100 Jahre Österreich – Befindlichkeit einer Alpenrepublik

  • Montag, 5. November 2018, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Montag, 5. November 2018, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Montag, 5. November 2018, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Ein charmantes «Küss die Hand», ein lüpfiger Walzer und eine süsse Sacher-Torte – verbindet man gern mit Österreich, unserem Nachbarland. Doch wie gut kennen wir das Land? «Kontext» versucht zum 100. Geburtstag der Alpenrepublik eine Annäherung.

Österreich feiert seinen 100. Geburtstag: Am 12. November 1918 wurde im Parlament in Wien die «Republik Deutsch-Österreich» ausgerufen. Dies nachdem das Habsburgerreich nach dem Ersten Weltkrieg in Trümmern lag.

Heute ist Österreich mit 8,8 Millionen Menschen ein kleiner, aber wirtschaftlich erfolgreicher Staat im Herzen Europas und Mitglied der Europäischen Union. Ein Land mit politischen und kulturellen Besonderheiten, die es von seinen Nachbarländern unterscheidet.

Wie wurde Österreich, was es heute ist? Und was macht das politische System unseres östlichen Nachbarlandes aus?

Beiträge

  • Was ist typisch österreichisch?

    Die Österreicherinnen und Österreicher sehen sich selbst am liebsten als Volk der Geiger und der Walzertänzerinnen, als kreative Sachwalter eines reichen kulturellen Erbes, als lebenslustige «Elegants», die gern auch einmal fünf gerade sein lassen können.

    Im Ausland hingegen werden die Bewohnerinnen und Bewohner der Alpenrepublik gern als schlampige Charmeure gesehen, als liebenswerte Schlawiner, die mit Schmäh und doppelbödiger Eleganz durchs Leben, na ja, tänzeln.

    Was ist eigentlich «typisch österreichisch»? Eine humoristische Spurensuche.

    Günter Kaindlstorfer

  • 100 Jahre Österreich im Zeitraffer

    Im Herbst 1918 liegt das Habsburgerreich in Trümmern. Am 12.

    November 1918 wird im Parlament in Wien die «Republik Deutsch-Österreich» ausgerufen – ein fragiles Gebilde, das von wirtschaftlichen Problemen und politischen Konflikten zwischen der katholisch-konservativen Rechten und der austromarxistischen Sozialdemokratie geprägt ist.

    Schliesslich kommt es 1934 zum Bürgerkrieg: Die Linke unterliegt und wird in den Untergrund gedrängt, und 1938 holt der gebürtige Österreicher Adolf Hitler sein Heimatland «heim ins Reich». Erst in der «Zweiten Republik» nach 1945 findet Österreich zu sich selbst.

    Günter Kaindlstorfer

  • Wie Österreich wurde, was es heute ist

    Die österreichische Literatur von Nestroy bis Hofmannsthal ist voll von «Zerrissenen» und «Schwierigen», von Figuren, die uneins mit sich selber sind. Das hat sein Äquivalent in der gelebten Wirklichkeit.

    Ein Hang zum Indirekten, Ambivalenten, Uneindeutigen ist in Österreich heute noch verbreitet. Woher kommt das? In seinem Werk «Der Kampf um die österreichische Identität» hat der Kulturphilosoph Friedrich Heer darauf eine Antwort versucht.

    Günter Kaindlstorfer

  • Gefährliches schwarz-blaues Arrangement?

    Die schwarz-blaue Koalition aus der Österreichischen Volkspartei und der Freiheitlichen Partei Österreichs teilt sich in die Macht und macht Kompromisse, um nach aussen ein harmonisches Bild abzugeben.

    Doch dies täuscht nicht darüber hinweg, dass die rechtsradikalen Kräfte innerhalb der Koalition versuchen, staatliche Institutionen anzugreifen, wogegen kritische Medien und die Zivilbevölkerung immer wieder protestieren, hält die NZZ-Korrespondentin für Österreich und Mittelosteuropa, Meret Baumann, in «Kontext» fest. Wie diese Kraftprobe dereinst entschieden wird, ist offen.

    Sabine Bitter

Autor/in: Günter Kaindlstorfer, Sabine Bitter, Moderation: Monika Schärer, Redaktion: Sabine Bitter; Produktion: Brigitte Häring