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Darf man das? Darf man sein Essen im Restaurant fotografieren?

Karl und Karla essen im Restaurant. Der Kellner bringt zwei kunstvoll angerichtete Teller. Karla fotografiert ihr Gericht und will das Bild ins Internet stellen. Doch der Kellner sagt, das sei verboten. Karla protestiert. Doch darf Karla im Restaurant ihren Teller fotografieren? Darf man das?

Legende: Video Das Menu des Star-Kochs ins Internet stellen: «Darf man das?» abspielen. Laufzeit 01:34 Minuten.
Aus Kassensturz vom 11.09.2018.

Nein. Ohne ausdrückliche Einwilligung des Wirtes darf Karla ihr Essen nicht fotografieren. Denn: Besonders raffiniert angerichtete Mahlzeiten gelten als Kunstwerke und sind wie diese urheberrechtlich geschützt. Das bedeutet, dass einzig der Urheber – in diesem Fall die Köchin oder der Koch – bestimmen darf, ob ein Kunstwerk fotografiert und das Bild veröffentlicht werden darf.

Legende:
SMS- und Online-Abstimmung: Darf Darf man sein Essen im Restaurant fotografieren? Insgesamt wurden 750 Stimmen abgegeben.

Schnipo ist keine Kunst

Damit ein Werk durch das Urheberrechtsgesetz geschützt ist, muss es «individuell» gestaltet sein. Keine Rolle spielt dabei, ob ein Kunstwerk einen hohen Markt- oder Materialwert hat. Es muss einzig individuell gestaltet sein.

Ist also wie im Beispiel von Karla ein Menues bewusst kreativ und kunstvoll angerichtet, gilt es als ein geschütztes Werk. Ein Teller mit einem Schnitzel und einer Handvoll Pommes-Frites dagegen oder eine Schale mit Suppe fällt nicht unter den Schutz des Urheberrechtsgesetzes. Hier fehlt es an der erkennbaren individuellen Gestaltung. Keine Rolle spielt dagegen, dass Karla das ihr servierte Kunstwerk kurze Zeit später verzehren wird.

Das Dossier

Das Dossier

Rechtsexpertin Gabriela Baumgartner beantwortet Fragen aus dem Alltag. Hier geht's zu den gesammelten Werken.

Haute Cuisine ist Kunst – auch im rechtlichen Sinne

Durch das Urheberrecht geschützt sind neben kunstvollen Menues alle Arten von Bildern und Skulpturen, Musik, literarische oder wissenschaftliche Texte, Übersetzungen, Bearbeitungen, tänzerische Choreographien, Computerprogramme oder Scherenschnitte. All diese Werke dürfen nur mit Einwilligung des jeweiligen Urhebers fotografiert und weiterverbreitet werden.

Legende: Video Antwort von Kassensturz-Rechtsexpertin Gabriela Baumgartner abspielen. Laufzeit 01:29 Minuten.
Aus Kassensturz vom 11.09.2018.

1 Kommentar

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  • Kommentar von Thomas Schneider (schneider)
    Stimmt diese Auskunft wirklich? Natürlich kann das Gericht und sein Anrichten an sich ein Werk und damit urheberrechtlich geschützt sein. ABER: Wir bekommen im Restaurant lediglich Werkexemplare und nicht das Originalwerk serviert. Dieses Werkexemplar darf nach Art. 12 URG ohne weiteres weiterveräussert oder sonst wie verbreitet werden, z.B. auf Fotos. Bekämen wir ein Werk serviert, würde sich sogar die Frage stellen, ob die Schutz vor Zerstörung gilt – ob wir das Essen überhaupt essen dürfen.
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