geschnitten. So stehen SRF-Inhalte noch schneller bereit.

Das Multimediastudio zeigt, wie SRF ständig ausprobiert, optimiert und weiterentwickelt. «Unser Ziel bleibt immer dasselbe», sagt Marco Waldner: «Inhalte so schlank und ressourcenschonend wie möglich zu produzieren – ohne Kompromisse in der Qualität.»

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