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Irritierendes Päckli Dubiose Post im Briefkasten – Betrugsversuch oder Werbegeschenk?

Mehrere Empfängerinnen und Empfänger vermuten einen Betrugsversuch. Die Absenderin spricht von einem «Werbegeschenk».

Das ist passiert: Zahlreiche Haushalte haben in den letzten Wochen seltsame Post erhalten: ein Stückchen Holz mit einem Einschnitt und ein kurzes Stück Draht. Dazu ein Hinweis auf eine angeblich «zeitlose Manufaktur» und «nachhaltig Olivenholz» [sic]. Sie hätten sich keinen Reim darauf machen können, erzählen mehrere Empfängerinnen und Empfänger dieses Päckchens dem SRF-Konsumentenmagazin «Espresso». Bestellt hatten sie nichts dergleichen.

Der zweite Streich: Richtig stutzig wurden die Betroffenen, als wenige Tage später eine Rechnung über knapp 40 Franken ins Haus flatterte. Darin wird ihnen «für Ihr Vertrauen» gedankt. Innerhalb von zwei Wochen soll die Rechnung bezahlt werden. Aus der Rechnung wird auch klar, dass es sich bei den gelieferten Stückchen Holz und Draht um einen «Handyhalter aus massivem Olivenholz» handeln soll.

Screenshot einer Rechnung.
Legende: Fast 40 Franken für unbestellte Ware So sieht die Rechnung aus, die laut der Absenderin 200 Haushalte erhalten haben. ZVG

Diese Firmen stecken hinter der dubiosen Post: Als Absenderin ist auf der Rechnung einerseits die Zuger Firma Cycore GmbH angegeben. Laut Handelsregister ist diese in verschiedensten Bereichen tätig – von Immobilien bis Rohstoffhandel. Zudem handelt sie mit Waren aller Art. Andererseits prangt auf der Rechnung das Logo der Plattform Odimu.com. Diese verkauft Möbel und Accessoires aus «hochwertigem Olivenholz».

Der Verdacht der Empfängerinnen und Empfänger: Die Betroffenen, die sich bei SRF gemeldet haben, vermuten unisono einen Betrugsversuch. Der Verdacht ist tatsächlich naheliegend: Unbestellte Ware versenden und dafür Geld verlangen, ist eine bekannte Masche. Ob es sich hier ebenfalls um einen Betrugsversuch handelt, bleibt jedoch offen, auch wenn das Ganze einen fragwürdigen Eindruck macht.

Das sagt die Absenderin: Auf Anfrage von SRF reagiert Odimu.com schnell. Das Unternehmen spricht von einem «Fehler im Rechnungssystem». Es handle sich um ein Werbegeschenk, das kostenlos sei. Wer die Rechnung bezahle, erhalte umgehend eine Rückerstattung. Laut dem Unternehmen wurden 200 Rechnungen fälschlicherweise verschickt. «Wir entschuldigen uns ausdrücklich bei all den betroffenen Personen (...).» Woher Odimu.com die Adressen der Empfängerinnen und Empfänger hat, lässt die Plattform offen.

Für mich tönt das nach einer billigen Ausrede.
Autor: Empfängerin des angeblichen Werbegeschenks

So reagieren Betroffene: Die Erklärung von Odimu.com klingt in den Ohren der Empfängerinnen und Empfänger wenig glaubwürdig. «Für mich klingt das nach einer billigen Ausrede», hält eine Frau aus dem Raum Bern fest. «Bei einem Werbegeschenk müsste doch wenigstens klar sein, von wem es kommt.» Aber hier sei ja weder ein Logo aufgedruckt noch sonst etwas dabei gewesen. Deshalb: «Ich nehme denen das nicht ab.»

Radio SRF 1, Espresso, 27.03.2026, 08:10 Uhr

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