Zum Inhalt springen

Header

Zur Übersicht von Play SRF Audio-Übersicht

Flut von Betrugsbriefen Briefflut nach Betrugspost: «Hellseher» verlangt 50 Franken

Eine Frau aus dem Kanton Zürich antwortet auf ein dubioses Schreiben. Dann wird sie mit Betrugsbriefen geflutet.

Das ist passiert: Eine über 90-jährige, demente Frau aus dem Kanton Zürich erhält hunderte dubiose Briefe. In den Schreiben werden jeweils hohe Geldgewinne sowie Gesundheit und Glück versprochen. Absender der Briefe sind selbsternannte Hellseherinnen oder Mystiker mit Namen wie «Meister Aaron» oder «Altmeister Maccus». Am Ende des Schreibens werden jeweils 50 Franken für die «Umtriebe» gefordert. Das Geld soll mit einem beigelegten Antwortcouvert zurückgeschickt werden. Adressiert ist das Couvert an ein Postfach im nahen Ausland.

So funktioniert die Masche: Die Betrüger haben es auf ältere und wahrscheinlich auch alleinstehende Personen abgesehen. In den Briefen wird die Empfängerin mit dem Vornamen angesprochen, was eine vermeintliche Nähe zwischen Absender und Empfänger suggeriert. Zudem steht im Brief, sie solle niemandem von dem Schreiben erzählen, denn sie gehöre zu den «wenigen Auserwählten». Nachdem die ältere Zürcherin Geld geschickt hatte, wurde sie mit weiteren Briefen regelrecht überflutet. Innerhalb eines halben Jahres erhielt sie über 150 solcher Schreiben.

«Espresso» ist an Ihrer Meinung interessiert

Box aufklappen Box zuklappen

Das sagt die «Schweizerische Kriminalprävention»: Solche Schreiben sind der Schweizerischen Kriminalprävention SKP bekannt, sagt SKP-Geschäftsleiter Stefan Ilg auf Anfrage. Er empfiehlt: Briefe dieser Art konsequent ignorieren und niemals Geld senden. Wer einmal bezahlt hat, erhalte in der Regel weitere Schreiben. Sollte bereits Geld gesendet worden sein, empfiehlt die SKP, eine Strafanzeige bei der Kantonspolizei einzureichen. Wer unsicher ist, solle sich an ein Familienmitglied oder eine Vertrauensperson wenden.

Das kann man gegen die Briefflut tun: Die Post ist grundsätzlich verpflichtet, alle Briefe zuzustellen. Eine Möglichkeit ist jedoch, die Annahme eines Briefes zu verweigern, schreibt die Post dem SRF-Konsumentenmagazin «Espresso». Solange ein Brief nicht geöffnet wurde, kann der Empfänger «Annahme verweigert – zurück an den Absender» auf das Couvert schreiben und dieses in den nächsten gelben Briefkasten legen oder direkt bei der Post abgeben. Eine zusätzliche Frankierung ist nicht nötig. Am einfachsten ist es jedoch, auf solche Briefe nicht zu reagieren und diese im Altpapier zu entsorgen.

Espresso, 23.03.2026, 08:10 Uhr

Meistgelesene Artikel